Attraktivere Ausbildung 

Unterstützung für angehende Erzieher: Verwaltung prüft Optionen

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Erzieherinnen und Erzieher werden händeringend gesucht – in der Gemeinde Scheeßel sind gegenwärtig alle Stellen besetzt.

Scheeßel - Von Lars Warnecke. Was Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) und die SPD/UGS-Gruppe im Scheeßeler Gemeinderat gemein haben? Beide wollen die Erzieherausbildung in Zeiten des Fachkräftemangels attraktiver machen.

Die eine mit einem millionenschweren Förderprogramm, die anderen, auf Gemeindeebene selbstredend, mit Stipendientöpfen, um so die Verfügbarkeit von Personal für die Scheeßeler Kitas zu gewährleisten (wir berichteten). Nun hat sich der Gemeinderat dem Antrag der Gruppe angenommen. Und wie schon im Fachausschuss geschehen, bot das Thema auch hier eine Bühne für eine nicht enden wollende Debatte.

„Wir begrüßen es, dass wir uns zumindest darauf einigen konnten, dass die Verwaltung nun mit einer konzeptionellen Überlegung beauftragt werden soll“, erklärte Marc Ostrowski (SPD) mit Blick auf den im Ausschuss getroffenen Kompromiss. Dass im Rathaus die Umsetzbarkeit solcher gemeindlicher Stipendientöpfe, mit denen nach Vorstellung seiner Fraktion angehenden Erziehern und Sozialassistenten finanziell unter die Arme gegriffen werden könnte, angezweifelt werde, da man sich so in einer rechtlichen Grauzone bewegen könnte, sei für ihn nach wie vor aber nicht nachvollziehbar. 

Andere Kommunen, so der Ratsherr, hätten schließlich ähnliche Modelle bei sich schon eingeführt. „Ich persönlich hätte mir gewünscht, dass man in die Verwaltungsvorlage geschrieben hätte, wie es umsetzbar ist und nicht, wie es nicht umsetzbar ist.“

Grünen-Ratsherr Lempert sieht akut wenige Probleme

Dass der Verwaltung sehr wohl daran gelegen sei, sich grundsätzlich weiter mit der Idee zu beschäftigen, wenn man denn die Beschlussempfehlung objektiv lesen würde, ließ Rathausmitarbeiter Stefan Behrens durchblicken. „Mir war es aber wichtig, auf entsprechende Schwierigkeiten hinzuweisen, die es da zu bedenken gibt.“

So, wie sich die SPD/UGS-Gruppe eine Form der Förderung vorstellt, damit könne er jedenfalls überhaupt nicht mitgehen, meldete sich Arthur Lempert zu Wort. „Alle Stellen sind momentan besetzt – auch wenn es in der einen oder anderen Einrichtung Probleme gibt“, so der Grünen-Ratsherr. „Aber solche Probleme werden wir auch dann haben, sollten wir Stipendientöpfe anbieten, weil es immer mal wieder krankheitsbedingt zu Ausfällen in der Betreuungszeit kommen kann.“

Dieser Aussage konnte Wolfgang Kirschstein, Sprecher der SPD/UGS-Gruppe rein gar nichts abgewinnen. „Es es geht nicht darum, was jetzt ist, wie Herr Lempert suggeriert, sondern darum ein Modell aufzugreifen, um denen, die den Erzieherberuf ergreifen wollen, ein Entgegenkommen zu signalisieren.“

Miesner sieht keinen Rechtsverstoß

Unabhängig von dem am Ende einstimmig gefassten Beschluss, dass die Verwaltung nach Möglichkeiten Ausschau hält, begrüßte die Gruppe 57 den Antrag. „Es ist eine sehr sinnvolle Maßnahme, den strukturellen Personalmangel im Bereich der Erzieher entgegenzuwirken“, so deren Mitglied Peggy Miesner. Sie als Juristin sehe jedenfalls beim Thema Stipendien überhaupt keine rechtlichen Bedenken: „Es wird weder gegen das Recht der Berufsfreiheit verstoßen, noch bewegen sich die Erzieher in rechtlichen Grauzonen.“

Noch nichts vom Vorstoß der Bundesfamilienministerin wissend, erklärte Ratsfrau Bettina MacGregor (SPD), dass es noch Jahre dauern werde, bis das Land eine grundlegende Verbesserung herbeiführe. „Wir wollten mit unserem Antrag dazu beitragen, dass wir bis dahin unsere Gemeinde absichern, damit wir die Möglichkeit haben, die Bewerber zu halten.“

Dabei, gab Marsha Weseloh (CDU) zu bedenken, habe es aber ja in der Zwischenzeit schon einen kleinen Vorstoß auf Landesebene gegeben, indem sich die Politik in Hannover im Zuge der Haushaltsberatungen darauf geeinigt habe, das Schulgeld im Erzieherberuf ab dem Schuljahr 2019 in Höhe von 1,5 Millionen Euro zu erlassen. „Ein Faktor, den wir berücksichtigen sollten, wenn wir so ein Konzept bei uns aufstellen.“

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