Blick über den Tellerrand

Kirchengemeinde und Nabu legen Biotope auf Scheeßeler Friedhöfen an

22 freiwillige Helfer legen den Grundstein zur ökologischen Aufwertung der Friedhöfe im Beekeort
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22 freiwillige Helfer aus dem Umfeld von Nabu und Kirche legten den Grundstein zur ökologischen Aufwertung der Friedhöfe im Beekeort.

Die Bestattungskultur verändert sich. Das hat den Nabu auf den Plan gerufen.

Scheeßel – Wenn auf den beiden Scheeßeler Friedhöfen statt der vereinzelten Besucher gleich eine ganze Gruppe von Freiwilligen mit Eimer, Schaufel und allerlei anderem Werkzeug unterwegs ist, dann hat das seinen guten Grund: In einem gemeinsamen Projekt wollen die Friedhofsverwaltung und der Nabu Rotenburg den Ort der letzten Ruhe attraktiver für menschliche und tierische Besucher wie Biene & Co. gestalten.

Wie es zu der ungewöhnlichen Kooperation der Naturschützer und der Kirchengemeinde kam? Die Bestattungskultur ändere sich, konstatiert Nabu-Vertreter Roland Meyer. „Weniger Familiengräber, mehr Urnenfelder – das bedeutet: mehr Platz auf den Friedhöfen.“ Um diesen Platz sinnvoll zu nutzen, arbeiten Ehrenamtliche beider Institutionen bei dem auf eineinhalb Jahre angelegten Projekt im Schulterschluss. Entstehen sollen am Leehopweg und am Veerser Weg auf fünf Flächen mit jeweils 200 Quadratmetern fünf Biotope. Die ursprüngliche Idee einzelner Blühstreifen ist zu einem viel weitergehenden Plan gereift: Themengebiete wie „Am Rosenbeet“, „An der Heide“ oder „Bei den Steinen“ sehen unterschiedliche Bepflanzungen und Schwerpunkte vor. Dabei liege das Augenmerk sowohl auf der Aufwertung durch Förderung von Artenvielfalt – gerade wiederkehrende Elemente wie die Benjes-Hecken aus heimischen Gebüschen biete Nahrung und Brutplätze – als auch auf einer auch für den Betrachter attraktiven Gestaltung. So sollen Bänke die Besucher zum Verweilen und Genießen einladen. Außer dem Teich, Heideflächen und Rosenbeet ist auch die Begrünung eines Gerätehausdachs in Planung.

Besonders reizvoll findet Meyer es, die mathematischen Strukturen aufzubrechen: „Natur ist nun mal kurvig.“ Bis jetzt sei dieses Konzept, das er gern neugierigen Besuchern erklärt, durchweg auf positive Resonanz gestoßen. Neben der Kirchengemeinde, die nicht nur den Anstoß gab und sich mit dem Nabu fachliche und tatkräftige Hilfe holte, sind als Sponsoren der insgesamt mittleren fünfstelligen Summe auch die Bingo Umweltstiftung mit an Bord sowie auch finanziell der Nabu, die Sparkasse und diejenigen, die einen freiwilligen Gemeindebeitrag geleistet haben.

Den Löwenanteil machen allerdings die erheblichen Eigenleistungen aus. Allein beim Ausheben des Flachwasserteichs für den Themenbereich „Am Wasser“ waren rund 20 freiwillige Helfer der Gemeinde und des Nabu gemeinsam im Einsatz – eine schöne Synergie, wie Meyer findet: „Man guckt über den Tellerrand.“

Wird momentan der Grundstein mit den größten Erdbewegungen gelegt, die auch das Relief auf dem Friedhofgelände auflockern sollen, geht es als nächstes, nach der bereits erfolgten Flutung des Teichs, in einer lockeren Folge an Arbeitseinsätzen um einen Staketenzaun für die Wasserfläche. Beim Einkürzen der Vareler Heide zum Anlegen einer Heidefläche wird auch der Landkreis mit im Boot sein. Das Projekt ist zwar nicht das erste seiner Art, wohl aber richtungsweisend, hofft Meyer.

„Wir wollen zeigen, wie es auf einer kleinen Fläche geht.“ Das könne für manchen anderen Friedhof als Vorbild dienen.  

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