Nach 17 Jahren: Scheeßeler Gemeinderat macht Weg für Temp 30 im Mühlenkampsfeld frei

Langsam zum Ziel

Schnurgerade führt der Mühlenkamp hinter den Märkten an der B75 vorbei. Das verführt natürlich zum Schnellfahren. 
Foto: Warnecke
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Schnurgerade führt der Mühlenkamp hinter den Märkten an der B75 vorbei. Das verführt natürlich zum Schnellfahren. Foto: Warnecke
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Scheeßel – Tempo 30 ist in Scheeßels Wohngebieten schon lange nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel. Auch die Anwohner im Mühlenkampsfeld, jenes Viertel, durch das sich die Straßen Mühlenkamp, Schlehenweg, Ginsterweg, Fliederstraße, Rosenstraße, Nelkenstraße und Wilhelm-Cord-Müller-Straße ziehen, wünschen sich, dass Autos vor ihrer Haustür langsamer fahren – und das seit geraumer Zeit schon. So hat es seitens der Gemeinde schon im Jahre 2003 Bemühungen gegeben, dem Wunsch zu entsprechen. Über ein Gestaltungskonzept hinaus war eine 30-er-Zone seitdem aber nicht gelangt. Das Thema war zunächst zu den Akten gelegt worden – auch, weil die Politik sich seinerzeit keine einheitliche Meinung über die Einrichtung weiterer Tempo-30-Zonen im Beeke-Ort machen konnte.

Sage und schreibe 17 Jahre später nimmt das Projekt „Verkehrsberuhigung im Mühlenkampsfeld“ nun aber doch noch Fahrt auf – einer mit Unterschriften untermauerten Protestbekundung seitens der Anliegerschaft sei Dank. In ihrem Antrag dazu heißt es unter anderem, dass vor allem im Mühlenkamp laufend zu schnell gefahren werde. Und weiter wörtlich: „Besonders zugenommen hat auch der Lkw-Verkehr. Diese kommen von der B 75 und wollen zum Bäcker oder Penny, können aber nicht auf dem Parkplatz parken. So parken sie auf dem Mühlenkamp und fahren dann weiter. Sie stellen dann fest, dass sie schlecht durch den Mühlenkamp fahren können. Manche Fahrzeuge müssen zurücksetzen, weil sie nur schwer an parkenden Autos vorbeikommen, sie wenden dann in der Fliederstraße oder fahren durch die Wilhelm-Cord-Müller-Straße. Andere fahren einfach über den Bürgersteig und beschädigen diesen.“

Besondere Sorge bereite den Anwohnern die Situation, wenn erst der Combi-Markt da sei. „Da wird sich wohl noch so manches Drama abspielen, denn der Mühlenkamp ist im Navi als Durchgangsstraße gespeichert, er ist aber ein reines Wohngebiet“, bringen es die Betroffenen zu Papier. Entsprechend sollten in Zukunft auch nur Fahrzeuge mit einem Gewicht bis zu 7,5 Tonnen den Bereich befahren dürfen.

Die Politik jedenfalls will endlich mitspielen. Einstimmig gab der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung der Verwaltung den Auftrag auf den Weg, verkehrsbehördlich beim Landkreis eine Tempo-30-Zone für das Quartier zu beantragen. Auch ein aktuelles Konzept zur Ausgestaltung – mit Schildern und Piktrogrammen – liegt vor.

Ob der Plan in dieser Form eins zu eins aber verwirklicht werden kann, bleibt noch abzuwarten. „Wir werden uns diesbezüglich noch mit der Straßenverkehrsbehörde abstimmen müssen“, kündigte Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele (CDU) in der Ratssitzung an.

Von Lars Warnecke

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