Not macht erfinderisch

Rohrbruch legt Varel und Büschelskamp trocken

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Raife Baraz schöpft aus ihrer Regentonne Wasser. „Irgendwie muss man ja die Toilettenspülung am Laufen halten“, sagt die Büschelskamperin. 

Büschelskamp/Varel - Von Lars Warnecke. Ohne fließendes Wasser in die neue Woche starten mussten am Montag die Einwohner von Varel und Büschelskamp. Ein Wasserrohrbruch in der Haupttransportleitung verursachte laut Versorger EWE-Netz die unvorhergesehene Trockenheit. 43 Haushalte waren betroffen. Stundenlang saßen die Bürger beider Siedlungen auf dem Trockenen, machten aber das Beste daraus.

„So ein Tag ohne fließendes Wasser ist doch nicht schlimm. In vielen armen Ländern gibt es oft sehr lange keins“. Raife Baraz ist die Ruhe in Person. Gemächlichen Schrittes nimmt sie Kurs auf die Tonne hinterm Haus und füllt einen Plastikeimer mit Regenwasser – nicht zum ersten Mal an diesem Tag übrigens. Ihren Worten nach würde einem jetzt erst so recht bewusst, dass das ausgefallene Leitungswasser nicht nur zum Kochen oder Duschen verwendet würde, sondern etwa auch für die Toilettenspülung. Für Letztere hat die Büschelskamperin gerade wieder die Reserven aufgefüllt. Mit der nächsten Wäschefuhre muss sie aber wohl noch ein bisschen warten.

Wie Raife Baraz saßen ausnahmslos alle Bewohner von Varel und Büschelskamper ab den frühen Morgenstunden auf dem Trockenen, mussten sich mit Mineralwasser waschen, sich an einer provisorischen Zapfstelle bedienen oder aus dem Brunnen schöpfen – sofern denn einer auf dem eigenen Grundstück vorhanden war. Man behalf sich, so gut es ging. Mitarbeiter der EWE suchten derweil das Leck – und wurden auf einem Maisfeld an der Straße „Varel“ fündig. Wie Unternehmenssprecher Gert Kallmeyer erklärt, sei es dort über Nacht zu einer Bodensenkung gekommen, die die unterirdische Leitung habe bersten lassen. Männer einer Fachfirma hätten das betroffene Rohr freigelegt und mit einem Schieber verschlossen.

Bis zum späten Nachmittag sollte der Schaden behoben sein – und tatsächlich: Gegen 16 Uhr floss das kostbare Nass wieder aus den Hähnen. Bis dahin waren etliche Anrufe von verwunderten Kunden in der Oldenburger Firmenzentrale oder im Scheeßeler Rathaus eingegangen.

Der erste, der zum Hörer griff, war Bauunternehmer Gerd Ostenfeld. „Ich habe gleich um kurz nach vier Uhr morgens die EWE-Hotline angerufen und auf das Problem hingewiesen“, sagt der berufsbedingte Frühaufsteher. Nicht mal eine Stunde später seien die Techniker auch schon vor Ort gewesen. „Hätten wir das vorher gewusst, hätten wir unser Wohnmobil zwecks Duschen noch rechtzeitig mit Wasser volllaufen lassen“, schmunzelt der Büschelskamper. So habe man sich lediglich mit einer Katzenwäsche begnügen und für den morgendlichen Kaffee auf die Wasserflasche zurückgreifen müssen. Ostenfeld sieht‘s gelassen. „Ich und meine Frau sind Camper, man kann auch mal mit weniger auskommen.“ Darüber hinaus sei ein solcher Vorfall ja nicht das erste Mal passiert: „Früher, als es noch Überlandleitungen gab, fiel hin und wieder der Strom aus, das kennt man noch aus der Kindheit“, sagt Astrid Ostenfeld. „Bis jetzt haben wir uns hier in der Siedlung immer ganz gut helfen können.“

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