Kinder der „Raummodulkrippe“ haben sich eingelebt / Sonnabend ist Tag der offenen Tür

Wohlig-warm und wuselig

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Spielen und Toben im Container: Die Scheeßeler Krippenkinder haben sich in den Raummodulen schon gut eingelebt.

Scheeßel - Von Ulla Heyne. Eine Krippe im Container – auch wenn der offizielle Begriff „Raumordnungsmodule“ lautet – da kommen Bilder von kalten, kahlen und muffigen Quadern im Kopf auf. Mit diesem Klischee wird auch Susanne Glüß, Leiterin des „Zwergennests“, immer wieder konfrontiert – wenn auch nicht so explizit.

„Wenn Eltern hier anrufen, um nach einem Platz für ihre Jüngsten zu fragen, ist bei vielen die Präferenz ‚aber bitte ins Haupthaus‘“, sagt Glüß. Doch bis auf einen Fall haben sich alle bei einem persönlichen Besuch eines Besseren belehren lassen. Und so schlägt einem auch an einem frostigen Morgen wohlige Wärme entgegen; der Fußboden, das kann man unter den Socken spüren (die Schuhe mussten im Eingangsbereich bei Buggys und Buddelhosen bleiben), ist mollig – ideal zum Krabbeln. Denn die meisten Aktivitäten spielen sich hier am Boden ab, ist rund die Hälfte der jungen Gäste doch noch keine zwei Jahre alt.

Und auch das Klischee kahler Wände lässt sich gleich abhaken: Die Kartoffeldrucke und Transparentbilder sind mit Tesafilm befestigt, für Schwereres sind in regelmäßigen Abständen Schraubvorrichtungen vorgesehen.

Seit Dezember läuft hier der Betrieb, und das reibungslos. Die Kinder – 23 in zwei fast vollen Gruppen sind es inzwischen – scheinen sich wohl zu fühlen. Fragen kann man sie noch nicht, aber man sieht es, wenn sie die Podestlandschaft erobern, den Kopf in den Fühl- oder den Lauschschrank mit ruhiger Musik über sensorgesteuerten MP3-Player stecken oder es sich bei einem Buch mit einer der Erzieherinnen in der Kuschelecke gemütlich machen, dann strahlt das die von Glüß erwähnte Harmonie beim Einleben aus.

Auf die Ausstattung wurde viel Wert gelegt: „Die rechten Winkel bieten sogar ideale Möglichkeiten, gestalterisch mehr zu machen“, hat Glüß festgestellt. Auch sonst hat sie mit dem besonderen Raumkonstrukt bereits einige Erfahrungen gesammelt: „Die elektrische Fußboden-Heizung funktioniert viel unmittelbarer, und dass es nicht schlau ist, Teppiche auf die Stellen mit Sensoren zu legen, hatten wir auch schnell raus“, sagt sie schmunzelnd.

Einziger Nachteil: Internet und Festnetz-Telefon hat sie nur drüben, einige hundert Meter weiter in ihrem „Half Oval Office“, wie die Leiterin ihr Büro im Haupthaus scherzhaft nennt. Das Beantworten von Mails und Anfragen muss also manchmal warten. Momentan sei noch ein Platz frei, ab April könnten noch einige dazukommen.

Auf eine offizielle Einweihung habe man bewusst verzichtet: „Schließlich ist es ja nur eine Übergangslösung für zwei, maximal drei Jahre“. Aufgrund des großen Interesses und der vielen Nachfragen ist für Samstag von 9 bis 12 Uhr ein Tag der offenen Tür geplant. In der gleichen Zeit stehen auch die Kollegen von der Krippe in der „Rappelkiste“ Jeersdorf für Gespräche und eine Besichtigung zur Verfügung.

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