Kabarettist und Polen-Experte Steffen Möller begeistert Publikum in der Grundschule Scheeßel

Ein Deutscher in Warschau

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Steffen Möller bot den Zuhörern mit „Viva Polonia“ einen kurzweiligen Abend.

Scheeßel - Von Hannes Ujen. Welche Wörter muss man dringend beherrschen, wenn man durch Polen fährt? Sind wirklich alle Völker optimistischer als die Deutschen? Diese Fragen beantwortete Steffen Möller in der Aula der Grundschule Scheeßel. Der Kabarettist gab dort sein Programm „Viva Polonia“ zum Besten.

Auf der Bühne arbeitete Möller daran, gleichzeitig zwei Publikumsgruppen zum Lachen zu bringen: Deutsche und Polen. Beide waren unter seinen Zuhörern in größerer Anzahl vertreten, was sich gleich zu Anfang des Abends durch entsprechende Lacher zeigte, als er Polnisch sprach.

Das kann er so gut, weil er seit vielen Jahren dort lebt. Möller ist sozusagen Polen-Experte. Der Kabarettist, der sich selbst als den „zweitbekanntesten Deutschen in Polen – nach dem Papst“ – bezeichnet, kennt aber nicht nur das Nachbarland sehr gut, umgekehrt ist das auch so. Denn nach seinem Studium (Theologie und Philosophie) und einem Sprachkurs in Krakau blieb der in der Nähe von Kassel geborene Möller im Nachbarland, arbeitete dort zunächst als Deutschlehrer und machte sich später als Kabarettist sowie als Moderator der polnischen Version von „Wetten dass ...?“ einen Namen. Außerdem spielte er sieben Jahre in einer polnischen Fernsehserie mit. Heute pendelt Möller eigenen Angaben zufolge zwischen Warschau und Berlin hin und her.

Sowohl für die deutschen als auch für die vielen polnischen Gäste war es ein hinreißender und kurzweiliger Abend, bei dem Steffen Möller die Besonderheiten beider Völker auf die Schippe nahm.

Der Abend begann mit einer Offenbarung: „Ich habe keine polnischen Vorfahren, ich komme einfach nur aus Wuppertal“, sagte der Kabarettist, der sich als aufmerksamer Sammler kultureller Praktiken und Eigenarten entpuppte.

Auch ein Sprachkurs gehörte zum Programm. Der sollte zeigen, „dass die Polen weniger optimistisch sind als die Deutschen“. Wenn man letzteren frage, wie es ihm gehe, sage der in der Regel „Gut“, so Möller – das sei positives Denken. „Mit dieser entsetzlichen Heuchelei ist es in Polen hingegen zum Glück vorbei“, befand der Kabarettist („Dort gilt Realismus mit einer Prise Depression.“). So antworte man dort gerne „Stara bieda!“ (was „das alte Leiden“ bedeutet) – und zwar auch, wenn es einem gut gehe.

Erstaunlich sei, dass weder Polen noch Deutsche die Witze der anderen kennen. „Sie werden jetzt wahrscheinlich so schnell wie möglich nach Polen wollen“, meinte Steffen Möller nach Inszenierung einer polnische Polonaise und Bekanntgabe des Fahrplans der Deutschen Bahn.

Das Timing für den vergnüglichen Kabarettabend hätte nicht besser sein können, denn am Vormittag hatte bereits das Festprogramm „20 Jahre Schüleraustausch Zielona Góra (Polen) und Scheeßel“ stattgefunden.

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