Gefährlicher Scherz: Unbekannte entfernen in Bartelsdorf mehrere Gullydeckel

Löcher, wo keine sein dürften

Carola Basner-Weide und Ehemann Frank vor ihrem Haus in der Straße Auf der Brake. „Sogar diesen schweren Gullydeckel haben die Täter aufgehoben“, sagen sie. Fotos: lw

Bartelsdorf - Von Lars Warnecke. Als Carola Basner-Weide (57) und ihr Mann Frank (52) am Samstag frühmorgens den Heimweg vom Zeitungsaustragen antraten, trauten die beiden Boten ihren Augen nicht: An der Ecke Lange Straße/Vor der Brake in Bartelsdorf, unweit ihres Hauses, entdeckten sie nach getaner Arbeit ein Loch, das sich vor ihren Füßen am Fahrbahnrand auftat. Unbekannte hatten sich einen gefährlichen Streich erlaubt, indem sie den Kanalschachtdeckel an Ort und Stelle aufhoben und anschließend achtlos ins Gras warfen. „Wer so etwas tut, spielt doch mit der Gesundheit anderer Menschen!“, spielt Frank Basner, der seiner Frau an diesem Morgen bei der Zustellung zur Hand gegangen war, auf die gefährliche Stolperstelle an.

Dabei sollte es nicht nur bei einer bleiben: An sage und schreibe vier weiteren Stellen, alle in der Straße Auf der Brake, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Sportplatz und zur Mehrzweckhalle, machten sich die Übeltäter zu Schaffen. „Sogar einen schweren, runden Gullydeckel haben die hochgehievt bekommen“, wundert sich Carola Basner-Weider über die geballte Manneskraft, die hier im Spiel gewesen sein musste.

Beherzt nahm das Paar noch am gleichen Morgen die Sache selbst in die Hand – und führte die Deckel getreu der Devise „Gefahr erkannt, Gefahr gebannt“ wieder ihrem angestammten Platz zu. „Einen der Verschlüsse habe ich sogar aus unserem Garten einsammeln müssen“, so Frank Basner, für den das rasche Eingreifen „eine Ehrensache“ gewesen sei. „Wer weiß, was sonst noch passiert wäre?“

An die Polizei hat sich das Paar nicht gewandt. Auch, nachdem die zwei Austräger den Vorfall Jens Indorf, dem stellvertretenden Ortsbürgermeister, gemeldet hatten, ist die Sache bis jetzt noch nicht zur Anzeige gebracht worden. Indorf war es auch, der den beiden von einer Vereinsfeier der Fußballer vom Bartelsdorfer SV erzählte, die am Vorabend, nach einem Kreisligaspiel in der nahegelegenen „Sportbude“, stattgefunden haben soll. „Er befand das natürlich auch nicht als in Ordnung“, so Basner-Weide. „Prinzipiell ist so eine Feierei ja auch nicht verwerflich, aber wenn dabei am Ende solche Entgleisungen auf dem Nachhauseweg stattfinden, wohl schon“, sagt die 57-Jährige.

Indorf möchte sich auf Nachfrage zu den Vorkommnissen vom Wochenende nicht großartig äußern, meint nur, die Angelegenheit solle wohl nun vereinsintern aufgearbeitet werden. Das bestätigt Mark Meyer, Vorsitzender des Sportvereins, gegenüber unserer Zeitung. „Ob es tatsächlich unsere Jungs waren oder doch jemand anderes, ist überhaupt noch gar nicht klar“, betont er. Demnach hätten an der Feier auch Gäste des Vereins teilgenommen.

„Und wer weiß, vielleicht stehen die Vorkommnisse ja auch gar nicht im Zusammenhang mit dem SV“, bringt Frank Basner, der Gullydeckel-Held von Bartelsdorf, eine dritte Variable ins Spiel. Dass es sich bei der Tat nicht etwa nur um einen einfachen Dummen-Jungen-Streich handelt, weiß Polizeisprecher Jens Platen zu berichten. „Eine solche Tat ist schon ein sehr gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr und kann mit einer saftigen Geldbuße oder mit bis zu fünf Jahren Gefängnis geahndet werden“, macht der Hauptkommissar auf die möglichen Konsequenzen aufmerksam.

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