SV Jeersdorf baut Bogensporthalle mit Helfern aus den eigenen Reihen

46 mal 20 Meter Eigenleistung

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Vorstandsvorsitzender Frank Rathjen (l.) kann auf schlagkräftige Unterstützung, hier der Fußballer, zählen.

Jeersdorf - Von Ulla Heyne. Ein Morgen im hintersten Winkel von Jeersdorf. Kalt ist es am Luhner Weg und zugig. Nichtsdestotrotz hat sich rund ein Dutzend Männer eingefunden, viele von ihnen gestandene Handwerker, um an einem Traum weiterzubauen: der vereinseigenen Bogensporthalle.

Dieser Traum wird seit einigen Jahren geträumt und nimmt Gestalt an: Das Fundament und die mit Holz verschalte Stahlkonstruktion stehen, jetzt geht es um 500 Quadratmeter Fassadenflächen. „Zumindest die erste Längsseite wollen wir heute dichtmachen“, so die Ansage. „Das Dach haben wir am Samstag vor Weihnachten eingedeckt“, erinnert sich Vereinsvorsitzender Frank Rathjen, wie auch heute meistens selbst mit auf dem Bau. Mit 23 Mann habe man bis in die Dunkelheit gearbeitet, wenige Tage vor Heiligabend. „Die letzten 200 der insgesamt 1000 Quadratmeter haben wir nicht mehr geschafft – also haben wir uns spontan am Sonntag, den vierten Advent, getroffen und nochmal rangehauen.“ Dabei seien immer wechselnde Besetzungen beteiligt: „Letztes Mal waren es die Hockeyspieler und Bogenschützen, heute sind es die Fußballer – je nachdem, wer gerade Zeit hat!“

Der rund 440 Mitglieder zählende Verein mit mittlerweile neun Sparten, darunter „Exoten“ wie Hockey oder Bogenschießen, hat sich, nach dem Bau des Vereinsheims von 2006 bis 2009 mit einem Schlüsselwert von 800000 Euro, wieder ordentlich etwas vorgenommen: Auch dieses Projekt mit einem Bauvolumen von gut einer Viertelmillion Euro soll neben Zuschüssen von Landkreis, Landessportbund, Sparkassenstiftung, Ortsrat und Gemeinde, weitgehend in Eigenleistung entstehen; 30 Bausamstage mit durchschnittlich acht Teilnehmern wurden 2015 bereits absolviert.

Dabei versuche man, die Kosten möglichst niedrig zu halten: In Punkto Arbeit setzen die Jeersdorfer wo möglich auf Eigenleistung, und auch beim Material ist man sparsam: Die Pflasterung wurde aus Steinen des alten Dodenhof-Parkplatzes erstellt, die jahrelang zwischengelagert waren, sowie Steinen der abgebauten alten Schnapsbrennerei, die Stahlkonstruktion war mal eine Waschanlage.

Nötig ist der Neubau geworden, weil die Sparte, die um die 50 Schützen zählt, zwischenzeitlich auf hohem Niveau agiert: „Vorletztes Jahr haben wir in der zweiten Bundesliga geschossen“, so Rathjen, „allerdings konnten wie den Klassenerhalt nicht sichern, weil es keine Trainingsmöglichkeiten gab.“ Die erforderliche Distanz von 18 Metern ist in der neuen Halle gegeben. Dazu kommt noch eine „Folterkammer“, wie die Anlage mit vier bis fünf Kameras zur Technikanalyse im Fachjargon heißt, sowie eine kleine Werkstatt mit Pfeilrichtgerät.

Was noch fehlt: die Türen und Tore, die gerade bestellt wurden, die Elektroinstallation und eine Heizung. Rathjen ist zuversichtlich: „Bis zum 16. April schaffen wir das!“ Dann soll das neue Aushängeschild des Vereins im Rahmen der Feierlichkeiten zum 25. Jubiläum eingeweiht werden.

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