Das lange Warten

Start für weitere Wohnbebauung in Westeresch verzögert sich erneut

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Vor dem Maisacker ist für die Straße Am Rahberg Schluss. Ihr loses Ende soll mit dem der Straße Am Sandberg U-förmig verbunden werden. 16 neue Wohnbaugründstücke können entstehen.

Die Westerescher wollen Klarheit, ein für alle Mal – und zwar darüber, ob und wie es mit der Wohnbebauung im Dorf weitergehen soll. Nur ganz so einfach ist das mit der Transparenz offenbar gar nicht, wie sich am Dienstagabend in der gut besuchten Ortsratssitzung herausstellen sollte.

Westeresch - Fakt ist: Das vor rund 20 Jahren erschlossene Baugebiet an den Straßen Am Sandberg und Am Rahberg könnte nun, nachdem die meisten Grundstücke veräußert sind, im Zuge der dörflichen Eigenentwicklung um einen zweiten Abschnitt mit 16 Bauplätzen wachsen. So wäre der heutigen Generation junger Einwohner die Möglichkeit gegeben, ihren Traum vom Eigenheim zu verwirklichen. Und so ist es auf Anraten der Bezirksregierung damals, im Jahre 1998, in einem städtebaulichen Vertrag, unter dem die Grundstückseigentümergemeinschaft Behrens/Wahlers und die Gemeinde Scheeßel ihre Unterschriften setzten, auch ganz klar geregelt.

Fakt ist aber auch: Nachdem das Thema in den vergangenen Jahren immer wieder zur Sprache gekommen war, der Ortsrat im März 2018 schließlich die Weiterentwicklung des Baugebiets via Beschluss festgezurrt hatte, waren die Erwartungen im Dorf, dass endlich Bewegung in die Sache kommen würde, hoch. Nur ist man heute, eineinhalb Jahre später, zum Leidwesen vieler Westerescher noch immer nicht einen Schritt weitergekommen. Aus zwei Gründen, führte Ortsbürgermeister Ernst Behrens (CDU), der selbst zu den besagten Grundstückseigentümern zählt, aus. Zum einen sei da das Vertragswerk, in dem der gesamte Flächennutzungsplan festgeschrieben stünde. „Da es zwischenzeitlich zu Veränderungen gekommen ist und die Baulanderschließung komplett die Gemeinde macht, ist sie der Meinung, dass es deshalb einen neuen Vertrag geben müsse – da hakt es jetzt noch ein bisschen.“

Für ihn sei jedenfalls klar: „Wir sind 1998 für das gesamte Verfahren so mit dem Vertrag, den wir damals gemacht haben, angetreten.“

Zum anderen sei seiner Auskunft nach in den vergangenen Wochen ein neues Geruchsgutachten zur emissionsrechtlichen Einordnung für die Ortschaft erstellt worden. „Das wird demnächst der Gemeinde vorgestellt“, so Behrens. „Danach, wahrscheinlich Ende Oktober, will sie mit dem Landkreis und dem Gutachter zu einem endgültigen Termin zusammenkommen, damit man Klarheit hat, wie sich das letztlich alles insgesamt darstellt.“

Ob die Vertragsproblematik überhaupt lösbar sei oder ob sich doch wieder alles jahrelang hinziehen werde, wollte jemand aus den Zuschauerreihen wissen. „Die Jugend wandert sonst doch nach und nach aus unserem Dorf ab.“ Genau das, erwiderte Behrens, solle nun im Rahmen des Behördengesprächs erörtert werden.

Öl ins Feuer goss schließlich Ortratsmitglied Hermann Röhrs: „Was zwischen der Gemeinde und den Grundstücksbesitzern läuft und dass wir dadurch nach 18 Monaten immer noch nicht weitergekommen sind, ist eigentlich ein Stück aus dem Tollhaus“, befand er. „Man weiß ja auch nichts Genaues darüber, was hinter den Differenzen steckt – und das schafft Frust im Dorf.“ Dass der Geruch eine gewichtige Rolle für die Verzögerung spielen würde, stellte Röhrs infrage. „Es hieß damals schon, der sei tolerabel.“

Ebenfalls für mehr Transparenz in der Angelegenheit warb Zuschauer Reinhard Wahlers: „Wenn es vertragsrechtliche Probleme gibt, wäre es für alle sehr hilfreich, die Gründe auf den Tisch zu legen.“ Gerade weil das Thema nun schon derart lange andauere, sollte man doch besser mit offenen Karten spielen.

Direkt dazu bezog Frank Thies, der in Vertretung der Bürgermeisterin zugegen war, Stellung: „Ja, die vertragliche Sache muss geklärt werden“, sagte der Verwaltungsmitarbeiter, der einräumte, über das Abkommen und was dahintersteckt nicht im Bilde zu sein.

Im Nachgang zur Sitzung erreichte uns dazu von der Verwaltung eine Stellungnahme. Darin heißt es im Wortlaut: „Es gibt keinen städtebaulichen Vertrag mit den Grundstückseigentümern über einen B-Plan für die Erweiterung des Baugebiets.“ Dieser sei – wie beispielsweise in dem zur Zeit entstehenden Baugebiet in Abbendorf – abzuschließen.

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