Kirchengemeinde feiert 50 Jahre Friedhofskapelle mit Gottesdienst, Musik und Geschichtsvortrag

Ein unterhaltsamer Blick zurück

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Gut gefüllt war der Platz vor der Friedhofskapelle zum Jubiläumsfest.

Scheeßel - Von Hannelore Rutzen. Vor 50 Jahren wurde die markante Friedhofskapelle auf dem Gräberfeld an der Peterstraße eingeweiht. Dieses Jubiläum feierte die Scheeßeler St.-Lucas-Kirchengemeinde am Sonntag mit einem Festprogramm unter freiem Himmel.

Zum Jubiläum war der Blick am Sonntag gleich mehrfach zurückgewandt: Während draußen auf dem Vorplatz Gemeindearchivar Karsten Müller-Scheeßel, zugleich Vorsitzender der St.-Lucas-Stiftung, in einem Vortrag auf die Geschichte und den Bau der Kapelle einging, war zuvor im Festgottesdienst im Innern des Bauwerks Pastorin Gunda Handrich auf die prominent platzierte Skulptur „Alpha und Omega“ eingegangen. Diese war vor 35 Jahren von der heute 92-jährigen Elisabeth Voß geschaffen und der Kirchengemeinde gestiftet worden. Sie hatte sich früher mit getöpferten Gebrauchsgegenständen einen Namen gemacht – bis ein Bildhauer ihr Talent für die Fertigung von Skulpturen entdeckte. Voß selbst war ebenfalls anwesend und brachte ihre Freude darüber zum Ausdruck, dass der Figur auch heute noch Bedeutung beigemessen werde. „Sie stellt das A und das O, Leben und Tod, Trost und Trauer und den Lebenskreis dar“, erläuterte Pastorin Handrich in ihrer Predigt.

Der Gottesdienst war Auftakt für eine Reihe weiterer Programmpunkte, die das Organisationsteam um Friedhofsverwalterin Renate Trau vorbereitet hatte. So kamen die Besucher unter anderem in den Genuss eines Platzkonzertes mit dem Scheeßeler Posaunenchor.

Müller-Scheeßel berichtete über interessante Ereignisse und die Entwicklung des Scheeßeler Friedhofswesens. Bis zum Jahr 1847 seien die Verstorbenen des Kirchspiels um die Kirche herum auf dem Kirchfriedhof beerdigt worden. „Allmählich wurde es eng, denn hier wurden alle Toten des Kirchspiels beerdigt“, führte er in seinem Vortrag aus. 1806 habe man auf dem Gelände der heutigen Grundschule einen neuen Friedhof anlegen wollen – ein Projekt, das scheiterte. „Denn das Gelände gehörte dem Amtvogt, und der wollte es selbst haben“, so Müller-Scheeßel.

1839 brannte die gegenüber dem heutigen Kaufhaus Kolkmann gelegene Amtsvogtei ab und zog in die Mühlenstraße. Das Gelände wurde zum Friedhof, der 1847 eingeweiht wurde. Der Platz aber reichte nur etwa 30 Jahre. Pastor Heinrich Peter Wilhelm Peters sorgte dafür, das Land am heutigen Veerser Weg/Petersstraße angekauft wurde. Die ersten Beerdigungen gab es dort 1885.

Zwei Jahre später wurde eine erste Friedhofskapelle am Eingang des Geländes gebaut. 1931 kam dann Scheeßels vierter Friedhof am Lehopweg dazu. Die ersten Friedhöfe außerhalb Scheeßels auf den Dörfern entstanden 1912 – zuerst in Lauenbrück und dann nacheinander bis 1928 in vielen anderen Dörfern des Kirchspiels. „Bis dahin wurden die Toten zu Hause meist auf der Diele aufgebahrt und dort auch die Trauerfeier abgehalten“, erklärte der Referent. „Mit Pferd und Wagen ging es dann – ob im Winter oder im Sommer – auf den Friedhof nach Scheeßel. Diejenigen, die keinen Platz fanden, mussten zu Fuß gehen oder fuhren später mit dem Fahrrad.“

1965, also vor 50 Jahren, wurde schließlich die neue Kapelle auf dem Friedhof an der Peterstraße mit etwa 150 Plätzen eingeweiht. Müller-Scheeßel: „Der Grund dafür waren günstige persönliche Rahmenbedingungen und der damalige Pastor Helmut Steege, der forsch, mutig und mit Durchsetzungskraft die Vorbereitung und Durchführung in die Hand nahm.“ Er habe auch Wege gefunden, den Bau günstig zu finanzieren. Am Ende sei man sogar mit weniger Geld als geplant ausgekommen.

Die Besucher erfuhren, dass die Kapelle als besonderes Merkmal Menschen auch Angehörigen anderer Religionen und Konfessionslosen zur Verfügung steht. Ebenso wird das Gebäude als hochsensibler Verkündigungsort und akustisch gut abgestimmter Raum ebenso zu Chor- und Instrumentalkonzerten genutzt.

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