Kommunikationstrainerin Charlotte Höfner stellt Mittelstandsforum auf den Kopf

Von Dampfzahnbürsten und der Lust aufs Scheitern

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Kommunikationstrainerin Charlotte Höfner (Mitte) mit den Gastgebern des Mittelstandsforums Olaf Achtabowski (v.l.) und Jürgen Lange von der Sparkasse Scheeßel sowie Heide Holst und Torsten Meyer vom Autohaus Holst.

Scheeßel - Von Lars Warnecke. 250 Gäste waren am Mittwochabend in die Sparkasse Scheeßel zum diesjährigen Mittelstandsforum gekommen. Nicht etwa ein klassischer Vortrag lockte, sondern Charlotte Höfner. Die Münchnerin, Jahrgang 1975, ist Expertin für provokative Systemarbeit – und affin im Improvisationstheater, was das Publikum auf unterhaltsame Weise am eigenen Leib zu spüren bekam.

Gar nicht so leicht, einen Plausch zu halten, ohne den Buchstaben S in den Mund zu nehmen. Genau das sollten die ersten Probanden – Höfner bat immer wieder wechselnde Zuschauer auf die Bühne – tun. „Aaalsooo“, wollte Sparkassenchef Jürgen Lange gerade zur Konversation ansetzten, als das Publikum ob seines Fauxpas schon in schallendes Gelächter ausbrach.

Er ist nicht der Einzige, der angesichts der 250 auf ihn gerichteten Augenpaare scheiterte. Tatsächlich gaben auf Nachfrage der Kommunikationsfachfrau alle „Versuchskaninchen“ zu, in der Situation, in die sie hineingebracht worden waren, Stress gespürt zu haben. „Dabei sollten Sie sich lieber entspannen, wenn Sie Fehler machen“, gab Höfner den Anwesenden, unter die sich auch die stellvertretende Landrätin Doris Brand und IHK-Ehrenpräsident Lothar Geißler gemischt hatten, mit auf den Weg. Schließlich würde das „wahnsinnig kreativ machen“ – vorausgesetzt, man begehe den selben Fehler nicht zehnmal hintereinander, so die Kommunikationstrainerin, die gar von der „Lust aufs Scheitern“ sprach.

Lust – das hatten die Gäste, die auf Einladung der Sparkasse und des Scheeßeler Autohauses Holst in die Kundenhalle am Beeke-Zentrum gekommen waren, an Höfners irrwitzigen Impro-Einschüben allemal. Mit ihrer empathischen Art führte sie die Teilnehmer nicht etwa vor – sondern bestärkte sie, etwas Ungewöhnliches auszuprobieren. So gelang es der Referentin, die deutschlandweit Vorträge und Seminare zu diesem Thema gibt, nicht zuletzt auch in der Arbeitswelt so wichtige Eigenschaften wie Teamfähigkeit, Flexibilität und Kreativität auf spielerische Weise zu vermitteln. Dabei bezog sie hin und wieder auch den gesamten Saal mit ein.

Mittelstandsforum in Scheeßel

Ein Spiel, an dem jeder Gefallen fand, drehte sich beispielsweise um das An- oder Ablehnen während einer Unterhaltung. „Angebote von anderen annehmen erfordert Mut, beim Ablehnen ist man dagegen auf der sicheren Seite“, so Höfners These. Wie sich das anfühlt, konnte ein jeder mit seinem Sitznachbarn gleich selbst ausprobieren, was nicht selten in ein munteres Stimmenwirrwarr mündete. „Wenn man immer nur Nein sagt, entstehen erst gar keine Gespräche, aber immer nur Ja sagen ist auch nicht der richtige Weg“, gab die Fachfrau zu bedenken.

Eine weitere Technik, die beim Improtheater – und letztendlich auch im Berufsleben – ihren Worten nach unerlässlich sei: das gegenseitige Zuhören. Auch diesen Aspekt lernte das Publikum am eigenen Leib kennen, als es aufgefordert war, zu Oberbegriffen wie „Dampfzahnbürste“ oder „Schwimmbad“ abwechselnd Wörter zu nennen, mit denen am Ende nicht nur ein vernünftiger Satz gebildet, sondern gleich eine schlüssige Geschichte erzählt werden sollte. Auch das, so Höfner, sei für eine Kommunikation wichtig.

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