St.-Lucas-Kirche in Scheeßel

Maria und Josef in mini

Die Hirten haben sich in Position gebracht, Maria und Josef an der Krippe auch. Den Erzähler mimt ausnahmsweise Pastor Jens Ubben.

Scheeßel - Von Lars Warnecke. Maria und Josef auf dem Weg nach Bethlehem, die Geburt Christi im Stall ... – man kennt das. Und doch ist es immer wieder schön, gehört ein Krippenspiel in der Kirche für viele doch genauso zum Weihnachtsfest wie der geschmückte Tannenbaum und die Geschenke darunter. Besinnlich und ruhig leitet es den Heiligen Abend ein und entlässt alle Besucher mit einem wohligen Gefühl nach Hause. Auch die Kirchengemeinde Scheeßel setzt die Tradition fort, die Weihnachtsgeschichte aus dem Lukas-Evangelium an Heiligabend als Krippenspiel aufzuführen – mit Text und verteilten Rollen. Ein Probenbesuch.

Janne, sechs Jahre alt, und der zwölfjährige Lukas versuchen, müde dreinzuschauen. Schließlich spielen die beiden Maria und Josef. In Decken gehüllt, schreiten sie langsam herüber zum Altar. Janne, die darauf bedacht ist, dass das Kissen für ihren Babybauch nicht wegrutscht, reicht Lukas ein Mikrofon und der Vorkonfirmand erhebt seine Stimme: „Bitte lasst uns herein, wir suchen nach einer Übernachtungsmöglichkeit“, sagt er, den Text von einem Blatt ablesend. Zunächst werden sie an allen imaginären Türen abgelehnt. Bis sie an einen Wirt kommen, der ihnen seinen Stall anbietet. „Okay, stopp mal kurz“, ruft Matthias Helmstädt. Szenenwechsel. Der 20-Jährige gibt die Anweisungen. Gemeinsam mit Thore Schouten (17). Noch läuft in der Kirche nicht alles nach Plan. Doch bis heute, nach wochenlangen Proben, sollte der Text sitzen – dann spielen die rund 20 Kinder die Weihnachtsgeschichte – einige mit, einige ohne Sprechrollen.

Neuzugang Helmstädt, welcher seinen Freiwilligendienst derzeit im Kirchenkreis ableistet, und Schouten, schon zum dritten Mal als Probenleiter dabei, haben die Sechs- bis Zwölfjährigen um sich versammelt. Gemeinsam gehen sie den Text durch, überlegen, wie die Mädchen und Jungen am besten stehen sollen, sodass auch alle Zuschauer sie gut sehen können.

Dann geht’s weiter. Janne und ihr zwei Köpfe größerer Schauspielkollege stehen vor dem Altar, machen es sich im Stall gemütlich. Neben dem Paar steht bereits die Krippe. Ansonsten fehlt es noch an Requisiten. Jens Ubben kommentiert das Geschehen – ausnahmsweise. Da der Erzähler heute nicht dabei sein kann, hat der Pastor den Sprecherpart übernehmen müssen. Hirten, die in der Nähe mit ihren Schafen rasten, erscheinen auf der Kirchenkanzel Engel. Die verkünden ihnen im gleißenden Schein die frohe Botschaft und die Geburt Jesu, Gottes Sohn, der von Bethlehem Licht in die Welt bringen soll. „Geht bitte ein bisschen in Deckung da oben, man sieht noch zu viele Engel!“, fordert Ubben die Mädchen, die jetzt noch eigentlich gar nicht in Erscheinung treten dürften, energisch auf. Es ist der zweite Durchlauf, und der läuft trotz dem verpatzten Einsatz der Engel schon viel besser als der erste. Die Texte sitzen ganz gut. Fast alle kommen ohne Spickzettel aus. „Aber ihr müsst insgesamt langsamer und vor allem deutlicher sprechen. Die Kirche wird rappelvoll sein!“, gibt Matthias Helmstädt, von allen nur „Matze“ genannt, den Kids mit auf den Weg. Und noch eine Voraussetzung sollte erfüllt werden: „Die Generalprobe muss schief gehen – das war immer so und dann klappt es“, sagt Jens Ubben mit einem Lachen. Die wenigen Eltern, die die Probe von der Kirchenbank aus mitverfolgen, sind jedenfalls nach dem, was sie zu sehen bekommen haben, emotional mitgerissen. Und so wird es wohl auch an Heiligabend sein.

Janne, die die Maria mimt, freut sich darauf, vor Verwandten und Freunden in der Kirche aufzutreten: „Das ist toll! Und wenn wir dann nach Hause kommen, liegen die ganzen Geschenke unter dem Baum“, sagt sie nach der Schlussaufstellung. Diese Vorfreude wird sie wohl mit dem gesamten Ensemble teilen. In den Gottesdiensten am Montag um 15 Uhr und um 16.30 Uhr wird das Krippenspiel in der St.-Lucas-Kirche mit musikalischer Unterstützung der Jugendband „ChurchChills“ aufgeführt. So viel steht fest: Das gibt eine schöne Bescherung.

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