Experiment virtueller Gottesdienste erweist sich als Erfolg

Klicks für die Karwoche

Online-Gottesdienste wie hier der Auftakt der Karwoche mit Pastor Jens Ubben (l.) sollen in der St.-Lucas-Gemeinde die Ausnahme bleiben. Foto: Heyne

Scheeßel – „Corona-Gottesdienste“ – dieser Begriff weckt wohl nicht gerade positive Assoziationen. Doch er umschreibt ein spannendes Experiment der Scheeßeler St.-Lucas-Gemeinde, den Ausfall der Gottesdienste im Zuge des Lockdowns zu kompensieren. Nach einigen Wochen mit aus dem Internet herunterladbaren Abläufen zum heimischen „Gottesdienst to go“ hatten sich die Pastoren zusammen mit dem Kirchenvorstand entschlossen, die sechs Gottesdienste in der Karwoche gemeinsam mit einem Team technikaffiner Jugendlicher ins Netz zu bringen.

Eine geglückte Initiative? Beim Dreh sei es schon komisch gewesen, gibt Pastor Jens Ubben zu, und sein Kollege Hartmut Nack, der ausgerechnet ein Abendmahl mit den virtuellen Besuchern zelebrierte, ergänzt: „Das war schon extrem skurril, vielleicht auch deshalb, weil wir vorab aufgezeichnet haben und das Gefühl der Gleichzeitigkeit fehlte.“

Was sich zunächst eher schleppend ausnahm – allerdings auch mit minimaler Vorbereitungszeit und kaum Chance, die Kunde vom Alternativformat vorher zu verbreiten –, sollte schon bald größere Kreise ziehen. Waren beim ersten Kargottesdienst gerade mal 17 Besucher online, so haben die sechs Youtube-Videos mittlerweile je rund 600 Aufrufe, wie Nack zu berichten weiß. Allerdings schränkt er ein: „Das hört sich erst mal gut an, aber man weiß nicht, wie viele Zuschauer vielleicht nur mal aus Neugierde reingeklickt haben und wie viele die gesamte Zeit dabei waren.“ Grundsätzlich stelle sich die Frage: „Wie zentral oder dezentral müssen wir sein? Braucht jede Gemeinde einen eigenen Gottesdienst oder ist ein gut gemachter zentraler Gottesdienst vielleicht sinnvoller?“ Ein Spagat – denkbar sei aber auch eine Rotation. „Wir leben viel von Einzelkontakten, die müssen wir strukturell zusammenführen.“ Grundsätzlich habe der Gottesdienst-Besucher eine andere Beziehung, wenn er den Pastor persönlich kennen würde.

Ein endgültiges Fazit haben die Beteiligten noch nicht gezogen: „Dazu sind wir noch zu sehr mittendrin in der Umsetzung der Auflagen bei der Öffnung der Kirche“, so Nack, die ersten Stimmen seien aber durchweg positiv; „eine gute Erfahrung für die Gemeinde“.

Eine grundsätzliche Doppelgleisigkeit zwischen dem herkömmlichen und dem neuen Format schließt Nack aus: „Das würde keine neuen Wege eröffnen.“  hey

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