Manfred Grobrügge aus Wohlsdorf verbringt jede freie Minute in seinem Garten / „Man ist nie fertig“

Wo Shanghai auf Sylt trifft

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Auf seinen Kontrollspaziergängen durch den eigenen Garten entgeht Manfred Grobrügge nichts. Immer dabei: die Heckenschere.

Wohlsdorf - Von Lars Warnecke. Wer das Grundstück von Manfred und Ute Grobrügge betritt, findet in den Ecken Dekorationen und Arrangements, wie sie schöner nicht sein könnten. Ist der allgemeine Hobbygärtner beim Anblick von Garten- und Ambientemagazinen oftmals geneigt zu sagen, dass sich so etwas, wie es sich dort auf den Hochglanzseiten findet, gar nicht umsetzen lässt, so wird er im Garten am Großen Hoorn in Wohlsdorf eines Besseren belehrt.

Ein Hannover-Ausflug in die Herrenhäuser Gärten ist Schuld, dass heute, mitten in der beschaulichen Ortschaft, ein Garten entstanden ist, der seinesgleichen sucht. Damals, im Jahr 2000, war Manfred Grobrügge derart vom Anblick der symmetrisch angelegten Parkanlage begeistert, dass der Landkreis-Mitarbeiter damit begann, sich vor der eigenen Haustür eine Art Pendant zu schaffen. Ehefrau Ute erinnert sich: „Er war völlig heiß darauf, anzufangen.“ Das Resultat: ein Buchsbaum-Herz, das von nun an die Blicke auf sich ziehen sollte – und bei weitem nicht nur jene der Nachbarn. Der Anfang für eine symmetrische, mit Ornamenten verzierte Grünanlage, die auch heute noch den Vorgarten der Grobrügges ziert, war gemacht.

Übrigens, die Leidenschaft für den „Buxus sempervirens“, so der Fachausdruck für das Gewächs, ließ den heute 54-Jährigen nicht mehr los. „Ich habe mir damals 27 Sorten von verschiedenen Baumschulen besorgt und sie vermehrt“, berichtet Grobrügge. Das glaubt man ihm gerne, „buchst“ es in dem 5000 Quadratmeter großen Garten heute doch an allen Ecken und Enden.

Und nicht nur das: Wer über die verschlungenen Wege spaziert, vorbei an liebevoll dekorierten Sitzplätzen, wähnt sich auf einer Weltreise durch die Botanik. Hier ein nach den Regeln des Feng Shui gestalteter asiatischer Bereich inklusive diverser Bambus-Sorten und Senkgartensitzecke, dort ein Garten, der mit seinem mediterranen Flair unfreiwillig Erinnerungen an den letzten Spanien-Urlaub wachrüttelt, und wieder andernorts eine kleine Beach-Ecke, die mit Sand, Teich, Schilf und einer Fotowand der Insel Sylt nachempfunden ist. „Die hat sich meine Frau damals so gewünscht“, schmunzelt der Wohlsdorfer mit dem grünen Daumen.

Dass sein Hobby nicht einfach nur ein Hobby von vielen ist, damit hat sich Ute Grobrügge schon längst abgefunden. „Er verbringt jede freie Minute im Garten, manchmal bekomme ich ihn gar nicht zu Gesicht“, erzählt sie. Selbst Sonntagsmorgens sei er schon mit dem ersten Hahnenschrei auf den Beinen. „Diese Zeit genieße ich am meisten: Wenn gerade die Sonne aufgeht und kein Autokrach stört“, begründet Manfred Grobrügge sein frühmorgendliches Ritual.

Seine Ehefrau selbst hält sich aus der Gartenarbeit weitestgehend heraus – lediglich um die Balkonpflanzen kümmert sie sich noch selbst. „Manni hat einfach das bessere Feingefühl dafür, ich würde da nur im Weg rumstehen“, sagt sie.

Auch für die Zukunft hat sich der 54-Jährige, dessen Vater vor Ort ebenso tatkräftig mitmischt, viel vorgenommen. „Mit so einem Garten ist man ja nie fertig“, hat er festgestellt. Aber genau das schätzt Grobrügge auch an seinem Hobby – immer wieder neue Sachen anzufangen und sich nach getaner Arbeit an dem Resultat zu erfreuen. Zuletzt hat er den eigenen Innenhof verschönert.

Und was stellt der Wohlsdorfer in den dunklen Herbst- und Wintermonaten an? „Da warten in meiner Werkstatt noch ein paar Steinblöcke auf mich – so ein Garten ganz ohne Skulpturen ist ja auch irgendwie nur ein halber Garten.“

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