Gespräch mit Günter Gerken

Jeersdorfs Ortsbürgermeister fühlt sich „dem Dorf verpflichtet“

Günter Gerken

Jeersdorf - Von Lars Warnecke. Sie sind mit ihrem Dorf fest verwurzelt, kennen quasi jeden Winkel dort. Ihre Aufgabe ist es, die Interessen der Ortschaft zu vertreten – gemeinsam mit dem Ortsrat, dem sie vorstehen. Die Rede ist von den Ortsbürgermeistern.

Elf Bürgerinnen und Bürger der Einheitsgemeinde Scheeßel haben sich entschieden, für ihre Heimat Verantwortung zu übernehmen. Wer sind die Menschen hinter dem Amt? Welche Ideen und Anliegen möchten sie transportieren? In unserer Interview-Reihe kommt heute Günter Gerken (CDU), Bürgermeister von Jeersdorf, zu Wort.

Herr Gerken, warum sollten eigentlich alle Bewohner des Kreises nach Jeersdorf ziehen?

Günter Gerken: Weil es einen so aufstrebenden Ort kaum ein zweites Mal in der Einheitsgemeinde gibt. Von 1976 bis heute hat sich unsere Einwohnerzahl mehr als verdoppelt. Die Nähe zum Kernort, die Schulen sind zu Fuß oder per Fahrrad zu erreichen, der Bahnanschluss wie auch die Nähe zur B 75 bringen Jeersdorf alle Vorteile. Das Vereinsleben kommt natürlich auch nicht zu kurz. Da haben wir als Intuition die Freiwillige Feuerwehr und als Vereine den Schützenverein, den Sportverein, De Jeersdörper und die Interessengemeinschaft historischer Feuerwehrfahrzeuge. Es sind auch noch zwei gut gehende Restaurants vorhanden und auch der Heick-Park wird gerne besucht. Dieser kommt auch dem Fremdenverkehr zu Gute. Ach ja, da ist noch immer die Wümme zu überqueren, wenn wir Richtung Scheeßel wollen, aber dafür sind drei Brücken da. Wobei wir bei der dritten Brücke mit Hindernissen konfrontiert werden, was auch dem ansässigen Mühlenverein nicht gerade zu Gute kommt.

Was beschäftigt Sie als Ortsbürgermeister derzeit am meisten?

Gerken: So wie ich es vernommen habe, soll im Ort ein Heim für schwer erziehbare Jugendliche errichtet werden und auch die Biogasanlage am Holzweidenweg soll um einiges erweitert werden. Dieses würde dem Jeersdorfer Waldweg wohl nicht gut bekommen, weil dadurch das Verkehrsaufkommen erhöht würde. Probleme haben wir derzeit auch mit unserem Wertstoffsammelplatz. Dieser wird leider von einigen Individuen als Müllkippe missbraucht. Dort Hausmüll oder sogar eine Waschmaschine vorzufinden ist leider keine Ausnahme, sondern die Regel. Ebenfalls in Planung ist eine Querungshilfe in der Straße In’n Dörp.

Was ist das aktuell größte Problem von Jeersdorf?

Gerken: Die schnelle und große Erweiterung der Ortschaft bringt natürlich bei der Einbürgerung der neuen Bürger Probleme mit sich. Es dauert ungefähr eine Generation, bis die Kinder soweit sind und sich mehr dem örtlichen Leben anschließen. Wir haben zwei Baugebiete davon.

Und Ihre Vision? Was wollen Sie während Ihrer Amtszeit für den Ort unbedingt noch erreichen?

Gerken: Als erstes müssen die anfallenden Probleme vom Ortsrat bearbeitet und nach Möglichkeit zu aller Zufriedenheit erledigt werden. „Visionen“ habe ich natürlich auch, aber die behalte ich vorerst für mich.

Wo würden Sie wohnen, wenn Sie nicht Bürgermeister von Jeersdorf wären?

Gerken: Also diese Frage dürfen Sie einen eingefleischten Jeersdorfer, der schon über 74 Jahre in Jeersdorf lebt, nicht stellen. Jeersdorf ist mein Heimatort und hier wurde ich auch geboren. Ich kann und möchte mir nicht vorstellen, woanders zu wohnen. Wo sollte ich einen besseren Platz finden?

Wie würden Sie ihren Heimatort kurz und knapp beschreiben?

Gerken: Jeersdorf ist ein Ort, in dem man sich wohlfühlen kann und muss. Die Initiative muss natürlich vom Bürger selber kommen und sich am Geschehen und auch am Vereinsleben beteiligen.

Zur Person

Günter Gerken (74) ist ein Jeersdorfer Original. Inzwischen ist er die dritte Wahlperiode im Ortsrat tätig. Im November 2016 wurde der Ruheständler (früher beschäftigt als Disponent bei der Firma Wümme-Beton in Rotenburg) zum stellvertretenden Ortsbürgermeister gewählt. Nach dem Tod von Detlef Steppat trat er im August dieses Jahres dessen Amtsnachfolge an. Seit 1972 ist er Mitglied in der CDU. Gerken ist verwitwet und hat einen erwachsenen Sohn.

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