Jaime Wink und Nadir Gerken eröffnen im April das erste Rodizio-Restaurant im Landkreis

Brasilianisches Flair in Scheeßel

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Im April soll’s endlich losgehen. Ein Jahr haben Jaime Wink und Nadir Gerken die Alte Mühle dann nach ihren Vorstellungen umgebaut.

Scheeßel - Von Inken Quebe. Der Spieß mit diversen Fleischsorten dreht sich über den Flammen des Holzkohlegrills. Mit einem davon kommt der Kellner zum Tisch, die scharfe Klinge schneidet mundgerechte Stücke auf den Teller. Diese Vorstellung wird in Scheeßel im April Realität: Dann eröffnet dort das erste Rodizio-Restaurant im Landkreis Rotenburg – und wenn alles klappt, macht es eine Besonderheit wohl deutschlandweit einzigartig.

Seit mehr als zwei Jahrzehnten leben Jaime Wink und Nadir Gerken inzwischen in Deutschland. Sie stammen aus Brasilien, wo das Rodiziogrillen Teil der Kultur ist. „Da macht man das jedes Wochenende“, berichtet Nadir Gerken. Jaime Wink, der im Übrigen ihr Schwager ist, kennt es von kleinauf. „Mein Vater hat selbst auf Hochzeiten gegrillt“, erzählt er. Aber Wink habe damals nie den Gedanken gehegt, die Tradition beruflich umzusetzen.

Gerken war es, die für den Party-Service mit Rodizio in Stemmen gearbeitet hat. Gemeinsam mit Wink hat sie das Catering später übernommen und ihm den Namen Gaucho-Rodizio gegeben. Bis nach Berlin fahren die beiden, sogar Anfragen aus Heidelberg habe es schon gegeben. „Da waren aber die Fahrkosten zu teuer“, sagt Gerken und lacht. Nun lassen sie sich mit einem Restaurant in der alten Mühle in Scheeßel nieder. „Mein Traum war es schon länger, ein Lokal zu eröffnen“, erzählt Jaime Wink. Außerdem hätten viele gefragt, ob sie „uns einmal im Laden besuchen können“.

Seit März 2015 geht es Stück für Stück mit dem Umbau voran. Vorher stand die alte Mühle – gegenüber des Rathauses – leer, wurde vom Eigentümer Burkhard Schmidt 2012 zu einem Restaurant umgebaut. „Ich hatte die Immobilie im Jahr 2010 erworben, da ich für Scheeßel einen gastronomischen Nachholbedarf sah und ich ein gastronomisches Highlight verbunden mit einer besonderen Architektur schaffen wollte“, berichtet Schmidt. Nach der Kernsanierung habe es diverse Interessenten geben, aber er sei vom „gastronomischen Konzept nicht überzeugt“ gewesen. Anders war das bei Gerken und Wink: Schmidt ist sich sicher, dass das Restaurant weit über die Grenzen von Scheeßel hinaus Bekanntheitsgrad erlangen werde. „Wir haben gemeinsam ein Einrichtungskonzept entwickelt und umgesetzt, was dem Charme der alten Mühle gerecht wird, gleichzeitig aber auch moderne Aspekte berücksichtigt“, so Schmidt.

Die künftigen Restaurantbetreiber setzen bei ihrem Vorhaben voll auf Authentizität: Sogar den Koch lassen sie aus Brasilien einfliegen. Auch der Grund für Holzkohle statt Gas liegt in der Tradition. „Wir möchten, dass das Rodizio wie in Brasilien wird. Dort gibt es keinen Gasgrill“, erzählt Gerken und lacht. Gerade die Holzkohle verleihe dem Fleisch eine besondere Note – den Räuchergeschmack. Gerken und Wink haben auch Fleisch, das mit der Gas-Variante gegrillt wurde, getestet, sich aber schlussendlich für Holzkohle entschieden. Ein Problem gibt es aber: Die Genehmigung für den entsprechenden Grill steht noch aus – denn der soll das Restaurant in ganz Deutschland einzigartig machen, wie die Zwei recherchiert haben. Sie hoffen, dass sie den Brief bis Ende März erhalten, damit sie im Laufe des April eröffnen können.

Auch Scheeßels Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele ist angetan von der Idee: „Ich freue mich für Scheeßel, dass in dem attraktiven und aufwendig renovierten Teil des alten Mühlengebäudes ein Restaurant einzieht.“ Das private Gebäude sei ein Schmuckstück in der neu gestalteten Kernortmitte: „Im Sommer sehe ich die Gäste im Geiste schon auf der Südterrasse sitzen und die Kinder durch das Wasserspiel laufen.“

Diejenigen, die den Party-Service in Anspruch nehmen wollen, müssen sich übrigens keine Sorgen machen: Der soll bestehen bleiben, versichern beide. Gerken: „Damit haben wir uns unseren Ruf erarbeitet.“

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