„Lasst uns Helden werden!“

Eichenschule - viele Einsen vor dem Komma

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Nicht eingeschworen, aber im Abi vereint: Die Abgänger der Eichenschule.

Scheeßel - Um Zeit ging es am Freitag bei der feierlichen Entlassungsfeier für 111 Eichenschüler, die ihr Reifezeugnis in Empfang nehmen durften – die meisten mit dem Abitur in der Tasche, eine Handvoll immerhin mit der Fachhochschulreife.

Schulleiter Christian Birnbaum verzichtete bewusst auf die üblichen „Zutaten“ für eine „Abirede“ – mahnende Worte als „letzte pädagogische Maßnahme“ sowie Sokrates-Zitate über die Verderbtheit der Jugend; bei einem Schnitt von 2,5 mit fast einem Viertel der Schüler, die eine Eins vor dem Komma geschafft hätten, sei „Jugendbashing“ fehl am Platz.

Die Frage, was für ein Jahrgang da abgeht, beantwortete er sich selbst mit: „freundlich, engagiert und open-minded“ – und das nicht nur bei der gemeinsamen Studienfahrt durch die toten Steine Athens. Lob erfuhren die Schüler nicht nur für soziales Engagement, etwa beim SOS-Team, Inzmühlenfahrten oder Schulsprecherin Anneke Gerken für die Einführung von Schulkleidung, die sogar bei Lehrern und Ehemaligen beliebt sei, sondern „Ihr seid auch der erste Jahrgang, der sich an die Abmachungen bei den Abistreichen gehalten hat“.

Er übte indes auch Kritik: „Ihr wart kein eingeschworener Jahrgang.. Gerade die 70-jährige Geschichte der Eichenschule mit der „geradezu irrwitzigen“ Gründung in schwierigen Nachkriegszeiten zeige, wie wichtig Gemeinsinn sei.

Auch Ute Tiedemann im Namen der Eltern und Lehrerin Susanne Rünger zeichneten in ihren Reden den Zeitstrahl der Abiturienten nach, von den „Bad Girls“ (im ersten Theaterstück in der fünften Klasse) bis zu den „Blaubären“ des Abimottos, wagten jedoch auch einen fiktiven Blick in die Zukunft, mit Jobs wie Telechirurg, Roboterberater oder Virtual-Reality-Designer. Mit Loriot warnten sie vor dem entworfenen Szenario zwischen „Schöner neuer Welt“ und „The Circle“: „Man muss nicht alles tun, was machbar ist.“

Frederik Munko: juristisch 1,0 - rechnerisch 0,9

Den Vogel schossen Béla Conteh und Tula Böschen mit ihrem Versuchsbericht ab – nämlich, ob Lernen im Oberstufenraum möglich sei. Sie protokollierten ebenso komisch wie zugewandt Zusammenbrüche, Heimlichkeiten und Liebesgeschichten im „zweiten Wohn-, Ess- und manchmal auch Schlafzimmer“, berichteten von ungeschriebenen Gesetzen wie „nie Motivation“ oder „grundsätzlich müde sein“. So bekamen nicht nur die „Probanden“ des Langzeitexperiments ihr Fett weg, sondern auch die „Lebensform Lehrer“. Ganz gleich, ob duales Studium oder Welterkundung winken – Bela forderte die Mitstreiter auf: „Lasst uns Helden werden!“

Ähnlich erfrischend nahmen sich die musikalischen Beiträge des Orchesters, der Delighted Blues Band und des Chores mit beziehungsreichen Titeln wie „Hit the Road, Jack“ mit schauspielerischen Einlagen, oder „Clocks“ aus.

Mit dem Thema Zeit hatte sich auch der von einem Religionskurs des Abijahrgangs gestalteten Gottesdienst beschäftigt. Hier war das Thema „Neuanfang“.

Bei der Ehrung herausragender Einzelleistungen fiel immer wieder ein Name: Frederik Munko. „Juristisch hat er einen Schnitt von 1,0 erreicht, rechnerisch sind es 0,9“, so Oberstufenkoordinator Karsten Frick. Aber auch Engagement im musischen und Theaterbereich wurden mit einer Rose und Sachpreisen gewürdigt. - hey

Die Absolventen im Überblick

Eichhorst, Mayra Elwes, Ella Feustel, Anselm Flau, Eric Daniiel Fleischer, Ole Florin, Fabian Frenzel, Merle Gallus, Anneke Sophia Gerken, Tabea Gerken, Johanna Katharina Haase, Kira Heidelberg, Antonia Henkis, Ria Hensel, Johannes Herbicht, Laura Heuer, Marleen Heuer, Hannah Louisa Heyne, Alexander Hoffmann, Pauline Holsten, Anneke Malin Hoppe, Monique Hoyer, Deetje Hüsig, Jannik Indorf, Julian Serafin Jäger, Tobias Kölkes, Matthias Kröger, Hanna Krüger, Sevda Kurt, Jörg Leskien, Mirko Lohmann, Ann-Katrin Meyer, Henry Meyer, Sarah Meyer, Jannis Michaelis, Tinka Miesner, Franz Müller-Scheeßel, Pia Müller-Scheeßel, Frederik Munko, Saida Music, Louisa-Christin Nagel, Martin Neumann, Detje Niemann, Justin Perschon, Jan-Lukas Pils, Torge Plückhahn, Sinja Prange, Rafael Prien, Lina Sophie Rathjen, Luisa Rathjen, Ben Renken, Samuel Richts, Sebastian Röhrs, Julia Rosenberg, Leon Schnackenberg, Anna Schreiner, Calvin Schröder, Jan-Philip Schröder, Joannis Tjarde Schwenk, Florian Striebeck, marcus Surmann, John Leonard Swensson, Helen Tewes, Anna Töpfer, Annika Trau, Alexander Urban, Dario Veltri, Max Versemann, Alruhn Wehde, Fabian Weihe, Arvid Wickert, Pia Willenbrock, Jannis Winter, Markus von Fintel

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