Kernortausschuss gibt Fahrradstraße in Höhe der Grundschule eine Chance

Vorfahrt für die Pedalritter

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Um die prekäre Verkehrssituation in Höhe der Grundschule Scheeßel zu entschärfen, soll die Schulstraße zur Fahrradstraße umgewandelt werden.

Scheeßel - Werden sich im Bereich der Schulstraße Autofahrer künftig den Radfahrern unterordnen müssen? Viele Scheeßeler Eltern sehen in einer sogenannten Fahrradstraße zumindest ein wichtiges Instrument für mehr Sicherheit auf dem Schulweg ihrer Kinder. Und auch Polizei und Behörden sind dem Konzept zur Verbesserung der bisweilen chaotischen Verkehrssituation nicht abgeneigt. Am Mittwochabend stellte Planer Heinz Mazur nun dem Kernortausschuss das Vorhaben vor.

Den Experten vom Hannoveraner Büro PGT Umwelt und Verkehr hatte die Gemeinde hinzugezogen, nachdem sie sich nicht weiter zu helfen wusste, wie man die Schulwegsituation auf der Achse Schulstraße/Vareler Weg noch weiter verbessern könnte. Dabei nahm Mazur nicht nur den seinen Worten nach „sehr kritischen Punkt“ an der Grundschule, sondern auch die Eichen- und die Beeke-Schule unter die Lupe.

Was das Gymnasium betrifft, sei das Verkehrsaufkommen zu bestimmten Zeiten zwar chaotisch, die dortigen Konfliktpunkte ließen sich aber nahezu nicht vermeiden. „Da ist als Autofahrer erhöhte Aufmerksamkeit gefordert“, so Mazur. Überhaupt sei der Vareler Weg – eine Tempo-30-Straße – mittels Plateauaufpflasterungen und einem Zebrastreifen schon ausreichend gut gesichert. „Denkbar, aber nicht notwendig“ sei allerdings die Errichtung weiterer Aufpflasterungen in der Königsberger Straße. Um den Radverkehr auf die Fahrbahn zu lenken – so, wie es in einer 30er-Zone seinen Worten nach auch sein sollte –, empfiehlt der Planer, die Fahrbahn in Richtung Ortsmitte mit sogenannten Schutzstreifen zu markieren. Davon, so Mazur, würde auch die Beeke-Schule profitieren.

Immerhin: Die am Vareler Weg gemessenen Radfahrerzahlen – gebündelt auf die Schulbeginn- und Endzeiten – seien mit 300 „schon ganz ordentlich“. Dagegen würden sich die Kfz-Zahlen mit rund 3000 Fahrten auf einem „nicht besonders hohen Niveau bewegen“, stellt der Fachmann fest.

Und die von ihm angesichts fehlender Plateauaufpflasterungen und einem erhöhten Verkehrsaufkommen durchaus als sinnvoll erachtete Fahrradstraße auf Höhe der Grundschule? Dass sich Autofahrer künftig den Radfahrern unterordnen müssten, die Option fand auch im Fachausschuss einhellige Zustimmung. Eine Regelung, an die sich Autofahrer sicher erst zu gewöhnen hätten, warf Verwaltungsmann Stefan Behrens ein. Hupkonzerte würden da wohl anfangs nicht ausbleiben.

Vereinfacht zusammengefasst lautet Mazurs Fazit, dass keine baulichen Umgestaltungen erforderlich sind, sondern einige zusätzliche Markierungen und Schilder genügen. Allerdings empfiehlt er auch, die Bushaltestelle vor dem Schulgebäude ein Stück weit zurückzubauen. Eine derartige Einbuchtung würde wohl mit rund 40000 Euro zu Buche schlagen, könne aber zu 75 Prozent gefördert werden. Darüber hinaus schlägt der Fachmann vor, neben der Aufgabe der Ampelanlage auch die Querungswege im Trichter zur Zevener Straße zu verkürzen. Damit auf den dadurch entstehenden Neuflächen erst gar kein Wildparken zustande kommt, schlug Ausschussmitglied Dirk Lange (CDU) vor, an Ort und Stelle Poller zu errichten. Ganz auf die Ampel an der Schulstraße verzichten, das wolle Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele (CDU) dann aber auch nicht, wie sie erklärte: „Wenn die erstmal weg ist, ist der Sturm der Entrüstung groß.“

lw

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