„Circus May“ weiter auf Gelände der alten Kornbrennerei

Kulturverein Westerwalsede spendet Futter für Zirkus

Harald Scheer begrüßt eines der Ponys im Circus May.
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Harald Scheer begrüßt eines der Zirkusponys. Insgesamt werden hier täglich 50 Tiere versorgt.

Ostervesede – 1 200 Kilo Pferdefutter, das ist schon eine ganze Menge. Diese Menge und noch einiges mehr wurde nun dem „Circus May“ überreicht, und der kann die Spende mehr als gut gebrauchen. „Wir füttern täglich über 50 Tiere“, erklärt Nino Frank, der gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Tamara May und weiteren acht Personen das Unternehmen führt.

Zur Spendenübergaben waren Harald Scheer, der erste Vorsitzende des Sport- und Kulturvereins Westerwalsede, und Roland Seidel, ebenfalls aktiv im Verein, gekommen. „Ich hatte kurz vor Weihnachten in der Kreiszeitung gelesen, dass das Futter knapp wird“, so Seidel. Kurzerhand sei er losgefahren, habe Möhren und Hundefutter besorgt und sei dann zum ersten Mal auf das Gelände gefahren. Das Grundstück und Gebäude einer stillgelegten Kornbrennerei, gelegen zwischen Benkeloh und Ostervesede, dient der Familie seit Monaten als Aufenthaltsort. „Damals war das mein erster Kontakt mit der Familie. Ich habe dann anschließend mit meinen Vereinsfreunden und auch anderen Leuten in unserem Ort geredet. Schnell war klar: Wir wollen helfen“, sagt Seidel. In den letzten Wochen sind Rundballen Heu und Stroh, ganze Paletten Hundefutter und auch Futtermöhren und Melasseschnitzel gespendet worden. Mit 250 Euro sind Scheer und Seidel zudem zur Firma Hansa Landhandel gefahren und dort zögerten die Verantwortlichen nicht. Schnell wurde die Spende soweit „veredelt“, dass eben jene 1 200 Kilo zusammen kamen, die jetzt von den Westerwalsedern überreicht wurde.

„Wir sind wirklich sehr dankbar“, so Nino Frank. Er ist mit seiner Familie in einer wahrlich schwierigen Situation. „Wir wissen nicht, wie es weitergeht“, schildert Tamara May. 48 Städte habe sie in den letzten Wochen angeschrieben, „aber wir bekommen nur Absagen“. Wahrscheinlich muss die Zirkusfamilie noch viele weitere Monate überbrücken.

Mit der Futterspende kämen sie etwa einen Monat aus – dennoch ist klar, dass die Familie mit ihren Tieren sich mehr oder minder von der Hand in den Mund ernähren muss. „Uns ist das alles unheimlich unangenehm, wir wollen ja nicht betteln“, so May. Sie und alle anderen seien es gewohnt, zu arbeiten, um den Lebensunterhalt zu verdienen. Zu der Spendenübergabe war auch Hans-Jürgen Schnellrieder, Grünen-Ratsmitglied der Samtgemeinde Fintel, gekommen. „Besonders schwierig ist die Lage auch, weil die Familie schon seit November 2019 keine Einnahmen mehr generieren konnte. Somit fallen auch die Hilfsprogramme des Bundes weg, es gibt keine Möglichkeit, die Gelder zu beantragen“, berichtet er. Er blickt zumindest positiv auf die noch notwendige Nutzungsänderung des Geländes. Denn diese muss noch von der Samtgemeinde Fintel beschlossen werden. „Im Moment handelt es sich um eine Sondergenehmigung, die es ermöglicht, das Industriegebäude zu nutzen. Hinzu kommt, dass das Gelände als Wald in den Unterlagen verzeichnet ist – da müssen wir nochmal ran“, so der Politiker.

„Weil wir weiter auf Spenden angewiesen sind, möchten wir auch betonen, dass jeder Besucher unter Einhaltung der coronabedingten Abstände uns willkommen ist“, so Frank. Zu erreichen ist die Familie unter der Rufnummer 01525 / 7543445. Wer möchte, könne auch eine Tierpatenschaft abschließen, weitere Informationen hierzu gibt es auch in der Facebook-Gruppe „Freunde des Circus May“. jtb

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