„Keine Existenzgefährdung für Edeka“

Combi-Markt: Bauausschuss befasst sich mit Behörden- und Öffentlichkeitsbeteiligung

Ein Blick in die Zukunft: So könnte der Combi-Markt in Scheeßel aussehen. Hier eine Ansicht von der Mühlenstraße.

Scheeßel - Von Joris Ujen. Quo vadis Combi? Bezüglich des geplanten Vollsortimenters südwestlich der Einmündung der Mühlenstraße in die Bremer Straße kommen die Gemeinde Scheeßel und der Investor, die Firma Bünting, trotz Gegenwehr voran.

Am Mittwochabend hat der Ausschuss für Hoch- und Tiefbau, Planung und Umwelt die Anregungen und Hinweise aus der erneuten Öffentlichkeitsbeteiligung in seiner Beschlussempfehlung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan berücksichtigt und einstimmig beschlossen. Jedoch sind nicht alle mit dem Bauvorhaben einverstanden.

61 Seiten lang ist das Dokument mit den Stellungnahmen aus der Behörden- und Öffentlichkeitsbeteiligung. Einige Ämter und Gemeinden hätten keinerlei Bedenken beim Bauvorhaben bekundet, das bei Fertigstellung eine Verkaufsfläche von 1 800 Quadratmetern anbieten werde. Das teilte Bauingenieurin Annegrete Peeks von der Planungsgemeinschaft Nord (PGN) während der Sitzung dem Gremium und dem einen Dutzend Zuhörern im großen Sitzungssaal mit.

Und dann gibt es da noch diejenigen, die den Combi-Markt nicht so gerne hätten. „Da wir schon einen Vollsortimenter haben, wird da auch gerne mal mit harten Bandagen gekämpft“, umschrieb Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele (CDU) den örtlichen Edeka-Markt, der sich durch das Bauvorhaben scheinbar in seiner Existenz bedroht fühlt.

Anruf im Rathaus

Kurios: Vor der Ausschusssitzung hatte ein „vermeintlicher Bürger aus einer vermeintlichen Nachbargemeinde bei uns im Rathaus angerufen“, berichtete Dittmer-Scheele. Die Person habe der Gemeinde am Telefon mitgeteilt, über stadtplanerische Kenntnisse zu verfügen und dass die Gutachten der Gemeinde „nicht in Ordnung seien“. Dieser Aussage konnten weder der Ausschuss noch Katharina Staiger von der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) beipflichten. Projektleiterin Staiger hatte bereits ein umfangreiches Einzelhandelskonzept für den Kernort erarbeitet und befasst sich mit der Thematik schon seit mehr als zwei Jahren.

Kleinere Abänderungen musste die PGN aufgrund der Anregungen aus der Öffentlichkeit dennoch miteinbeziehen: „Aufgrund vieler Einwände bezüglich der Verkaufsfläche entfällt ein kleiner Laden“, so Peeks. Anstatt dessen sollen Stellplätze für Fahrräder bereitgestellt werden. Der Combi-Markt selbst bleibt in seinem Grundriss unberührt. Die Kundenverkehrsfläche (Mall) und der Windfang dürfen nicht zu Verkaufszwecken genutzt werden, sondern dienen der Erschließung der einzelnen Verkaufs-, Verwaltungs-, Service- und Lagerbereiche, trug Peeks eine weitere Ergänzung vor. „Auch die temporäre Nutzung für Verkaufszwecke ist nicht zulässig.“

Das Kreisamt für Naturschutz und Landschaftspflege wies in seiner Stellungnahme darauf hin, das Sichtdreieck im Einmündungsbereich der Mühlenstraße von jeglichen sichtbehindernden Gegenständen, die höher als 80 Zentimeter sind, einzelne Bäume ausgenommen, freizuhalten. Eine von vielen Anregungen die berücksichtigt werden soll.

Edeka-Märkte sehen sich beeinträchtigt

Nicht konform geht die PGN sowie die GMA unter anderem mit einer Stellungnahme aus der Gemeinde Lauenbrück. Dort steht bekanntlich, wenn auch nur in einem kleineren Format, ebenfalls ein Edeka-Markt. Das Unternehmen hatte zuvor ein Gegengutachten erstellen lassen. Dittmer-Scheele betonte: Das Gutachten wurde nicht von der Gemeinde Lauenbrück erstellt, sondern von der Edeka-Gesellschaft.“

Aus dem Schreiben geht hervor, dass durch das Bauvorhaben in Scheeßel „eine Beeinträchtigung der Versorgungsfunktion des Grundzentrums Lauenbrück“ gegeben sei. Staiger erwiderte darauf, dass eine Umsatzverteilung abhängig von der Wettbewerbssituation in Lauenbrück ist. „Je umfangreicher das Angebot an unterschiedlichen Betriebstypen ist – wie zum Beispiel Discounter und große Supermärkte –, umso höher kann die Kaufkraft der Wohnbevölkerung gebunden werden.“ Da diese Formate in Lauenbrück nicht ansässig sind, beeinträchtige der Bau in Scheeßel somit auch nicht den kleinen Lebensmittelmarkt.

Einwände kamen zudem auch aus der Samtgemeinde Zeven, wo Edeka zwei weitere Niederlassungen in Hesedorf und Elsdorf betreibt. Besonders den Fortbestand des Standortes in Elsdorf sieht das Unternehmen als gefährdet. Auch dort rechnet die GMA nicht mit einer Beeinträchtigung.

Annegrete Peeks machte nach ihrem Vortrag der zahlreichen Stellungnahmen deutlich: „Edeka ist in seiner Existenz nicht gefährdet.“ Der Scheeßeler Supermarktbetreiber selbst wollte sich auf Anfrage unserer Zeitung nicht zu der Thematik äußern. Gestern befasste sich der Verwaltungsausschuss mit den Stellungnahmen, bis Redaktionsschluss lag noch kein Ergebnis vor.

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