Fachausschuss will Meinung der Beschicker hören

Zukunft des Wochenmarktstandortes in Scheeßel bleibt offen

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Der Scheeßeler Wochenmarkt soll attraktiver und größer werden – nur wollen das auch die Beschicker? 

Scheeßel - Von Lars Warnecke. Bleibt der Scheeßeler Wochenmarkt wo er ist oder steht den Beschickern demnächst ein Umzug an andere Stelle bevor? Entschieden ist in dieser Frage noch nichts. Festgelegt hat sich der Wirtschaftsausschuss bei seiner Sitzung am Montagabend nur in einem Punkt: Ohne nicht das Meinungsbild der Standbetreiber zu kennen, wollen die Politiker sich weder auf die eine noch auf die andere Option festlegen.

Rot, Gelb und Grün bestimmen das Bild, das von einem feinen Stimmengemurmel hinterlegt ist. Sätze wie „Ein Kilogramm Tomaten, bitte“ und „Darf es sonst noch etwas sein?“ gehören ebenfalls zur Szenerie. Seit vielen Jahren ist der Wochenmarkt in der Straße „An Miesners Hof“ samstags Anlaufstelle für Kunden, die frische Produkte möchten, und Treffpunkt zugleich. Groß ist der Markt wegen seiner begrenzten Flächenkapazität nicht. Nun, da der Untervogtplatz fertiggestellt ist, könnte er aber wachsen, oder, wie es die Verwaltung nennt, „an Attraktivität hinzugewinnen“. Für einen entsprechenden Standortwechsel hätten sich in der Vergangenheit jedenfalls schon mehrfach einzelne Ratsmitglieder ausgesprochen, gab Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele (CDU) zu verstehen. Also habe ihre Verwaltung das Thema aufgegriffen und erste Gespräche zu einigen Beschickern gesucht – „mit dem Ergebnis, dass die Meinungen doch sehr weit auseinandergehen“.

Also sei nun die Politik gefragt. „Wir wollen vom Rat erst mal wissen, ob wir als Verwaltung überhaupt über einen Standortwechsel weiter nachdenken sollen oder nicht“, erklärte die Rathauschefin. Sollte Letzteres der Fall sein, „bräuchten wir gar nicht erst losgehen, um geschlossen mit den Beschickern zu sprechen“. Ohne Zielrichtung in diese Gespräche zu gehen, mache ihrer Meinung nach jedenfalls keinen Sinn.

„Gegen eine Verlegung sind wir alle!“

Und die Scheeßeler Marktleute? Die waren an dem Abend fast vollzählig in den Sitzungssaal gekommen, um ihren Unmut zu äußern. „Gegen eine Verlegung sind wir alle!“, meldete sich eine Beschickerin zu Wort. Ihr Sitznachbar wundere sich darüber, „dass der Rat sich plötzlich über den Standort Gedanken macht, wo wir doch sonst bisher alles immer von A bis Z selbst geregelt haben“. Dem entgegnete die Bürgermeisterin, dass das Festlegen eines Standortes „ureigenstes Recht“ des Rates sei. „Die jetzige Lage geht schließlich auch auf eine politische Entscheidung zurück.“

Am Ende wollte sich niemand der Ausschussmitglieder mehr so recht zur Standortfrage äußern. Fast niemand. „Man sollte den Markt in Anbetracht einer besseren Parkplatzsituation auf den flächenmäßig größeren Untervogtplatz verlegen“, meldete sich Ratsherr Jürgen Wahlers (SPD) zu Wort. Seiner Meinung nach dürfe es „nicht um die Befindlichkeit der Beschicker gehen, sondern um die Zufriedenheit der Kunden“.

Auch Carsten Gehse von der Gruppe 57 warb für eine Verlegung – „aber ohne Prüfung weiterer Standortmöglichkeiten werden wir uns gegen die bisher formulierte Beschlussempfehlung aussprechen“.

Dass man vorerst die Meinung der Marktleute einholen sollte, bevor das Thema wieder auf die Tagesordnung gelange, dafür sprach sich Dirk Lange (CDU) aus. „So fühlen die Beschicker sich bei der Entscheidungsfindung mitgenommen und wir bekommen ein Meinungsbild, auf dessen Grundlage wir vernünftig beraten können.“ Diesem Vorschlag folgte der Fachausschuss einstimmig.

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