Kirchengemeinden Scheeßel, Fintel und Lauenbrück würdigen Engagement der ehrenamtlich Tätigen

Das eigene Leben nicht vergessen

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Auch ohne den Putzfimmel von Moderatorin Wiebke Riebesehl (r.) kommen die Ausführungen der neuen Superintendentin Susanne Briese wenig verstaubt daher.

Scheeßel - Von Ulla Heyne. Sie engagieren sich im Besuchsdienst, beim Mittagstisch, im Senioren- und Jugendbereich, in der Arbeit mit Flüchtlingen oder, wie ein Großteil der Teilnehmer, durch das Austeilen des Gemeindebriefs. Außerdem gehören sie, wie Maike Bennet vom Kirchenvorstand Scheeßel es ausdrückte, „zu den besonderen Menschen, die allzu oft übersehen werden und die man erst bemerkt, wenn sie fehlen.“

Am Sonnabend galt es daher, sie im Rahmen eines Ehrenamtsfestes unter dem Motto „Ein Tag nur für dich“ zu würdigen. Bereits zum zweiten Mal nach 2013 in Fintel hatte die Arbeitsgemeinschaft Ehrenamt rund 500 ehrenamtlich Tätige der drei Kirchengemeinden Scheeßel, Fintel und Lauenbrück eingeladen, um ihnen den roten Teppich auszubreiten. Das tat die moderierende Putzfrau alias Hobbyschauspielerin Wiebke Riebesehl, die launig in Marlene-Jaschke-Manier durchs Programm führte, dann auch im wahrsten Sinne des Wortes, nachdem sie mehr als hundert Gäste mit ihrem Sauberkeitsfimmel traktiert hatte.

Der Hintergrund des Festes: 2006 hatte die Synode beschlossen, im Sinne der Anerkennungs- und Stärkungskultur finanzielle Mittel für eine bessere Vernetzung bereitzustellen. „Da ist ganz viel, aber viele wissen nichts voneinander“, beschrieb Landeskirchen-Vertreterin Perdita Wünsch ihre Koordinationsaufgaben und stellte klar: „Sie haben ein Recht auf gute Rahmenbedingungen!“ Die Kirchenkreis-Ehrenamtskoordinationin des Landkreises Gerlinde Wozniak betonte, dass die unentgeltlich tätigen Helfer nicht nur anderen, sondern auch sich selbst etwas Gutes täten: „Es ist nachgewiesen, dass Ehrenamt nicht nur die Zufriedenheit steigert, sondern auch das Leben um fünf bis sieben Jahre verlängert!“ Dabei solle man jedoch auch das eigene Leben nicht vergessen, stellten die Ehrenamts-Koordinatoren Wolfgang Besel aus Scheeßel und seine Finteler Mitstreiterin Waltraut Renken in ihren Redebeiträgen klar.

Ehrenamtsfest in Scheeßel

Superintendentin Susanne Briese, die sich und ihr Amt gekonnt im locker-flockigen Dialog mit der Moderatorin einführte, betonte im Hinblick auf die rund 2000 Ehrenamtlern unter den 60000 Gemeindemitgliedern unter ihrer Obhut: „Ohne Sie wäre der Kirchenkreis kahl!“

Alle Redner stellten heraus, wie weit vorn die Region in punkto Vernetzung der ehrenamtlichen Arbeit sei. Mehr als alle Reden trugen dazu die Möglichkeiten bei, beim Sektempfang oder am Büfett zwanglos ins Gespräch zu kommen. Abgerundet wurde der „Tag nur für Dich“ durch zwei kulturelle Leckerbissen: Neben einem wortgewandten Auftritt des in Helvesiek aufgewachsenen Poetry Slammers Hauke Prigge gaben die Lokalmatadoren von „Daily Story“ in akustischer Triobesetzung einige Coversongs zum Besten, nachdem bereits am Nachmittag Andreas Winterhalter und Schüler der Musikschule „Der gute Ton“ einen auch musikalisch angemessenen Rahmen geschaffen hatten.

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