Kichernde Kinder in der Kirche

Junge Schauspieler proben für das Krippenspiel im Scheeßeler Gotteshaus

+
Die Aufregung ist groß, vor allem bei Maria (r., gespielt von Wiebke), die ihr Kind erwartet. Tore Schouten (hinten) hat die Probe zum Krippenspiel genau im Auge und hilft bei Texthängern aus.

Scheessel - Von Joris Ujen. Wer an den vergangenen Mittwochabenden an der St.-Lucas-Kirche zu Scheeßel vorbeigegangen ist, hat sich vielleicht gewundert, was in dem Gotteshaus so vor sich geht.

Wo sonst Orgelklang und Chorgesang ertönt, nahm der aufmerksame Bürger Kindergeschrei und Gelächter wahr, gefolgt von kompletter Stille bis wieder herumgealbert wurde. 14 Kinder tummelten sich in der Kirche, die für sie wie ein großer Abenteuerspielplatz war – prädestiniert für Fangen und Verstecken. Aber auch ein Ort der Konzentration und Nervosität auf den großen Tag. Der kommt am Sonntag, wenn die Kleinen ihr Krippenspiel endlich aufführen dürfen.

Es ist Generalprobe und die letzte Möglichkeit für Pastor Jens Ubben und seinen Gehilfen Tore Schouten, letzte Feinheiten mit den jungen Schauspielern abzusprechen. Wer sitzt oder steht an welchem Platz, wer nimmt als Nächstes das Mikrofon in die Hand, um seinen Text aufzusagen, und „wo muss eigentlich das Kissen hin?“, fragt Wiebke, die die hochschwangere Maria spielt. 

Das Kissen übernimmt übrigens die Rolle des Jesuskinds, das schließlich nach der Geburt nicht mehr unter dem Pullover der heiligen Maria sein darf, weist Wiebke den Pastor korrekterweise hin. „Das passt bestimmt in die Krippe“, erwidert Jens Ubben. Passt. Wäre das auch geklärt.

Der Mann von der Zeitung ist dabei

Tore Schouten, der selbst als Kind ein Teil des Krippenspiels war, geht auf die Bühne und weist die Kinder via Mikrofon auf die Sicherheitsmaßnahmen hin: „Passt auf die Treppenstufen auf und geht mittig nach oben auf die Bühne. Nicht, dass ihr runterfallt.“

Doch wer ist der Mann mit der Kamera und dem Schreibblock? Der Pastor klärt die Kinder auf: „Heute sitzt bei uns einer mit in der Runde, den viele von euch noch nicht kennen. Das ist der Herr Ujen von der Zeitung. Der guckt ganz neugierig zu und will über unsere Probe schreiben, weil er das so cool findet, was wir hier machen.“

Jetzt sind die jungen Akteure noch aufgeregter, albern ein wenig herum, um ihre Nervosität nicht zu zeigen. Das Krippenspiel beginnt. Von einem auf den anderen Moment sind die Kinder in ihrer Rolle, wie echte Profis. Die Texte sitzen nahezu perfekt, ab und an helfen Schouten und Ubben beim Aufsagen noch aus. Die drei Engel, gespielt von Jule, Emilia und Fiene hoch oben auf der kleinen Kirchenempore haben ebenfalls fleißig geübt. 

Überraschungseffekt nutzen

Nur der Moment, in dem sie bei ihrem Auftritt das Licht einschalten müssen, ist noch nicht der richtige. „Erst einschalten, wenn ihr dran seid, damit der Überraschungseffekt da ist.“ Die Engel nicken dem Pastor zu – und kichern natürlich. Schouten und Ubben sind mit dem ersten Durchgang zufrieden: „Großes Lob“, sprechen die beiden den Kindern zu. „Das war ja fast schon vorführungsreif.“ Aber halt nur fast. Erst mal Pause und Zeit für die Kinder, in Ruhe weiterzuspielen.

Die zweite und letzte Proberunde beginnt. Jetzt läuft alles nach Plan. Jeder weiß, wo er hinmuss, wann er an der Reihe ist und auch das Licht erstrahlt zum richtigen Zeitpunkt über den kleinen Engelsköpfen. Am Sonntag zeigt sich dann bei der Christvesper ab 15 und 16.30 Uhr, ob das Licht erleuchtet und das Kissen in der Krippe landet.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Bilder aus Kroatien: DHB-Team zittert sich zum Sieg 

Bilder aus Kroatien: DHB-Team zittert sich zum Sieg 

Werder-Wechsel zu Bayern

Werder-Wechsel zu Bayern

Eine Vision vom Wohnen von der IMM

Eine Vision vom Wohnen von der IMM

Zehn Dinge, die Sie im Bewerbungsgespräch sofort disqualifizieren

Zehn Dinge, die Sie im Bewerbungsgespräch sofort disqualifizieren

Meistgelesene Artikel

Toter 46-Jähriger im Birkenhaus: Es war ein Unfall

Toter 46-Jähriger im Birkenhaus: Es war ein Unfall

Hausmeister entdeckt Leiche im Birkenhaus

Hausmeister entdeckt Leiche im Birkenhaus

Schluss nach mehr als 80 Jahren: Geschäft Karlstedt schließt

Schluss nach mehr als 80 Jahren: Geschäft Karlstedt schließt

Garnison seit 60 Jahren in der Lent-Kaserne stationiert

Garnison seit 60 Jahren in der Lent-Kaserne stationiert

Kommentare