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Kabel über Kabel: Gemeinde Scheeßel nutzt die Ferien für Bauarbeiten an den Schulen

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Von: Lars Warnecke

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Arbeiten im Beekeschulkeller: Elektroinstallateur Jens Bormann (r.) und sein Kollege André Tietjen nehmen am Datenschrank, in den die ganzen Kabel münden, einen sogenannten Potenzialausgleich vor.
Arbeiten im Beekeschulkeller: Elektroinstallateur Jens Bormann (r.) und sein Kollege André Tietjen nehmen am Datenschrank, in den die ganzen Kabel münden, einen sogenannten Potenzialausgleich vor. © Warnecke

Scheeßel – Selten ist es in den Räumen der Scheeßeler Schulen wohl so ruhig wie in den Sommerferien. Die Gemeinde nutzt das aktuell wieder für Bau- und Sanierungsarbeiten – unter anderem auch zur Umsetzung ihrer Digitalstrategie. Davon betroffen sind sowohl die Grundschule mitsamt ihrer Außenstelle in Hetzwege als auch die Beekeschule. Was genau wird in diesen Wochen gemacht? Was ist schon fertig? Darüber haben wir mit Sven Frohböse von der Gebäudewirtschaft im Rathaus gesprochen.

Beekeschule

Es ist – gerade im Hinblick auf die Vorjahre – ein Mammutprojekt, das derzeit in der Oberschule am Vareler Weg zur Umsetzung gelangt – sowohl vom Aufwand her, als auch in finanzieller Hinsicht. Und doch werden Schüler und Lehrer davon nach den Ferien nicht viel zu sehen bekommen, wohl aber im Unterrichtsalltag zu spüren. Es geht um den Aufbau einer digitalen Infrastruktur im Zuge des Digitalpaktes, dem Sofortausstattungsprogramm des Bundes. Rund 250 000 Euro lässt die Gemeinde sich die Umrüstung auf eine leistungsstarke W- und L-Lan-Ausstattung kosten – darin enthalten sind auch die Maßnahmen an den beiden Grundschulen. Bereits eine Woche vor Ferienbeginn machten sich Elektroinstallateure daran, im kompletten Gebäude, das in naher Zukunft grundsaniert werden soll, 400 Meter Glasfaser- und sechs Kilometer Netzwerkkabel neu zu verlegen. „Bis auf einen Block ist auch schon alles fertig – der wird wahrscheinlich in den Herbstferien angeschlossen sein“, berichtet Frohböse.

Wie man sich die ganze Sache vorstellen muss? Aus dem Kriechkeller, der sich unter der Schule befindet und die Grundverkabelung beherbergt, verlaufen die Leitungen in die einzelnen Gebäudeteile. „Dort gibt es immer eine Ecke, in der die Kabel gebündelt an der Wand nach oben führen“, beschreibt es der Verwaltungsmitarbeiter. „In die einzelnen Räumen gehen die dann über die Decke.“ Sehen würde man die Kabellage in der Tat am Ende nicht mehr: „Das wird mit einer Kartonverkleidung schick gemacht.“

Die Leitungen werden noch mit Kartonage verkleidet.
Die Leitungen werden noch mit Kartonage verkleidet. © -

Mit der Maßnahme wird regelrecht ein Quantensprung gemacht, denn: „Vorher war es so, dass es nur einzelne Computer- und einige Klassenräume gab, die mit einer Netzwerkdose ausgestattet waren“, erläutert Frohböse. Die, wie auch die alten Kabel, hätten aber eben auch nicht der von der Förderrichtlinie geforderten Qualität entsprochen.

Was die Förderung durch Bundesmittel betrifft, ist dort ein Pauschalbetrag festgelegt. Der wiederum ist durch die Verlegungsarbeiten an allen drei Schulen mittlerweile aufgebraucht. Was an Eigenanteil vollständig bei der Gemeinde verbleibt, ist die komplette weitere Ausstattung – also sogenannte W-Lan-Access-Points, digitale Interaktiv-Tafeln sowie Laptops für die Lehrer- und Schülerschaft. „Das muss noch alles angeschafft werden“, so der Gebäudemanager.

Grundschule Scheeßel

Bevor an der Schulstraße die bauliche Erweiterung erfolgt – einen Startschuss kann Frohböse noch nicht nennen, derzeit laufe für den Umbau ein Entwurfswettbewerb –, ist in der Grundschule schon in den Osterferien in Sachen Digitalisierung kräftig angepackt worden. Und das war auch längst überfällig, konnte vorher das Gebäude bis auf den Verwaltungsbereich noch mit gar keiner digitalen Infrastruktur aufwarten. Auch hier sind die Zahlen beachtlich: Neben 200 Meter Glasfaserkabel haben vier Kilometer Netzwerkleitungen Einzug zum Verbau gehalten – und dabei ist an die Zukunft gleich mitgedacht worden: „Für eventuelle Anbauten liegt schon Glasfaser bereit, was nachher mitgenutzt werden kann“, berichtet der Rathausmitarbeiter.

Frische Farbe, neue LED-Beleuchtung – in den Klassenräumen der Grundschule Scheeßel hat sich einiges verändert.
Frische Farbe, neue LED-Beleuchtung – in den Klassenräumen der Grundschule Scheeßel hat sich einiges verändert. © -

Und ansonsten? Hier und dort riecht es in der Schule nach frischer Farbe. Der Grund: Mehrere Klassenzimmer haben seit dem Ferienstart einen neuen Wandanstrich bekommen. Die Maßnahme, mit der schon 2021 begonnen worden war, ist Teil eines Drei-Jahres-Programmes, für das die Gemeinde insgesamt rund 60 000 Euro aufwendet. Darin enthalten ist ebenso der Austausch der Beleuchtung – die alten klassischen Neonröhren haben endlich ausgedient und werden durch LED-Lampen ersetzt. „Die werden den aktuellen Anforderungen an die geforderte Lichtstärke genügen“, weiß Frohböse. Im kommenden Jahr sollen die verbleibenden Räume hergerichtet werden, „der Personaltrakt ist schon in den letzten Osterferien renoviert worden“. Vor dem Hintergrund, dass man vor den Umbaumaßnahmen schon jetzt wisse, dass gewisse Bereiche später nicht weitergenutzt werden könnten, habe man diese auch gar nicht angepackt. „Das Hauptgebäude vorne an der Straße soll aber unbedingt erhalten bleiben“, betont er.

Grundschule Hetzwege

Viel gibt es über die Außenstelle gar nicht zu sagen. Klar, auch sie kommt in den Genuss einer digitalen Infrastruktur – laut Frohböse sei die Fertigstellung in den Osterferien 2023 anvisiert.

Und in den gemeindlichen Kitas?

Auch die Kindertagesstätten zählen natürlich zu den Liegenschaften der Gemeinde – allerdings haben dort in der Ferienzeit nur kleinere Arbeiten stattgefunden – in Westerholz etwa ist eine alte Tür ausgetauscht worden, in den noch relativ neuen Räumen der Einrichtung in Westervesede hat man im Hinblick auf den Winter die ganzen Heizungseinstellungen nochmal überarbeitet. Sven Frohböse: „Momentan bollert die Heizung dort am Wochenende noch durch – das muss ja nicht sein.“

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