Rollstuhlfahrerin wünscht sich barrierefreie Querungshilfe

Letzte Hürde: Grünstreifen

Bis hierher und nicht weiter: Janthe Schröder hat Schwierigkeiten, mit ihrem Rollstuhl über die Straße zu gelangen. Der unebene Grünstreifen stellt ein zu großes Hindernis für die Hetzwegerin dar. Fotos: Warnecke

Hetzwege - Von Lars Warnecke. Janthe Schröder hat ein Problem. Nicht, dass die Rollstuhlfahrerin im Leben nicht vorankommen würde – das tut die Hetzwegerin souverän trotz Handicap. Aber am Mühlenende, auf dem Weg zum gegenüberliegenden Machangeleck, ist auf dem Fuß- und Radweg auch für sie Schluss. Mit ihrem fahrbaren Untersatz über den buckeligen Grasstreifen auf die andere Seite der Kreisstraße gelangen, wo es eben keinen Fuß- und Radweg gibt? Für Schröder ist das fast unmöglich. Dabei würde die etwas abschüssig gelegene kleine Heidefläche mit ihrem alten, unter Naturschutz stehenden Wacholderstrauchbewuchs – eine von zwölf Stationen des vom Hetzweger Kulturverein ausgewiesenen Erlebnispfades – zu jenen Plätzen zählen, an denen sie sich am liebsten im Dorf aufhält. „Selbst mit einer Begleitperson habe ich dort als fitte Rollifahrerin zurzeit große Schwierigkeiten, zumal da auch noch ein Gefälle hoch zur Kreisstraße ist.“ Alleine, betont sie, würde sie es gar nicht schaffen. „Und auf der Kreisstraße zu rollern, halte ich für lebensgefährlich, da hier viel Verkehr und Tempo-100 herrscht.“

Schröder, die auch im Vorstand des Kreisbehindertenbeirates mitmischt, ist der Bereich schon seit längerer Zeit ein Dorn im Auge. Ihr Wunsch: eine vernünftige, barrierefreie Querungshilfe möge an Ort und Stelle geschaffen werden, beispielsweise in Form einer Aufschotterung oder einer geteerten Fläche. „Ich würde mich jedenfalls sehr darüber freuen, da das Ganze die Entdeckertour noch aufwerten würde und es Menschen mit Kinderwagen, Rollator, Rollstuhl, Fahrrad und auch zu Fuß – besonders für ältere Menschen – eine Erleichterung brächte, diesen schönen Ort erleben zu können.“ Und dies, ergänzt sie, „auch noch ohne fremde Hilfe, also im Sinne des Inklusionsgedankens selbstständig und selbstbestimmt.“

Mit ihrem Anliegen war Janthe Schröder neulich auch schon an den Hetzweger Ortsrat herangetreten – mit dem Ergebnis, dass dieser die örtliche Situation mit der Straßenbaubehörde des Landkreises und der Gemeinde auf kleinem Dienstweg einmal genauer begutachten möchte. Ob eine Querungshilfe möglich sei oder nicht, werde sich bei dem Ortstermin herausstellen, hieß es in der Sitzung. Für die Rollifahrerin ist diese Vereinbarung jedenfalls schon einmal ein Schritt in die richtige Richtung. Dass Politik und Behörden am Ende einen für sie zufriedenstellenden finden könnten, davon ist Schröder überzeugt. „Etwas weiter entfernt, in Richtung Westerholz, gibt es an der Kreisstraße ja schließlich auch schon eine gute geteerte Querung.“

Bleibt noch der mit Gras bewachsene Feldweg zu erwähnen, der bergauf vom Mühlenende zum Machangeleck führt. Stoße sie als Gehandicapte nicht auch dort an ihre Grenzen? „Nein, der ist relativ fest und mit Rollstuhl gut zu befahren“, beteuert Schröder. „Hier sehe ich keinen Handlungsbedarf.“

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