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Jeersdorfer Ortsrat spricht sich gegen spezielle Abfallbehälter für Hundekot aus

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Von: Lars Warnecke

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Mehrere Dog-Stations hat die Gemeinde Scheeßel im Kernort aufgestellt. Einen solchen speziellen Behälter und Tütenspender, wie er unter anderem im Rathauspark steht, wünschen sich auch einige Hundebesitzer aus Jeersdorf.
Mehrere Dog-Stations hat die Gemeinde Scheeßel im Kernort aufgestellt. Einen solchen speziellen Behälter und Tütenspender, wie er unter anderem im Rathauspark steht, wünschen sich auch einige Hundebesitzer aus Jeersdorf. © lw

Sicher, Abfallbehälter mit Beuteln voller Hundekot sind nicht gerade ein Hingucker. Auch deswegen gibt es in Jeesdorf den Ruf nach sogenannten Dog-Stations, also Hundekotbeutel-Spendern, die direkt mit einem Mülleimer ausgestattet sind. Angeschafft werden müssten solche Stationen vom Ortsrat – der scheut allerdings die hohen Kosten und den Aufwand, der mit einer wöchentlichen Leerung einhergehen würde. 

Jeersdorf – Das Thema ist nicht appetitlich, drängt sich in Jeersdorf aber schon seit geraumer Zeit auf: Natürlich leben auch in der Ortschaft Hunde, die ausgeführt werden wollen – nur spezielle Hundekotbehälter und Tütenspender, die gibt es nicht. „Dabei ist mir schon des Öfteren aus der Einwohnerschaft zu Ohren gekommen, dass wir doch bitteschön Hundetoiletten aufstellen mögen“, verkündete Ortsbürgermeister Günther Gerken am Dienstagabend in einer öffentlichen Ortsratssitzung.

Wie es überhaupt dazu gekommen sei, dass das Thema zur Beschlussfassung auf die Agenda gerutscht sei, wollte Mitglied Klaus-Dieter Gerken wissen. „Haben das die Leute nur angesprochen oder ist irgendwo mal offiziell ein Antrag gestellt worden?“ Tatsächlich, klärte Gerken auf, habe ihn bereits vor drei Jahren ein Bürgerantrag erreicht. „Den habe ich damals aber abgelehnt – mit der Begründung, dass er uns viel zu teuer zu stehen kommen würde.“ Sein Anliegen sei es jetzt, die Thematik öffentlich publik zu machen, damit die Leute wüssten, dass der Ortsrat sich damit auseinandergesetzt habe.

1400 Euro pro Behälter

Dessen Mitglieder jedenfalls, das kristallisierte sich in der Debatte recht zügig heraus, ließen angesichts der hohen Kosten, die mit einer Anschaffung sogenannter Dog-Stations verbunden wären, höchste Skepsis walten. Nach Gerkens Auskunft müsste der Ortsrat aus dessen Kasse nämlich rund 1 400 Euro berappen – pro Exemplar. „Das ist dann schon die beste Ausführung in Edelstahl – es gibt durchaus auch billigere, aber die blättern schnell ab“, erläuterte er. Hinzu kämen die Kosten für die Hundekotbeutel selbst. Und, was der Ortsrat vorher auch nicht gewusst habe: „Diese Toiletten müssen wöchentlich geleert werden, was ebenfalls unsere Aufgabe wäre.“

An sich, äußerte sich Mitglied Johann Gerken, sei eine solche Anschaffung gar nicht mal schlecht. Angesichts der im Raum stehenden Ausgaben wolle er das Ganze nur an eine Bedingung knüpfen: „Dass wir die Hundesteuer, die die Gemeinde gerade erst wieder erhöht hat, dann auch für uns abkassieren können.“ Sollte der Ortsrat von der Steuer nicht partizipieren dürfen, sei er jedenfalls strikt dagegen.

Letztlich sieht er auch gar nicht den Ortsrat in der Pflicht, solche Toiletten mit Hygienebeutelspendern aufzustellen und die dann auch noch selbst sauber zu halten, betonte Klaus-Dieter Gerken derweil. „Nein, am Ende muss sich jeder Hundehalter selbst darum kümmern, den Unrat mit abzuräumen“, befand er. Jeder Ortsansässige, der jemanden dabei beobachte, dies nicht zu tun, müsste in dem Moment dem Halter eine Ansprache erteilen. „Das ist sicherlich die günstigste Variante, auch wenn man damit nicht jeden überzeugen kann.“

Normale Behälter gut frequentiert

Einen weiteren Aspekt brachte Melanie Siebert in die Debatte ein: Ihren Worten nach würden verantwortungsvolle Halter ohnehin schon die normalen Abfallbehälter zur Entsorgung der tierischen Hinterlassenschaften in Tütenform nutzen. „Am Feuerwehrhaus ist der Mülleimer regelmäßig voll – und der wird meines Wissens nach von der Gemeinde geleert.“ Ähnlich, ergänzte Ilka Wilken, sehe es am Kinderspielplatz im Luhner Weg aus: „Der ist immer voll mit Hundekotbeuteln.“ Für ihn sei diese Bereitschaft bereits ein positives Signal, so Klaus-Dieter Gerken. „Denn in der freien Landschaft haben die Beutel nun wirklich nichts zu suchen.“

Dass es ohnehin nicht nur mit einer einzelnen Dog-Station im Ort getan wäre, darüber waren sich die Mitglieder einig. Einstimmig, bei einer Enthaltung von Wilken, erteilte das neunköpfige Gremium der möglichen Anschaffung erwartungsgemäß eine Absage. Laut Johann Gerken nicht nur der Kosten wegen eine kluge Entscheidung: „Wenn wir den Hundehaltern solche Behälter hinstellen, sagen nachher noch Mütter von kleinen Kindern, die vielleicht weniger Geld haben, dass man auch noch für Windeln Spender besorgen müsste. Irgendwo hört das auch mal auf.“

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