Nachwuchs aus Scheeßel und umzu trainiert eine Woche lang wie die HSV-Profis

Kicken im Zeichen der Raute

Die Kinder setzten mit viel Eifer die Anweisungen ihrer Trainer um. - Foto: Warnecke

Scheeßel - Von Lars Warnecke. 64 fußballbegeisterte Mädchen und Jungen, vier Jugendtrainer vom Bundesligaverein und fünf Tage lang Üben wie die Profis: Das ist das Feriencamp der Fußballschule des Hamburger Sportvereins. Bis Freitag war der HSV auf dem Gelände der Beekeschule zu Gast. Eine Premiere.

„Wir hatten hier eine super nette Woche“, so das Fazit von Campleiter Martin Bube. Gemeinsam mit drei Kollegen trainierte der Fußballlehrer täglich mehrere Stunden mit den Kindern. „Das Besondere an so einem Camp ist, dass man mehr Schwerpunkte setzten kann als bei einem normalen Jugendtraining, weil mehr Zeit zur Verfügung steht“, meint Bube. „Dadurch ist es viel intensiver.“

Torschüsse, Passspiel, Dribbling und Ballmitnahme – eingeteilt in Altersgruppen wurden viele wichtige Fußball-Elemente ausgiebig geübt; draußen auf dem Sportplatz, wie auch drinnen in der Halle. Wichtig auch: Die Koordination, das heißt die Fähigkeit, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun. „Mit dem Fuß das eine zu machen und sich mit dem Kopf schon den nächsten Schritt zu überlegen, ist wichtig“, so Bube. „Das Vergnügen spielt aber auch eine große Rolle. Das Leistungstraining soll nicht abschrecken. Neben einem hohen Lerneffekt soll auch der Spaßfaktor hoch sein“, erklärt er sein Konzept.

Anders als in vielen Vereinen spielen Mädchen und Jungen in der Fußballschule gemeinsam. „Das klappt gut. Die Mädels sind voll akzeptiert“, berichtet Bube. Unter den 64 Teilnehmern (das Camp war damit ausgebucht) waren es jedoch nur zwei Mädchen. Eine von ihnen, Alexandra Rüffel, habe vor allem das Torschuss-Training Spaß gemacht. „Man lernt viele Tricks“, sagt die Zwölfjährige. Das sieht auch der 13-jährige Norman Mumm so. Weniger beliebt bei ihm und seinen Kumpeln war das Koordinationstraining, bei dem die Kinder durch auf dem Boden liegende Ringe hüpfen oder Slalom um Stangen laufen mussten. „Solche Übungen sind aber wichtig, weil viele Kinder Koordinationsprobleme haben“, erläutert Martin Bube.

Ein Großteil der sechs- bis 13-jährigen Teilnehmer, die aus Scheeßel und den Umlandgemeinden kommen, spielen aktiv im Verein. Und viele von ihnen sind bereits in den vergangenen Jahren beim Feriencamp des HSV in Fintel dabei gewesen. „Viele Kinder werden Wiederholungstäter“, sagt Bube lachend. „70 bis 80 Prozent nehmen mehrmals teil.“

Umsonst ist das Feriencamp nicht: Knapp 190 Euro pro Kind kostet die Teilnahme. „Dafür gibt es neben den Trainingseinheiten aber auch Trikots, Bälle, Trinkflaschen, ein Mittagessen in unserer Mensa und so weiter“, gibt Sven Borstelmann, Leiter der Beekeschule, zu bedenken. Er, der bekennende Hannover-96-Fan, hat die HSV-Fußballschule nach Scheeßel geholt – gemeinsam mit den Kickern vom SV Rot-Weiß Scheeßel.

Die Talentsuche steht bei der Fußballschule übrigens nicht im Mittelpunkt. Bube: „Der Hauptgrund, warum der HSV die Schule anbietet, ist, eine Bindung zwischen den jungen Fans und dem Verein auf- und auszubauen.“ Den örtlichen Vereinen, wie Rot-Weiß, die jungen Talente „wegzuschnappen“ sei nicht das Ziel. „Aber natürlich kommt es schon mal vor, dass wir unserer Scouting-Abteilung einen Tipp geben, wenn uns ein besonders talentiertes Kind auffällt.“

Fest steht schon jetzt: Beim einmaligen Besuch der Fußballschule im Beeke-Ort soll es nicht bleiben. „Wir denken angesichts des Erfolgs über eine Neuauflage nach“, sagt Sven Borstelmann.

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