Veranstaltung am 28. und 29. Juli

Wie plant man einen Trachtensommer? Heiko Klee gibt Einblicke in die Organisationsarbeit

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An der Bundesstraße  75 und anderen Stellen im Ort werben große Banner und Pferdekutschen für den Trachtensommer der „Originalen“ in zwei Wochen auf dem Meyerhof.

Scheeßel - Der erste „Scheeßeler Trachtensommer“ naht – und mit der umbenannten, mehrtägigen und internationalen Trachtenbegegnung der Original Scheeßeler Trachtengruppe rückt auch der Besuch von insgesamt neun Tanz- und Musikensembles näher, die am 28. und 29. Juli ihre Kostüme, Tänze und Lieder in zwei großen Showprogrammen zum Besten geben.

Zu jeder der Gruppen mit insgesamt rund 140 Akteuren aus fünf Ländern könnte der Vorsitzende Heiko Klee eine Geschichte erzählen, wurden die besuchenden Formationen doch auch in diesem Jahr sorgfältig ausgewählt, um den Besuchern auf dem Meyerhofgelände ein breit gefächertes Programm zu bieten.

Wie man sich die Arbeit eines „Bookers“, so der neudeutsche Begriff für den Bandbuchungs-Verantwortlichen, im Bereich der Trachtenvereine vorstellen muss? Das, was Klee erzählt, deckt sich ziemlich mit der Arbeit der Profis bei großen Festivals: Persönliche Beziehungen, Vernetzung, Beobachtung der Szene und Recherche im Internet sind Komponenten, auf deren Grundlage ein möglichst vielfältiges und rundes „Line-Up“, also Bühnenprogramm, entsteht. 

„Zu einigen der Gruppen pflegen wir seit Jahrzehnten freundschaftliche Beziehungen“, so der Vereinschef, „die fragen immer mal wieder an, ob sie kommen dürfen – oder wir laden sie ein, wenn der letzte Auftritt schon einige Zeit zurückliegt.“ Denn langweilig werden soll es auf der Meyerhofbühne schließlich nicht. In dieser Auflage sind beispielsweise die Gruppen aus Ungarn, Zypern und Oberfranken alte Bekannte.

Bei Youtube kann man sehen, was die Gruppen zu bieten haben

Andere Gruppen werden den Scheeßelern empfohlen – „es gibt einige Netzwerker, auf deren Empfehlungen sich man gut verlassen kann“, so der Vorsitzende. Und schließlich spielt, Tradition hin oder her, auch das Medium Internet heute eine Rolle, wenn es darum geht, noch nicht persönlich bekannte Ensembles zu sichten und einzuschätzen, ob sie ins eigene Programm passen. Youtube-Clips von eigenen Auftritten sind heutzutage fast schon Standard, auch die Darbietungen bei der in der Tanz- und Trachtenszene richtungsweisenden Veranstaltung „Europeade“ sicherten einigen Formationen den Start in Scheeßel.

Zu guter Letzt müssen die Verfügbarkeiten der Gäste abgeglichen werden, besonders wenn sie aus dem Ausland kommen und weitere Wege zurückzulegen haben. Dabei sei es gängige Praxis, dass die Formationen mehrere Auftritte auf unterschiedlichen Festivals miteinander verbinden, damit die Reise und zum Teil lange Anfahrten sich lohnen. 

So müsse man sich die Zusammenstellung des Bühnenprogramms als langwierigen Prozess mit viel Schriftverkehr, dem Abgleich von Terminen und neben vielen Zusagen auch der ein oder anderen Absage vorstellen. „Das ist eine Menge Zurechtrückerei, die nicht in ein paar Monaten erledigt ist – schon jetzt steht unser Programm für 2020 schon in weiten Teilen“, verrät Klee. - hey

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