Metallskulpturen aus Rotenburg zieren Portal der Beekeschule

Junge Schüler mit leichter Patina

Lothar Franz, Daniela Schindler, Sven Borstelmann, Käthe Dittmer-Scheele und Johannes Protzmann können stolz sein auf das Ergebnis der Kooperation. - Foto: Heyne

Scheeßel - Aufmerksame Beobachter werden es schon bemerkt haben: Seit einigen Wochen wird das Schild über der Eingangstür der Beekeschule, das die Bildungseinrichtung auch optisch mit seinen drei kreisenden „Os“ als Oberschule ausweist, von einer Schar Kinder und Jugendlicher umrahmt. Nun wurde das Kunstwerk, ebenso Symbol wie Ergebnis einer „Win-Win“-Zusammenarbeit, wie Schulleiter Sven Borstelmann betonte, von den Beteiligten, den Vertretern des Schulträgers, der Schule sowie dem Bildungswerk der Niedersächsischen Volkshochschule (BNVHS), eingeweiht.

Und die bewunderten die vier stilisierten Stahlfiguren, die Größte gut 1,80 hoch, die sich bereits wohlzufühlen scheinen auf dem Dach. „Jedenfalls setzen sie langsam Patina an“, wie Daniela Schindler erfreut vermeldet. Als Kunstlehrerin einer der „kreativen Köpfe mit künstlerischer Ader“ der Schule war sie damit betraut gewesen, im Rahmen der Erneuerungsarbeiten im Eingangsbereich das laut Borstelmann „kahle Schild“ aufzuhübschen. Vom Internet inspiriert, fand ihr Entwurf der Figuren Gefallen, die „das symbolisieren, was die Schule ausmacht: Die Kinder – von den Fünftklässlern bis zu denen, die hier ihren Abschluss erwerben“. Das Problem: „Viel Geld darf so etwas ja nicht kosten“, so Schulleiter Sven Borstelmann.

Die Lösung fand sich in der Kooperation mit dem in Rotenburg beheimateten Bildungswerk, das in seinen Ausbildungsangeboten Jugendliche mit Handicaps im Auftrag des Arbeitsamts für den Arbeitsmarkt fit macht.

Ein Jahr lang beschäftigten sich sechs angehende Metallbauer unter Leitung von Lothar Franz damit, die rund zehn Zentimeter großen Entwürfe auf Originalgröße zu Papier zu bringen, die Formen aufs Blech zu übertragen, per Hand mit der Flex und Eisensäge auszuschneiden („zwei Knabber sind dabei draufgegangen“, so Franz). Zum Schluss mussten die Konturen entgratet und das Ganze geschliffen werden.

Als die Figuren, die spitzen Arme sorgsam in „Handschuhen“ verpackt, in der Aula auf die Anbringung auf dem Dach durch Hausmeister Klaus Lüdemann warteten, habe es schon einige „Ahs“ und „Ohs“ seitens der Schüler gegeben, erinnert sich Borstelmann; „Einige Achtklässler hatten die Skulpturen sogar schon im Entstehen in der Werkstatt gesehen, als sie zur Potenzialanalyse und einem mehrtägigen Werkstattpraktikum in Rotenburg waren“, so der Pädagoge.

Einer, der daran aktiv mitgearbeitet hat, ist Johannes Protzmann. Der 25-jährige Azubi meint anerkennend: „Sieht ziemlich gut aus!“ Der Sittenser kann sein Werk jeden Tag vom Bus aus auf dem Weg zum Ausbildungsplatz bewundern. Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele, seit dem Beekekreisel Fan von Metallkunst, gefiel neben der Tatsache, dass das Gemeindesäckel nur mit den reinen Materialkosten belastet wird, „vor allem die Bewegung, die die Skulpturen ausstrahlen.“ Dies sei Symbol dafür, wie viel sich an der ehemaligen Haupt- und Realschule tue.

Auch Borstelmann bemühte die Kraft der Symbolik: „Mit dem Wegfall des Bindestrichs zwischen Beeke und Schule haben wir uns auch von dem Minus befreit, das unserer Schule einst angehaftet hat.“ Er bedankte sich den Beteiligten, allen voran dem BNVHS-Vertreter Lothar Franz für die „netten Kontakte auf dem kurzen Dienstweg.“

Für den gab es einen kleinen Wermutstropfen: „Die gewollte Patina finde ich persönlich nicht so schön – da hat einer unserer Azubis nun eine Woche lang gefeilt, damit das Metall glatt ist wie ein Kinderpopo!“, so der Anleiter schmunzelnd. - hey

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