Schmiedeberg: Gemeinderat Lauenbrück lehnt Anliegerwünsche ab

Keine Bremsschwellen in Tempo 30-Zonen

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Die Wirkung von Temposchwellen ist umstritten. Der Lauenbrücker Rat sieht keine Notwendigkeit für die bauliche Erhebung.

Lauenbrück - Von Hannes Ujen. Im Info-Brief Juni 2018 der Gemeinde Lauenbrück heißt es: „Zahlreiche Anlieger des Schmiedebergs haben sich mit einer ’Petition pro Temposchwellen‘ an die Gemeinde gewandt und fordern den Einbau von Temposchwellen zur Gewährleistung der Sicherheit und Reduzierung der Unfallgefahr.“ Diese Schreiben stand jetzt auf der Tagesordnung in der Sitzung des Gemeinderats Lauenbrück und wurde eingehend diskutiert – letzten Endes sprach sich der Rat gegen die „Huckel“ aus.

Eine Temposchwelle, auch Brems- oder Fahrbahnschwelle genannt, ist eine quer zur Fahrtrichtung angeordnete bauliche Erhebung auf der Fahrbahn, die zu einer Geschwindigkeitsverringerung führen und damit zur Verkehrsberuhigung beitragen soll. Die daraufhin in vielen Kommunen errichteten Bremsschwellen erzielten jedoch häufig nicht die erhoffte Wirkung und wurden zum Teil wieder zurückgebaut.

Verkehrsmessungen sprechen gegen Bau

Samtgemeindebürgermeister Tobias Krüger berichtete zu diesem Thema: „Wir haben in Tempo 30-Zonen umfangreiche Verkehrsmessungen durchgeführt; mit dem Ergebnis, dass sich 85 Prozent der Autofahrer mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 33,7 km/h an das Tempolimit gehalten haben.“ Das sei ein sehr guter Wert und er sehe deshalb keinen Grund, Bremsschwellen einzubauen.

Gegen die Installation von Temposchwellen sprachen sich auch etliche Ratsmitglieder aus den drei Fraktionen der SPD wie Wolfgang Rosenbrock, der CDU mit Horst Milbrodt und Bündnis 90/Die Grünen mit Monika Freitag aus. Zusammengefasst wurden folgende Kritikpunkte ins Spiel gebracht, die gegen Fahrbahnschwellen sprechen: So würden sie trotz Beschilderung von Auto- und Radfahrern oftmals erst spät erkannt und der durch sie verursachte Stoß sei auch bei niedrigen Geschwindigkeiten recht hoch.

Es sei auch nicht nur der Autoverkehr betroffen, sondern alle Verkehrsteilnehmer wie zum Beispiel Radfahrer, Busse, Rettungs- und Winterdienstfahrzeuge. Auch die angestrebte Lärm- und Schadstoffverringerung trete in vielen Fällen nicht ein, da die Fahrzeugführer vor der Schwelle abbremsen und anschließend wieder beschleunigen (unstetige Fahrweise). Des Weiteren können insbesondere kurze Schwellen beim Überfahren zu Schäden am Fahrzeug führen. Die Folge seien Schadenersatzforderungen, die in vielen Fällen bereits erfolgreich durchgesetzt wurden.

Letzten Endes fasste der Rat der Gemeinde Lauenbrück den einstimmigen Beschluss gegen den Bau von Erhöhungen in Tempo-30-Zonen. „Wir werden darüber selbstverständlich mit den Anliegern sprechen“, so Lauenbrücks Bürgermeister Jochen Intelmann (SPD), der gleichzeitig darauf hinwies, dass die Gemeinde bei Tempo 30-Zonen die alleinige Entscheidungsbefugnis habe.

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