Combi-Markt: Mehrheit der Bürger für Standortvariante zwei

Ein mächtiges Meinungsbild

Der Combi-Markt in der Variante zwei. An der B 75 soll eine grüne Raumkante entstehen. 

Scheeßel - Es ist das endgültige Aus für die Gebäudekante: 331 Bürger waren dem Aufruf der Gemeinde nachgekommen, ihre Meinung zum Standort des Combi-Marktes schriftlich kundzutun. Am Donnerstagabend legte die Verwaltung im Bau- und Planungsausschuss nun das Ergebnis vor. Und das deckt sich mit dem, was sich schon vorher abgezeichnet hatte: Die große Mehrheit will den Vollsortimenter nicht unmittelbar am Standort Mühlenstraße/Ecke Bremer Straße sehen.

In Zahlen sprachen sich 286 Bürger für die sogenannte Variante zwei aus, die eine Platzierung des Gebäudekörpers hinten am Amtsvogteipark vorsieht. Nur 45 favorisieren das Gebäudekante-Modell. „Den Rat möchte ich sehen, der sich gegen dieses Ergebnis stellt“, kommentierte Ausschussmitglied Detlev Kaldinski (SPD) die Befragung. „Überrascht und erfreut“, äußerte er sich über die Resonanz, die bei einem derartigen Verfahren in Scheeßel nie größer gewesen sei. „Dadurch und durch die bereits in den sozialen Medien gewonnenen Einsichten haben wir Politiker jetzt ein ganz klares Meinungsbild bekommen.“

Das sah auch Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele (CDU) so, die stets keinen Hehl daraus gemacht hatte, der Gebäudekantenvariante den Vorzug zu geben. „Die Entscheidung liegt aber nach wie vor bei der Politik“, betonte sie. Ihr zufolge habe es bei den Anregungen aus der Bevölkerung immer wieder die gleichen Punkte gegeben – angefangen von den Müllcontainern und der Anlieferzone über das Für und Wider des nunmehr zur Bundesstraße vorgelagerten Parkplatzes bis hin zu dem Argument, dass die Gebäudekante zu massiv aussehen würde.

„Mich erinnert das an Karstadt“

„Mich hat das alles an Karstadt in der Hamburger Stadtmitte erinnert“, so Kaldinski mit Blick auf die erste Variante. „Wir sind aber auf dem Dorf.“ Auch Wolfgang Bassen (CDU) sprach sich gegen die Kante aus. „Das Gebäude wird so nun besser versteckt, während die Amtsvogtei durch eine grüne Wand gut geschützt ist“, meldete er sich zu Wort. Das einzige, was seiner Fraktion Kopfschmerzen bereite, sei nun der prägnant große Parkplatz. „Für uns ist eine Gestaltung mit Bäumen und Pflanzen daher absolut erforderlich“, betonte Bassen. Dafür sei nun der Investor in der Pflicht, ein entsprechendes Konzept zu erarbeiten – nicht nur die Auflockerung des Platzes betreffend, sondern auch für die Ausbildung einer grünen Raumkante entlang der B75. Ein Vorschlag, der am Tisch auf ungeteilte Zustimmung gestoßen war. Ebenso der Vorschlag, ausschließlich Bäume mit einer Wuchshöhe von mindestens acht Metern (Raumkante) beziehungsweise sechs Metern (Parkplatz) zu pflanzen. Und: An der Bundesstraße soll nach Vorstellung der CDU-Fraktion in unmittelbarer Nähe zur Bushaltestelle eine Treppenlage entstehen, über die ebenfalls der Markt zu erreichen ist. Den Altbestand an Bäumen, die die grüne Kante tangiert, wollen die Politiker so weit es geht erhalten wissen.

„Eine Raumkante per Bäume ist sicher auch eine Möglichkeit“, befand Dittmer-Scheele. „Wenn sich eine Mehrheit dafür findet, dann müssen wir uns aber vertraglich vom Investor zusichern lassen, dass der nicht nur die Bäume pflanzt, sondern für sie auch die Pflege übernimmt“ Das gelte auch für die begrünte Wand im Bereich der Anlieferzone.

Bis auf Ratsherrn Ernst-August-Kröger (CDU), der weiterhin an Variante eins festhielt, brachte das Gremium die von der Union vorgeschlagenen Maßnahmen einstimmig auf den Weg. Die endgültige Entscheidung erfolgt im Gemeinderat.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

20. Etappe: Froome hat vierten Toursieg so gut wie sicher

20. Etappe: Froome hat vierten Toursieg so gut wie sicher

Gute Stimmung auf dem Campingplatz beim Deichbrand

Gute Stimmung auf dem Campingplatz beim Deichbrand

Bartels trifft gegen Ex-Club, aber Werder verliert

Bartels trifft gegen Ex-Club, aber Werder verliert

Israel nimmt nach Anschlag Bruder des Attentäters fest

Israel nimmt nach Anschlag Bruder des Attentäters fest

Meistgelesene Artikel

Chester Bennington beim Hurricane: „Einer der besten Auftritte“

Chester Bennington beim Hurricane: „Einer der besten Auftritte“

Mittelalter-Markt in Höperhöfen: „Liberi Effera“ brechen das Eis

Mittelalter-Markt in Höperhöfen: „Liberi Effera“ brechen das Eis

Aus, Schluss und vorbei: Letzte Videothek im Südkreis macht dicht

Aus, Schluss und vorbei: Letzte Videothek im Südkreis macht dicht

Sattelzug hat 17 Tonnen Hühnerkot zu viel geladen

Sattelzug hat 17 Tonnen Hühnerkot zu viel geladen

Kommentare