29 Jahren und schon viel Politik erlebt

Marsha Weseloh - die Netzwerkerin

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Symphatisch, ehrgeizig, energiegeladen: Ratsfrau Marsha Weseloh kann man getrost als politische Überfliegerin bezeichnen.

Scheeßel - Von Lars Warnecke. Wie hat es einst der indische Freiheitskämpfer Mahatma Gandhi doch gleich so schön formuliert: „Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.“ – Genau diesen Satz hat Marsha Weseloh zu ihrem eigenen Leitmotto erklärt. Genau darum, sagt die 29-Jährige, sei sie auch in die Scheeßeler Politik gegangen. Und so sitzt die sympathische junge Frau mit den nussbraunen Augen und dem immerwährenden Lächeln auf den Lippen seit der vergangenen Kommunalwahl im Gemeinderat und bekleidet darüber hinaus noch eine Handvoll weiterer politischer Ämter. Bereut habe sie den Schritt noch in keiner Sekunde.

CDU-Ratsfrau, noch dazu den Vize-Fraktionsvorsitz innehabend, stellvertretende Fraktionschefin der Rotenburger Kreis-CDU, Beisitzerin in der hiesigen Frauen-Union sowie der Frauen-Union im Elbe-Weser-Bezirksverband. Und Mitglied der Jungen Union Sittensen-Scheeßel ist sie auch noch. Nein, es ist nicht untertrieben, Marsha Weseloh eine politische Überfliegerin zu nennen – gerade vor dem Hintergrund, dass sie bis vor gut zwei Jahren noch kaum etwas mit der Politik am Hut hatte.

Das hat sich mit dem Wahlabend des 11. Septembers 2016 schlagartig geändert. Damals war die Sparkassen-Betriebswirtin mit 311 Stimmen direkt in den Rat gewählt worden. Warum die CDU ihre politische Heimat geworden ist? „Ich habe mich mit deren Werte wie Freiheit, Solidarität und Gerechtigkeit sowie dem christlichen Menschenbild gut identifizieren können“, sagt die Scheeßelerin. „Tatsächlich habe ich mir im Vorfeld aber auch das Grundsatzprogramm der SPD genauer angeschaut.“

Dass sie aus kommunalpolitischer Sicht einmal eine derart steile Karriere in ihrer Partei hinlegen würde, habe sie zu ihren Anfängen nicht erwartet. „Ich wollte mich damals einfach ja nur ein bisschen politisch einbringen.“ Inzwischen bringt sich Weseloh in ihrer Fraktion auch in den Bereichen Internet und Social-Media ein – mit dem selbsterklärten Ziel, die Politik transparenter und verständlicher zu machen. Dafür greift sie gerne auch auf selbstgezeichnete Grafiken zurück. Quasi ein Markenzeichen der selbstbewussten Endzwanzigerin, die mit ihren Aufgaben gewachsen ist. „Zu Beginn war ich die Beobachterin, die Lernende und musste mir zunächst einen Überblick verschaffen – sowohl in der Fraktion als auch im Rat. Es galt, die Fraktionsarbeit inklusive der Anträge und Beschlüsse erst einmal zu verstehen, und das hat anfangs länger gedauert“, blickt Weseloh zurück. „Mittlerweile läuft die Vorbereitung auf Sitzungen aber schneller und ich kann mich aktiv in Fraktionssitzungen einbringen – hierbei helfen sicher meine unvoreingenommenen Ideen.“ Auch im Rat sei sie sie nun nicht mehr nur die Beobachterin, sondern bringe ihre Meinung aktiv vor.

Einzige Frau in der Fraktion

In ihrer Fraktion ist Weseloh übrigens die einzige Frau. „Übergreifend würde ich mir schon mehr weibliche und auch mehr junge Ratskollegen wünschen“, sagt sie. Frauenpolitische Themen seien ihr wichtig. Auch daher mischt sie in der Frauen-Union mit. Und natürlich will sie sich in die Gestaltung ihrer Heimatgemeinde einbringen. „Ich möchte meinen Anteil daran leisten, dass wir auch in zehn, 20, 30 Jahren noch gerne hier leben.“ Viele „kreative, neue und junge Ideen“ habe sie jedenfalls. „Oftmals sind es die ,alten Hasen‘ unter meinen Fraktionskollegen, die den Funken dafür geben und so kann gemeinsam an Lösungen gearbeitet werden.“ Überhaupt, findet Weseloh, sei Politik ein Gemeinschaftsprojekt. Konstruktive und effektive Sitzungen (Weseloh ist Mitglied im Scheeßeler Schulausschuss, im Ausschuss für Jugend, Senioren, Soziales und Sport, im Wirtschafts- und Tourismusausschuss sowie im Kernortausschuss) zählt sie zu den Sonnenseiten des politischen Geschäfts. Bürokratische Hürden, die Vorhaben in die Länge zu ziehen, seien ihr hingegen ein Graus.

Man merkt: Marsha Weseloh, verheiratet und noch kinderlos, hat ihre Rolle gefunden. Und es ist schon beachtlich, wie sie es hinbekommen hat, ihre Ehrenämter mit Beruf und Privatleben unter einen Hut zu bringen. Doch selbst in ihrer Freizeit, meint sie, hole sie die Politik ein: „Es vergeht kein privates Treffen oder eine Feier, ohne dass ich über Politik geredet habe.“ Sie selbst sei gespannt, was die Zukunft noch so bringen werde. „Wie heißt es doch so schön: Ich bin ja noch jung – jedenfalls in der Politik.“

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