Bartelsdorfer schafft Beförderungs-Lastenrad für die Dorfgemeinschaft an

Mama-Taxi mal nachhaltig

Über die Möglichkeit nachhaltiger Mobilität freuen sich Ulrich Hollmann (v.l.) und seine Auszubildenden Tobias Hagemann und Alpha Oumar Sow.
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Über die Möglichkeit nachhaltiger Mobilität freuen sich Ulrich Hollmann (v.l.) und seine Auszubildenden Tobias Hagemann und Alpha Oumar Sow.

Bartelsdorf – Es hat drei Räder, eine Fahrgast-Kabine und bietet Platz für vier kleine Gäste – wenn es nach Ulrich Hollmann geht, dann wäre das stylishe, in den Firmenfarben weißblau gestreifte E-Bike mit der Aufschrift „Nachwuchs-Beförderung“ bald noch viel häufiger in Bartelsdorf und umzu zu sehen. Der Inhaber eines Malerbetriebs mit sieben Gesellen, drei Auszubildenden und derzeit einem Praktikanten hat den High-Tech-Hingucker im Wert eines Kleinwagens im Mai angeschafft – jedoch nicht für sich, sondern als nachhaltiges Transportmittel für die Dorfgemeinschaft.

Aufmerksam geworden war der 53-Jährige auf das in Städten zunehmend beliebtere Gefährt bei Veranstaltungen der Landesinnung des Malerverbands Niedersachsen. „Da waren immer mal wieder Lastenräder im Einsatz“, so Hollmann. Als eine Mitarbeiterin sich über „Job-rad“ zwei E-Bikes als Diensträder leaste, beschloss der Technik-affine Unternehmer, zu Imagezwecken ein solches Trendrad anzuschaffen: „Eine Win-Win-Situation, ein nachhaltiger Kinder- oder Lastentransport zum Nulltarif, und für uns etwas Werbung.“

Die Idee ist ebenso simpel wie unbürokratisch: Wer sich den Turbo-Lastenesel ausleihen möchte, meldet sich telefonisch oder über „WhatsApp“ bei Maler Hollmann. Voraussetzung ist lediglich die Mitgliedschaft in einem Bartelsdorfer Verein oder der Feuerwehr. Der Fahrspaß kostet keine Gebühren, noch nicht einmal eine Kaution muss hinterlegt werden. „Hier auf dem Dorf geht das auf Treu und Glauben“ – gegen Unterschrift kann es mit dem aufgeladenen Rad für bis zu 100 Kilogramm Zuladung losgehen.

Nichtsdestotrotz ist der Zuspruch bisher eher mäßig. Seit Mai hat der Lastenesel mit Anschaffungskosten im mittleren vierstelligen Bereich erst 300 Kilometer auf dem Tacho. Genutzt wird er bis jetzt vorwiegend im Bekanntenkreis, und auch Lehrling Alpha Oumar Sow nutzt ihn für seine wöchentliche Einkaufstour nach Scheeßel. Bis jetzt hat Hollmann seine Idee lediglich in einer Dorf-internen „WhatsApp“-Gruppe geteilt, „gut möglich, dass viele hier noch gar nichts von dieser Möglichkeit mitbekommen haben“. Er wünscht sich, dass die Neuigkeit und möglichst auch bald das Gefährt im Ort die Runde macht.

Die E-Bikes sind nur ein Baustein in Hollmanns Bemühungen um Nachhaltigkeit und CO2-Neutralität, einem erklärten Ziel des Bartelsdorfers. Drei Firmenfahrzeuge sind E-Autos, aufgeladen werden sie von einer Fotovoltaikanlage auf dem Dach. Geheizt wird mit Holzpellets – noch, denn wenn die Pläne des Bartelsdorfers aufgehen, könnte er bald auf Strom aus einem eigenen Klein-Windrad umsteigen. Das Ziel: Irgendwann Energie-autark zu sein, auch wenn dies noch Zukunftsmusik ist. „Ich bin kein Grüner, aber die Umwelt liegt mir schon am Herzen“, meint Hollmann, bei dem nach eigenem Bekunden „jede Schraube sortiert und recycelt wird“.

Inzwischen ist der Malermeister selbst stolzer Besitzer eines E-Bikes, das er sogar zu Baustellen- oder Kundenbesuchen nutzt, wo immer sich dies anbiete. „Früher bin ich nur selten Fahrrad gefahren“, meint Hollmann. Seit dem Sommer hat er mit dem Neuerwerb mehr als 1 000 Kilometer zurückgelegt und ist von der neuen E-Mobilität begeistert: „Im Endeffekt bewegt man sich mehr als früher.“  hey

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