Kirchengemeinde zelebriert besonderen Geburtstag der Scheeßeler Orgel mit einem Jubiläumskonzert

250 Jahre und kein bisschen leise

250 Jahre gibt es sie schon, die große Orgel in der St.-Lucas-Kirche, und dieses Jubiläum wird nun mit Konzertprogramm gefeiert. - Foto: hey

Scheeßel - Es ist das Jahr 1766, das Zeitalter des Barocks. In Preußen regiert Friedrich der Große. Joseph Haydn hat es als Komponist längst zu Weltruhm gebracht. Und in der Scheeßeler St.-Lucas-Kirche halten mit einer Orgel ganz neue Töne Einzug. 250 Jahre nach deren Inbetriebnahme wollen die Verantwortlichen dieses Jubiläum am Sonntag, 19. Juni, mit einem Konzert feiern.

In Auftrag gegeben worden war die Orgel bei Marcus Hinrich Petersen aus Bederkesa. Zwei Jahre sollten ins Land gehen, dann hatte er das stattliche Instrument fertiggestellt. Obwohl die Orgel im Laufe der Jahrhunderte mehrfach repariert und umgebaut worden war, zuletzt in diesem Jahr von dem Orgelbauer Rowan West aus Altenahr – an ihrer ursprünglichen Größe hat sie nicht eingebüßt.

Und immer noch seien Elemente aus dem ersten Modell vorhanden, weiß Kantor Andreas Winterhalter zu berichten, etwa die vergoldeten Zierelemente zwischen den Pfeifen und die beiden Zungen des Pedals.

Lange währte das Erscheinungsbild des Instrumentes nach der Konzeption ihres Erbauers nicht. Schon nach 30 Jahren waren durch Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen bedingt umfassende Reparaturen notwendig. Diese Arbeiten wurden im Stil eines Umbaus im Jahr 1802 durch den Bremer Orgelbauer Johann Benjamin Witzmann ausgeführt.

1881, die Orgel hatte seinerzeit schon 115 Jahre auf dem Buckel, fand ein weiterer Umbau statt, bei dem sie dem damaligen, romantischen Zeitgeschmack angepasst wurde.

Nach einem Ausbau der Orgel in den Jahren 1934/35 machte sich der niederländische Orgelbauer Hendrik Jan Vierdag Anfang der 1970er Jahre zuletzt an ihr zu schaffen – mit dem Ergebnis, dass sich der Klang wieder an der ersten Orgel orientierte.

Die prachtvolle Akustik der Vierdag-Orgel, die sozusagen spielend in der Lage ist, das große Kirchenschiff der St.-Lucas Kirche nicht nur zur Choralbegleitung, sondern auch konzertant zu füllen, wird nun in einer Jubiläums- Matinee zu erleben sein. Am 19. Juni erwartet die Besucher ab 11.30 Uhr ein Konzert mit vielen Ausdrucksformen.

Neben einigen Orgelstücken norddeutscher Barockkomponisten, etwas Vincent Lübeck, Nicolaus Bruhns und Samuel Scheidt, wird es einen weiteren Schwerpunkt mit Chorstücken, dargeboten von der Lucas-Kantorei, geben. Darunter das „Ave verum“ von Mozart, der romantische „Cantique de Racine“ von Gabriel Faurée oder die Motetten „Lobet den Herrn, alle Heiden“ des Leipziger Thomaskantors Johann Sebastian Bach.

Nach dem Konzertprogramm ist das Publikum eingeladen, gemeinsam mit Winterhalter auf der Empore über die schönsten Klänge oder besten Orgelstücke zu fachsimpeln. „Wer mag, kann fragen, was immer er schon über Orgeln wissen wollte oder sich das neueste Register, auch eine Zungenstimme, vorspielen lassen“, so der Kirchenmusiker, der darauf hinweist, dass es sich bei der Errungenschaft um einen originalgetreuen Nachbau eines Register von Arp Schnittker aus Steinkirchen handelt.

Von Lars Warnecke

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