Westerescher Dörpsverein will neue Dorfmitte vollenden

Der letzte Baustein fehlt noch

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Lange Zeit fristete der alte Schweinestall neben dem Westerescher Hof ein trostloses Dasein. Nun soll die Immobilie als Versammlungsstätte für die örtliche Landjugend hergerichtet werden.

Scheeßel/Westeresch - Von Lars Warnecke. Wo einstmals grunzende Borstentiere ihr Dasein fristeten, soll schon bald die Jugend ein neues Domizil finden. Lange lag der alte Schweinestall auf dem Gelände des Westerescher Hofes im Dornröschenschlaf. Damit soll nun Schluss sein – findet der örtliche Dörpsverein. Er will das alte Gemäuer zum nutzbaren Teil des bereits seit dem Jahr 2000 in der Mache befindlichen Dorfzentrums machen.

Es sei ein letzter Baustein, um das nahezu vollends aus eigenen Mitteln bestrittene Projekt „Neue Dorfmitte“ perfekt zu machen, so Vereinsvorsitzender Reinhard Wahlers. Zwei Räume, schweben den Ehrenamtlern vor, sollen in der ehemaligen Stallung hergerichtet werden – einer für sportliche Ertüchtigungen, der andere als Hort für die Westerescher Landjugend. Die, so Wahlers, bilde im Ort immerhin eine äußerst aktive Gemeinschaft, die dringend einen eigenen Treffpunkt benötige.

Daran hegt auch Ortsbürgermeister Ernst Behrens (CDU) keinen Zweifel. Zumindest habe es während einer gut besuchten Dorfversammlung Anfang des Jahres unter den Anwesenden schon einmal eine 80-prozentige Zustimmung für das mit rund 140.100 Euro zu Buche schlagende Projekt gegeben.

Dass die Westerescher diese Kosten nicht komplett aus der eigenen Tasche bestreiten können, ist klar. Darum hat der Dörpsverein nachgerechnet und einen Antrag an die Gemeinde gestellt, das Vorhaben mit 40.000 Euro zu subventionieren. Weitere Zuschüsse könnten laut Finanzierungsplan vom Landkreis (17.800 Euro) und vom Amt für regionale Landesentwicklung (49.000 Euro) fließen. Der Verein selbst nimmt sich mit 31.000 Euro in die Pflicht. „Eine schlüssige Sache, hinter der sehr viele verantwortungsbewusste Menschen stehen“, befand dann auch Günter Bassen (CDU) während der jüngsten Sitzung des Sozial- und Sportausschusses. Ihm zufolge sollte die Jugend gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels Unterstützung erfahren.

Wie positiv ein Jugendraum für ein Dorf wie Westeresch sein kann, machte Wolhsdorfs Ortsbürgermeister Hans-Jürgen Conrad (CDU) an seiner eigenen Ortschaft deutlich. „Seitdem unser Heimatverein vor elf Jahren ein solches Domizil geschaffen hat, haben wir eine richtig starke, eigenverantwortliche Landjugend, deren Mitglieder mitunter auch in unseren Vereinsvorständen vertreten sind.“ Früher, als junger Mensch, sei man bei Zusammenkünften in die Kneipe gegangen. „Das ist heute nicht mehr so, was vielleicht auch gar nicht einmal so verkehrt ist.“

„Schön und gut“, befand Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele (CDU), „nur woher sollen wir das Geld nehmen?“ Der aktuelle Gemeindehaushalt, bereits von der Politik abgesegnet, biete zumindest keinen Spielraum mehr. „Früher konnten wir vielleicht noch überplanmäßige Ausgaben bewerkstelligen, doch angesichts der Investitionen in unsere Flüchtlingsunterkünfte sehe ich da heute keine Chance.“

Nachtragshaushalt soll Lösung schaffen

Das Problem: Damit der Dörpsverein überhaupt in den Genuss einer Förderung kommt, müssten die entsprechenden Mittel noch in diesem Jahr fließen. Und auch der Ausbau verlangt keinen Aufschub über 2016 hinaus.

Da unter den Ausschussmitgliedern an der Richtig- und Wichtigkeit des Vorhabens allerdings kein Zweifel bestand, verständigte man sich darauf, vom Rat einen Nachtragshaushalt auf den Weg bringen zu lassen, in dem der gemeindliche Finanzierungsposten eingestellt werden soll. Für Reinhard Wahlers, der gemeinsam mit seinem Vereinskollegen Hermann Röhrs der Sitzung beiwohnte, ist das ein Signal in die richtige Richtung. „Dabei hatten wir eigentlich schon gehofft, den von uns mitgebrachten Beutel voller Geld befüllt wieder mit nach Hause zu nehmen“, scherzen die beiden Ehrenamtler.

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