Kronkorken ohne Ende

„Brennholz-Manni“ Manfred Wahlers stellt zweites Benefiz-Fest auf die Beine

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Manfred Wahlers’ Kronenkorkensammlung für den guten Zweck war ein voller Erfolg.

Westerholz - Freibier, Grillwürstchen für lau, ebenso wie die Livemusik zum Akkordeon – und das an einem Montag? In Westerholz wurde gefeiert. Komisch nur, dass die anreisenden Besucher Tüten voller Dosen im Gepäck hatten, XXL-Tüten randvoll mit Kronenkorken oder gleich einen ganzen Hänger voller Schrott. Die Erklärung: Westerholz zelebrierte ein Kronenkorkenfest.

Zum zweiten Mal hatte Urgestein Manfred Wahlers alias „Brennholz-Manni“ in Sothel, Westeresch und Westerholz die Werbetrommel gerührt, um einen launigen Abend auf dem Grillplatz am Dorfgemeinschaftshaus mit einem guten Zweck zu verbinden. 

Wie das geht? Sämtliche Erlöse aus den Schrottspenden, die in den Behältern und zwei Containern gesammelt werden, aber auch die vom Unterstützerkreis „Beekelöwen“ verkauften Lose für die große Tombola kommen dem Kinderhospiz Löwenherz zugute. In der Erstauflage 2014 waren so stolze 1 200 Euro zusammen gekommen.

Wie „Brennholz-Manni“ auf die Idee zum Dorffest mit Hintergrund kam? „Eine lange Geschichte“, winkte er ab. Am Anfang habe die Idee eine Deutschland-Werbetour für Löwenherz mit dem Trecker gestanden. „Als daraus nichts wurde, stand ich ja in der Schuld, weil ich den Mund so weit aufgemacht hatte.“ Die Idee zum ersten Kronenkorkenfest war geboren. Das Engagement ringt auch Ilse-Marie Voß Respekt ab, die an diesem Abend mit zwei Mitstreiterinnen einen Info-Stand betreute: „Manni, das ist einer, der einfach macht!“

Viele Sponsoren vereinigt

In der Tat: Die Zapfgarnitur hat der engagierte Ehrenamtler allein aufgestellt und angeschlossen, mehr aber noch: Er hat viele Sponsoren vereinigt – von Hol-Ab-Chef Hartmut Viets, der 50 Liter Freibier stiftete, über den Ortsrat, der Brot und Teller übernahm, bis zum Schlachter Miesner für die Würstchen. 

Die Shantys zur Akkordeonbegleitung von Siegrid Bammeyer aus Winsen/Aller waren ein Geschenk an sich selbst: „Das hab‘ ich mir einfach mal gegönnt!“ Das Engagement für das Hospiz ist für ihn naheliegend, „nicht nur, weil wir im Ort eine betroffene Familie haben. Ich selbst habe fünf gesunde Kinder – Grund genug, sich zu engagieren.“

Während Freunde aus Dötlingen, die eigens mit dem Wohnwagen angereist war, um zu helfen, sich um den Grill kümmerten, lud Andreas Rugen aus Hassendorf einen Miststreuer in den bereits mit alten Fahrrädern, einem Trampolingestell und allerlei anderem Metall gefüllten Container. Er hatte sich spontan entschieden zu kommen, als ihm Heinfried Dittmer am Vortag von der Aktion erzählte. 

Mischung aus Spaß und Spenden

Allein die Kratzbodenkette komplett mit Antriebswelle wiegt mehr als eine halbe Tonne – Materialwert: mindestens 80 Euro. Anwohnerin Maren Metze wusste schon länger von der Wiederauflage und hat mit ihrer Familie seit längerem Kronenkorken gesammelt – am Ende ist es ein ganzer Fahrradanhänger voll geworden.

Die Mischung aus Spaß und Spenden fand auch das Lob von Ortsbürgermeister Wolfgang Kirschstein, der den zahlreichen Beteiligten dankte: „Wir sprechen hier über das Leid von Menschen. Wenn Kinder und ihre Familien betroffen sind, ist es besonders schmerzhaft. Wie gut, dass es Stellen gibt, wo das Kinderleid gelindert wird!“ Westerholzer Kronenkorkenprinz wurde erneut Bernhard Pietrzyk mit mehr als zwei Kubikmetern des Altmetalls für den guten Zweck.

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