Janne Mommsen begeistert im Meyerhof mit seiner Lesung aus „Die Insel tanzt“

Lebendig, authentisch und humorvoll

Der Schriftsteller Janne Mommsen versteht es, sein Publikum zu fesseln. - Foto: Ujen

Scheeßel - Der Hamburger Janne Mommsen hat kein Publikum. Er hat eine Fan-Gemeinde. Und mit Blick auf seinen neuen Roman wird diese auch eher wachsen denn schwinden. „Die Insel tanzt“ lautet der Titel des Buches, aus dem der 56-jährige Schriftsteller auf Einladung des Büchereifördervereins und der Kulturinitiative Scheeßel (Kis) jetzt im Meyerhof las. Dabei ist Mommsen kein Vorleser im üblichen Sinne. Als selbsterklärter Entertainer und Schauspieler lebt er förmlich die von ihm vorgetragenen Zeilen – und nimmt die Zuhörer für sich und seine Protagonisten ein.

Die Insel Föhr hat es ihm angetan. Sie ist Schauplatz all seiner Romane. „Ich beschreibe die Insulaner so, wie sie sind. Das geht inzwischen voll in Ordnung, denn ich habe ihr Vertrauen gewonnen“, sagt der gebürtige Kieler, der in seinem früheren Leben als Krankenpfleger, Werftarbeiter und Traumschiffpianist gearbeitet hat und nebenbei auch Drehbücher und Theaterstücke schreibt. Aufpassen müsse man jedoch, dass keine Persönlichkeitsrechte verletzt werden. „Meine Bücher werden deshalb auch durch die Hausjuristin des Rowohlt Verlags recherchiert und überprüft.“

Die Protagonisten von „Die Insel tanzt“ sind die zehnjährige Leevke und ihr alleinerziehender Vater Jan Clausen, seines Zeichens Reetdachdecker auf der Insel Föhr, den Leevke gerne wieder unter die Haube bringen möchte. Der Witwer ist zwar tief verwurzelt in seiner „friesischen Karibik“, doch irgendwann wird ihm alles zu viel, nicht zuletzt durch die zickige Lehrerin Gesche mit ihren Erziehungstipps für seine Tochter. Da eröffnet Sina Hansen, einst Primaballerina am Flensburger Ballett, eine Salsa-Tanzschule auf ihrer Heimatinsel und Jan lässt sich von Leevke zu einem Kurs überreden. Weil er Talent beweist, will ihn Sina auf einen Salsa-Wettbewerb der nordfriesischen Inseln schicken und zwar ausgerechnet mit der Salsa-begabten Lehrerin Gesche.

„Wer letztendlich Jans Herzensdame wird und viele wegweisende Einzelheiten verrate ich hier natürlich nicht“, so Mommsen, aber der leere Büchertisch zum Abschluss seiner Lesung sprach Bände für das große Publikumsinteresse. Unermüdlich signierte er, nahm sich viel Zeit für Gespräche.

Eine spannende Begebenheit am Rande war der Besuch der Lesung durch die gebürtige Scheeßelerin Viola Meienburg, geborene Schulz, die in Wyk auf Föhr ein Geschäft für Damenbekleidung betreibt. Janne Mommsen beschreibt sie in seinem Buch „Aus Omas Erdbeerparadies“ aus besagten rechtlichen Gründen als „bügelnd, rothaarig und mit Locken“, obwohl blond und mit Kurzfrisur. Eine Kundin daraufhin: „Sie bügeln ja tatsächlich, aber was um Himmels willen haben sie denn nur mit ihren Haaren gemacht?“

Mit den Worten: „Sie haben uns die Insel Föhr, die Landschaft und den urigen Menschenschlag so richtig schmackhaft gemacht, sodass wir ernsthaft überlegen, dort bald hinzufahren“, verabschiedete Mitorganisatorin Ursula Ujen den Erfolgsautor unter großem Applaus der Zuhörerschaft. - hu

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