Corona in der Drogerie

„Kunden zeigen teilweise auch Unverständnis“

Mareike Warwas

Scheeßel – Mareike Warwas arbeitet in einem Scheeßeler Drogeriemarkt. Wie sie als Kassiererin die Verhältnisse im Geschäft erlebt, darüber haben wir uns mit der 39-Jährigen unterhalten.

Frau Warwas, über zu wenig Kunden können Sie aktuell sicher nicht klagen.

Das ist so, ja. Seitdem es offiziell wurde, dass einige Leute Hamsterkäufe tätigen, wurde bei uns auch vermehrt eingekauft. Wir hatten Tage, da kam es mir vor, als ob Ostern und Weihnachten auf einen Tag fallen würden.

Haben Sie mit „Hamsterkäufern“ schon ins Gericht gehen müssen?

Bei Desinfektionsmitteln ja. Eine Kundin wollte zum Beispiel partout nicht verstehen, dass bei uns jedes Produkt, egal welches, inzwischen nur auf drei Stück beschränkt ist, sie aber die doppelte Menge kaufen wollte.

Müssen sich Ihre Kunden Sorgen machen, dass gewisse Artikel wie Klopapier, Seife oder sonst in der Krise stark nachgefragte Sachen bald nicht mehr zur Verfügung stehen?

Das kann ich gar nicht zu hundert Prozent sagen. Wir bekommen fast täglich neue Ware, und zwar auf Zuteilung. Klar, es kann durchaus mal sein, dass es einen Tag kein Klopapier gibt. Aber dieses wird spätestens zwei Tage später wieder geliefert. Genau so ist es mit den anderen Waren auch. Wenn nun aber die Grenzen geschlossen sind, kann sich das auch leider ändern.

Wie verhalten sich die Menschen im Geschäft mit Blick auf eine mögliche Ansteckungsgefahr?

Es gibt viele Kunden, die sich ordentlich verhalten – sie bezahlen mit Karte, es gibt kaum physischen Kontakt. Dann aber gibt es auch solche, die uns Verkäuferinnen die Schuld geben, wenn etwas gerade mal nicht vorrätig ist. Es kommen auch sehr viele Familien im Kollektiv einkaufen, was ich ehrlich gesagt nicht verstehen kann. Warum bleibt meinetwegen nicht der Vater mit den Kindern zu Hause und nur die Mutter geht eben schnell die Besorgungen machen? Fakt ist, dass wir Kunden haben, die Unverständnis zeigen wegen der Ware. Aber andersrum haben wir auch Kunden, die sagen, dass wir einen super Job machen. Abstand halten die meisten Kunden auch erst seit ein paar Tagen. Seit Neuestem haben wir auch die Abstandsaufkleber auf dem Boden, wie in den Supermärkten auch.

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