Leistungspflügen in Bartelsdorf / Kleinste Abweichung kann Sieg kosten

Auf Zentimeterjagd

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Geschicklichkeit und sauberes Arbeiten sind beim Leistungspflügen gefragt – schon die kleinste Abweichung kann den Sieg kosten.

Bartelsdorf - Präzision, Kontinuität und ein souveräner Umgang mit dem Fahrzeug – das sind die Attribute, die ein erfolgshungriger Leistungspflüger mitbringen sollte. Am Wochenende konkurrierten 55 angehende Junglandwirte der Berufsbildenden Schulen (BBS) Rotenburg um den Sieg beim Leistungspflügen auf dem Rittergut Veerse zwischen Bartelsdorf und Scheeßel. Mit den mehrere Tonnen schweren Gespannen begaben sie sich auf Zentimeterjagd.

Die Anspannung steht den jungen Teilnehmern ins Gesicht geschrieben, die Wertungsrichter geben letzte Tipps. Dann ist es soweit: Die Duellanten begeben sich zu ihren Zugmaschinen, ein letzter Blick schweift über den Pflug, der Motor des Traktors beginnt zu röhren. Langsam aber bestimmt setzt sich ein Fahrzeug nach dem anderen in Bewegung, jetzt bloß keinen Fehler machen. Geschafft: die Furche ist vollendet, die Begutachtung startet.

Beim Leistungspflügen, das merkten die Teilnehmer, kommt es vor allem auf einen gefühlvollen Umgang mit den riesigen Landmaschinen an. Veranstaltet wird der Wettbewerb der Auszubildenden im Landkreis Rotenburg von der niedersächsischen Landwirtschaftskammer, den zuständigen BBS Rotenburg sowie vom Landvolk. In den Disziplinen Dreh-Erst-, Dreh-Zweit- und Beetpflüger trat der Nachwuchs an. Allein 44 Anwärter auf den ersten Platz versuchten sich – aufgeteilt in zwei Gruppen – als Erstpflüger. „Mit der Resonanz sind wir sehr zufrieden“, sagte Landvolk-Sprecher Sebastian Kuhlmann.

Seit knapp 50 Jahren treten die Azubis – unter ihnen dieses Mal ein weiblicher Anteil von knapp 15 Prozent – regelmäßig zum Duell mit Zugmaschine und Pflug an. Die Landmaschinen der Teilnehmer stammen von ihren jeweiligen Ausbildungsbetrieben. „Ziel beim Leistungspflügen ist es, ein keilförmig abgestecktes Beet mit seinem Pflug zu bestellen und hierbei – innerhalb eines vorgegebenen zeitlichen Rahmens – maximal 100 Punkte zu erreiche“, erläuterte Kuhlmann das Prozedere.

Mit allerhand Messwerkzeug und Hilfsmitteln machten sich die Wertungsrichter nach jedem Durchlauf daran, die Ergebnisse zu begutachten. Die richtige Tiefeneinstellung des Pfluges, die Geradlinigkeit der Furchen, der Gesamteindruck – sie haben einen ausgeklügelten Bewertungskatalog, den sie nach Abschluss des Pflügens ausfüllen, um anhand von Punktzahlen schließlich die drei Besten der einzelnen Kategorien zu ermitteln.

Mit insgesamt 85 von 100 Punkten belegte Steffen Fastenau aus Walsrode den ersten Platz in der ersten Gruppe der Erst-Pflüger, dicht gefolgt von Ole Harms aus Damnatz und Nikolai Sachs aus Bothel. Die zweite Gruppe der Erstpflüger führte Johannes Kregel aus Visselhövede an (84,5 Punkte), der damit Jendrik Sibberns aus Geestland und Janes Tamm aus Scheeßel auf die Plätze zwei und drei verwies.

Bei den Dreh-Zweitpflügern erkämpfte sich Jan Harms aus Hanstedt mit insgesamt 84 Punkten den ersten Platz, gefolgt von Sebastian Peters aus Stemmen und Norman Kehlbeck aus Warpe. Bei den Beetpflügern konnte Justine Engel aus Stemmen Platz eins für sich entscheiden. Ihr Wettbewerb allerdings lief etwas außer Konkurrenz, war sie in ihrer Disziplin immerhin als Einzige von ursprünglich fünf gemeldeten Teilnehmern angetreten.

lw

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