Auftritt von „Deportes de Conejos“

Ein Konzert mit fliegenden Fingern

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Erik Wengler (v.l., Thorsten Güsen und Uli Meyer zogen im Nötel-Haus alle Register ihres Könnens (nicht im Bild: Horst Runnebaum).

Scheeßel - Ein guter Griff ist Hermann Grütter von der Kulturinitiative Scheeßel (Kis) gelungen mit der Verpflichtung von „Deportes de Conejos“ für ein abendliches Konzert im Nötel-Haus.

Die Rotenburger Gruppe spürte vor einem ausverkauften Saal die Verbindungen auf zwischen Jazz, spanischem Flamenco und Rock‘n‘Roll-Rhythmen. Ein Auftritt mit fliegenden Fingern. Manchmal scheint’s, als klänge ein ganzes Gitarrenorchester, wenn Horst Runnebaum (akustische Gitarre), Uli Meyer (elektrische Gitarre) und Thorsten Güsen (Bässe) in die Seiten greifen. 

Ach ja, und dann ist da noch Erik Wengler (Cajon und Percussion), der aus seiner kleinen „Schießbude“ mit Cajon, Hi-Hat, diversen Becken, Bongos und Chimes buchstäblich alles herausholt, was nur geht – und das mit bloßen, leicht bepflasterten Händen.

Allein das Eingangsstück „Agua con gas“, eine Eigenkomposition des Bassisten, gleicht einer musikalischen Offenbarung, und man merkt: Das Quartett versteht sich fast blind. Ein kurzer Blick und in Bruchteilen von Sekunden kommen die Einsätze und Passagen punktgenau in flamencoartiger Stilistik bei den Zuhörern an.

Viele ihrer Songs wie „El Castillo de Arena“ tragen spanische Namen, ohne dass sie dafür einen traditionellen Flamencobezug benötigen. Aber auch Charles Dickens wird mit „Mr. Pickwick“ (komponiert von Horst Runnebaum) ins Rennen geschickt.

Enorme Spielfreude

In der ungewöhnlichen Kombination mit akustischer und elektrischer Gitarre schöpfen Runnebaum und Meyer im sicheren Zusammenspiel einen vielfältigen, oft überraschenden Klang. Darüber hinaus werden Carlos Santanas „Samba Pa Ti“ oder „Sultans of Swing“ von den Dire Straits musikalisch auf links gedreht und wiedererkennbar neu zubereitet. Mit enormer Spielfreude, technischer Versiertheit auf ihren Instrumenten sowie hör- und sichtbarem Spaß schaffen die Rotenburger die Basis für einen äußerst lebendigen, groovenden und erdigen Rhythmus.

Nach zwei Zugaben verabschiedet das Scheeßeler Publikum die Band mit stehenden Ovationen. Übrigens, der Name „Deportes de Conejos“ bedeutet Kaninchensport, „was doch durchaus unserer Spielweise im rasanten Zick-Zack-Kurs entspricht“, sagt Percussionist Erik Wengler augenzwinkernd.

hu

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