Politik stimmt Maßnahmenpaket zur Optimierung zu

Klärwerk auf dem Weg zur nächsten Entwicklungsstufe

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Die Kläranlage am Westerwiesenweg ist in den vergangenen 50 Jahren fortlaufend ausgebaut und modernisiert worden – die nächsten Maßnahmen stehen schon in den Startlöchern.

Scheeßel - Von Lars Warnecke. Leistungsmäßig ist das Klärwerk auf dem neuesten Stand. Umweltgerecht sowieso – dank millionenschwerer Investitionen, die in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten in die Anlage am Westerwiesenweg geflossen sind. Doch von Stillstand keine Spur. Die Gemeinde will technisch nachrüsten. Mehrere Abläufe sollen verbessert werden – auch, um am Ende laufende Kosten einzusparen.

Man muss schon vom Fach sein, um das, was Alexander Schulz-Pflugbeil da im Bauausschuss zum Besten gab, zu verstehen. Von Rücklaufschlammpumpwerken war da die Rede, von TS-Werten und Anaerob-Becken. Selbst dem einen oder anderen Politiker, der den Ausführungen des zur Sitzung einberufenen Ingenieurs vom Büro „Enwacon“ lauschte, standen die Fragezeichen ins Gesicht geschrieben. Eines aber leuchtete am Ende jedem ein: Das, was das Büro in einer Projektstudie an Optimierungsmaßnahmen herausgearbeitet hat, hebt das Klärwerk, Baujahr 1969, auf die nächste Entwicklungsstufe.

Ein vordringliches Problem, das noch in diesem Jahr behoben werden soll, betrifft die sogenannte Schlammtrennung im Bereich der Vorklärung. So sei das im Klärwerk nach wie vor angewandte Verfahren, zwei Schlammarten zu vermischen (den Primär- und den Überschussschlamm), längst nicht mehr die gängige Praxis und habe sich ohnehin als uneffizient erwiesen, so Schulz-Pflugbeil. Immerhin, verdeutlichte er, komme es dadurch in der Belebung, der weiterführenden Klärstufe, zu einem hohen Schlammabtrieb, durch den die Ablaufwerte nicht immer sicher eingehalten werden könnten. Die im Belebtschlamm enthaltenen Bakterien bräuchten zudem Sauerstoff, sprich: Es muss eine zusätzliche Belüftung erfolgen, was wiederum hohe Energiekosten mit sich bringt.

Fachausschuss gibt Gelder frei

Kosten, die die Gemeinde und letztlich die Steuerzahler zu tragen haben. Die sich laut dem Experten aber jährlich um 15 0.00 Euro senken lassen, indem man die bisher in die Vorklärung laufende Überschussschlammleitung einfach stilllegt und sich stattdessen in Ergänzung eines noch zu errichtenden Baukörpers an einer schon vorhandenen Leitung bedient. „Der Energieverbrauch würde sich auf diese Weise auf rund 500. 000 Kilowattstunden reduzieren“, rechnete der Fachmann vor. Vor dem Hintergrund, dass die Ausgaben von rund 85 .000 Euro sich nach fünfeinhalb Jahren bereits amortisiert hätten, sei das ein „durchaus erstrebenswerter Ansatz, das zu optimieren“, so der Fachmann, der in diesem Zusammenhang auf eine weitere, gut 15 .000 Euro teure Maßnahme zu sprechen kam: Wird der Primärschlamm in der Vorklärung bis dato von den Mitarbeitern noch per Hand abgezogen, soll dieses Verfahren nämlich künftig durch zwei Automatikstellantriebe vereinfacht werden.

Der Fachausschuss jedenfalls gab die bereits im aktuellen Haushalt mit einem Sperrvermerk versehenen Gelder frei. Gleiches gilt für den Verwaltungsausschuss als letzte Entscheidungsinstanz. Weitere Maßnahmen, wie die Einrichtung einer Schlammentwässerungseinrichtung, eines automatischen Trübwasserabzugs oder einer sogenannten Klärschlammauftrocknung, sollen, basierend auf der Projektstudie, ebenfalls noch umgesetzt werden – mittel- bis langfristig, wie es hieß.

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