Margret Harmsen erinnert sich an Hippie-Begegnung beim ersten Festival

Zur Musik gibt’s einen Joint

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Camping beim ersten Festival – direkt vor der Bühne.

Scheeßel - Von Ulla Heyne. Immer, wenn Margret Harmsen das Wort Hurricane hört, muss sie an das erste Festival am Eichenring denken. 1973 war das. Damals firmierte es noch unter „Es rockt in der Heide“ und zog sich dank der Spielfreude von Stars wie Chuck Berry, Jerry Lee Lewis, Chicago, Manfred Mann’s Earth Band, Lou Reed bis in die tiefe Nacht vom Montag hin.

„Damals war mein Mann Pressesprecher des MSC Eichenring“, erzählt das Scheeßeler Urgestein, „und als ein kleines Grüppchen Hippies sich anschickte, seine Zelte aufzubauen, bot mein Mann ihnen spontan den Unterstand für den MSC-Trecker an“. Die Gäste revanchierten sich: Als man abends gemeinsam auf dem grünen Wall saß, der schon damals die Rennbahn begrenzte, kreiste der Joint. „Warum nicht?“, dachte sich das Ehepaar Harmsen, „allerdings mussten wir furchtbar husten…“ Und so wirklich traurig sei man auch nicht gewesen, dass die mitgebrachte Tüte nur zweimal die Runde machte.

Margret Harmsen erinnert sich gerne zurück.

Fast 30 Jahre später besuchte Harmsen mit ihrer Tochter Kreta. „Bei Matala gab es so Höhlen, in denen in den 70ern die Hippies gehaust hatten.“ Sie folgten der Beschreibung des Reiseführers, die wilden Zeiten schienen jedoch vorbei – es war niemand mehr dort. „Dafür war der Strand schön, und wir haben Steine und Muscheln gesammelt“, erinnert sich die reisefreudige Unternehmerfrau. Später in der Kneipe nebenan sichteten Mutter und Tochter die Funde. Beobachtet wurden sie dabei von einem der wenigen anderen Gäste, einem Hippie, der auch im Reiseführer unter dem Stichwort „Matala“ abgebildet war: „Scotty“, der letzte Bewohner der Höhlen. Der wischte das gesamte Strandgut vom Tisch und erklärte auf Englisch: „Alles Schrott, bis auf den runden Stein mit dem Loch in der Mitte – der bringt Glück!“ Harmsen fragte, ob sie ein Foto machen dürfe. Scotty willigte ein, für ein Bier ginge das klar. Dabei lachte er. „Als ich seine fehlenden Schneidezähne sah, ging mir ein Licht auf – die hatten 1973 schon gefehlt, an diesem Abend mit Joint auf dem Wall am Eichenring!“ Die Scheeßelerin wollte wissen: „Hast du früher mal Hans geheißen?“ Unnötig zu sagen, dass es noch ein langer Abend auf Kreta wurde, voller gemeinsamer Erinnerungen an das erste Scheeßeler Festival.

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