„Es hat einfach nicht gepasst“

Kulturinitiative wird nicht in den Heimatverein aufgenommen

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Kultur für den Ort machen – mit diesem Vorhaben hat sich die Kis vor fünf Jahren gegründet. Bis heute ist sie eine Abteilung der Kulturinitiative Rotenburg. Das wird sich bald ändern.

Scheeßel - Von Lars Warnecke. Versuch macht klug, sagt der Volksmund. Die Kulturinitiative Scheeßel (Kis) hat es versucht. Seit ihrem Bestehen firmierte sie als Unterabteilung des Muttervereins, der Kulturinitiative in Rotenburg. Nach einigen, die Zusammenarbeit betreffenden Querelen kündigt sich nun aber der Bruch an.

Die Scheeßeler Ehrenamtlichen wollen eigene Wege gehen, wenn möglich jedoch nicht als eigenständiger Verein. Mit der Idee, eine neue Bleibe im Heimatverein Scheeßel zu finden, ist die Kis aber gescheitert.

Verschiedene Mentalitäten treffen aufeinander

Nein, von einer verzweifelten Bemühung, von einem Strohhalm, an den man sich geklammert habe, will Kis-Mitglied Bernd Braumüller nicht sprechen. Von einer Idee stattdessen, von einem Abwägen, inwiefern die Kulturschaffenden und die Brauchtumspfleger tatsächlich miteinander kooperieren könnten. Um das auszuloten, hätten sich er und die weiteren Verantwortlichen gemeinsam an einen Tisch gesetzt. „Mit dem Ergebnis, dass es für beide Seiten keine gute Idee gewesen wäre“, lässt der Griemshoper und Ex-Vorsitzende der Rotenburger Kulturinitiative wissen. Zu unterschiedlich seien die Mentalitäten, zu differierend die Inhalte, meint Braumüller.

Das bestätigt auch Uwe Wahlers, seines Zeichens Vorsitzender des Heimatvereins. Ihm und seinen Mitstreitern sei die Aufnahme neuer Gruppen keinesfalls neu, betont der Scheeßeler. So habe sein Verein erst im vergangenen Jahr Freddy Schmidt und dessen Schulmusikanten als neue Abteilung unter die eigenen Fittiche genommen. „Aber dieses Mal hat es aus Sicht unseres Vorstandes einfach nicht 100-prozentig gepasst“, meint Wahlers.

Konkrete Gründe möchte er nicht beim Namen nennen. Nur so viel: „Ich bedauere es, dass es zu keiner Zusammenarbeit kommen wird. Aber wenn Personen dabei sind, die keinen eigenen Verein gründen wollen, weil sie sich dann an bestimmte Vorgaben halten müssten, die zum Beispiel das Finanzgebaren oder die Werbung des Vereins betreffen, darf man sich nicht darüber wundern, dass ein bestehender Verein nicht dazu bereit ist, das unter diesen Bedingungen zu machen.“ Letztendlich trage immerhin der Vorstand die Gesamtverantwortung und müsse „sein Kreuz dafür herhalten“, formuliert es der Vorsitzende.

Alles läuft auf eine Vereinsgründung hinaus

Genau das, so hat es den Anschein, wollte die Kis seit ihrer Gründung vor fünf Jahren fortwährend vermeiden. „Wir opfern eh schon unsere Freizeit, alles andere ist nervig“, gibt Braumüller zu verstehen. Von Verwunderung, beteuert er, könne jedenfalls nicht die Rede sein. Er, wie auch weitere Köpfe der Kis, seien selbst Mitglied im Heimatverein. „Ich persönlich bin nun einmal ein großer Freund der Vernetzung, soll heißen: Statt immer gleich einen neuen Verein zu gründen, kann man durchaus auch etwas zusammen machen.“

Dass den Scheeßeler Kulturschaffenden nun wohl aber nichts anderes übrig bleiben wird, als sich neu aufzustellen, mit allen Vor- und Nachteilen– Uwe Wahlers sieht darin das geringste Übel. „Wo ist das Problem? Man nimmt ganz einfach eine Satzung, übernimmt die bestenfalls von der Kir, führt eine Mitgliederversammlung durch – und schon hat man einen Verein“, sagt er. Aufwendig sei dieses Prozedere jedenfalls nicht.

Für den Moment stockt die Abspaltung

„Wir gucken jetzt, wie wir unsere Arbeit weitermachen wollen“, so Braumüller. Er sei der Ansicht, dass es tatsächlich zur Vereinsgründung kommen wird. Dafür brauche man aber die Zeit und die Ruhe, um alles zu besprechen. „Wir sind schließlich nur Ehrenamtler und keine Firma, in der es Kündigungsfristen einzuhalten gilt.“

Vor diesem Hintergrund wird es vorerst noch nicht zu der angestrebten Mitgliederversammlung der Kir kommen, in der die Trennung offiziell vollzogen werden soll. Wie deren Chef Uwe Goldschmidt erklärt, stünde ein Termin für diese Zusammenkunft noch in den Sternen. Damit ist außerdem klar, dass Goldschmidt und seine beiden Kolleginnen, Dorothee Clüver und und Susanne Löning, vorerst weiterhin kommissarisch als Vorstand fungieren. Denn eine erneute Kandidatur machen die Drei von der Abspaltung der Kis abhängig. Das war auch der Grund, weshalb sie sich bei der Anfang des Jahres angesetzten Vorstandswahl nicht erneut als Kandidaten zur Verfügung gestellt hatten.

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