Bürgerbefragung in Ostervesede mit überraschend hoher Beteiligung

Klares Votum gegen Windräder

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Sind zufrieden mit der Bürgerbeteiligung: die Ortsratsmitglieder Dieter Bellmann (v.l.), Cornelia Siekmann-Bassen, Lara Meyer, Andreas von Fintel, Bettina McGregor und Thomas Riebesehl. 

Ostervesede - Von Hannelore Rutzen. Das Ergebnis ist eindeutig: Die große Mehrheit der Osterveseder ist gegen den Bau von Windkraftanlagen.

361 Bürger – und damit mehr als die Hälfte der stimmberechtigten Einwohnerschaft – nutzten die Bürgerbefragung am Sonntag, um ihre Meinung zum Thema Windenergienutzung vor den Toren ihres Heimatortes kundzutun. 229 Einwohner (63 Prozent) sprachen sich dabei gegen Windkraftanlagen aus. Nur 132 (36 Prozent) waren dafür.

Noch überraschender als das sehr klare Votum war die Beteiligung. Mit 58 Prozent war sie für eine Bürgerumfrage außerordentlich hoch. Unabhängig vom Ausgang der Abstimmung freute sich Ortsbürgermeister Andreas von Fintel vor allem darüber, dass die vom Ortsrat initiierte Aktion eine so große Beteiligung fand und letztlich auch ein klares Ergebnis brachte.

Tatsächlich nutzten die Osterveseder ihre Möglichkeit zur Abstimmung im Dorfgemeinschaftshaus fast bis Toresschluss um 18 Uhr. „Das ist bei uns immer so“, weiß von Fintel, dass viele Einwohner auch bei Wahlen immer erst auf den letzten Drücker kommen. Punkt 18 Uhr war dann Schluss und die Wahlurne mit den Abstimmungszetteln wurde geöffnet. Die Auszählung durch den Ortsrat folgte. Der habe mit dem Abstimmungsergebnis nun eine Grundlage, auf der die Mitglieder ihren Standpunkt stützen können, erklärt der Bürgermeister. „Wir werden uns demnächst zusammensetzen, eine Stellungnahme erarbeiten und sie bei der Gemeinde einreichen.“

Hintergrund: Im Zuge des Entwurfs eines neuen Regionalen Raumordnungsprogramms hat der Landkreis neben 19 weiteren Potenzialflächen ein zusammenhängendes Areal von 270 Hektar südöstlich der Ortschaft in Richtung Heidekreis vorgeschlagen. Zwei Gesellschaften planen, dort derzeit 14 Windenergieanlagen zu errichten und zu betreiben.

Das beschäftigte den Ortsrat und viele Bürger aus Ostervesede mit seinen Ortsteilen Einloh und Deepen. Bereits zum ersten Beteiligungsverfahren reichten einige Osterveseder ihre Meinungen und teilweise umfangreiche Stellungnahmen ein. Sie wurden vom Landkreis gesichtet, bewertet und in den Entwurf 2017 eingearbeitet.

Nach der Vorstellung im Kreis-Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und Planung folgt nun ein zweites öffentliches Beteiligungsverfahren.

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