40 Jahre Freibad „Am Wiesengrund“ in Fintel / Vier Jahrzehnte ist auch Hartmut Renken dabei

„Mit Leib und Seele im Beruf“

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Hartmut Renken (l.), der Pädagoge am Beckenrand, bekommt die Glückwünsche von Bürgermeister Rüdiger Bruns.

Fintel - Von Hannelore Rutzen. 40 Jahre besteht das Finteler Freibad jetzt und ebenso lange ist auch Hartmut Renken der Chef an den Becken. Die damalige Einstellung des gebürtigen Fintelers hat sich für die Gemeinde bis heute als Glücksfall erwiesen. Er bildete rund 7000 Schwimmschüler aus und ist dabei ein Naturtalent mit pädagogischen Fähigkeiten. Unsere Zeitung sprach mit Renken über seine Tätigkeit.

Herr Renken, warum haben Sie sich damals entschieden, sich für diesen Posten zu bewerben?

Hartmut Renken: Ich wollte etwas Neues machen und war überrascht, dass ich als Schwimmmeister, der ich ja noch gar nicht war, genommen wurde. Hans-Jörg Sauer, der mit mir auch angestellt wurde, und ich haben uns angestrengt und die notwendige Ausbildung in Rotenburg parallel zur Führung des Bades gemacht. Das war hart durch den aufreibenden Betrieb und die zahlreichen Schwimmkurse. Viele Finteler kamen und erwarben das Freischwimmerzeugnis. So nahe hatten sie es ja noch nie zu einem Bad. Und es kamen auch viele Ältere, die das Schwimmen als eine gelenkschonende Sportart entdeckten.

Und heute? Etwa ein Drittel der Badegäste kommen aus dem Kreis Harburg, ein Drittel aus dem Heidekreis und ein Drittel aus dem Kreis Rotenburg.

Renken: Ja, das ist schon seltsam, sie kommen von überall. Wenn wir tolles Wetter haben weilen hier gut 1800 Badegäste am Tag. Das hat seine Ursache im Wetter, aber auch darin, dass ich die zwölf Kindergärten der Umgebung aufsuche. Alle Fünfjährigen haben dann einen Platz im Schwimmkurs sicher. Bevor die Schule für sie beginnt, können sie schwimmen. Sie dürfen über den normalen Unterricht hinaus solange bleiben, bis sie es gelernt und das Freischwimmerabzeichen erhalten haben. Woanders müssten die Eltern solche zusätzlichen Stunden bezahlen. Eltern und Kindern gefällt offenbar die Arbeit von Annette Bellmann und mir. Sie leitet beispielsweise mit Christine Räther die beliebten Aquajogging-Kurse. Wir bieten wöchentlich außerdem auch Kleinkindschwimmen sowie einen Kraulkurs an.

Das ist ja noch nicht alles, Sie haben ja noch eine ganze Menge mehr zu bieten, vieles, woran Sie kräftig mitgewirkt haben, um es zu realisieren.

Renken: Es stimmt schon, ich bin mit Leib und Seele 40 Jahre Schwimmmeister und das Schwimmbad und alles, was damit zusammenhängt, liegt mir sehr am Herzen. Ich kümmere mich mit Annette Bellmann um die Menschen und das Drumherum. Da bleibt im Sommer für die Familie nicht mehr so viel übrig. Wenn das Wetter und die Stimmung im Bad gut sind, öffnen wir auch länger. Durch den Anschluss des Bades an eine Biogasanlage garantieren wir eine gleichmäßige Wassertemperatur von 27 Grad die komplette Saison über. Auch die Umkleidekabinen sind beheizt und das Duschwasser ist 38 Grad warm. Mit der DLRG haben wir eine gute Zusammenarbeit, die Kinder und Jugendlichen trainieren regelmäßig im Freibad. Sie organisieren einmal in der Saison eine abwechslungsreiche Badeparty, und unser Team steuert dann vielleicht einen Sprungwettbewerb dazu bei oder wir öffnen spontan etwas länger.

Aus Ihrer Schilderung hört man heraus, dass Sie von der Gemeinde unterstützt werden, obwohl das Freibad für die Kommune ein Zuschussgeschäft ist.

Renken: Ja, das Schwimmbad gehört der Gemeinde. Sie ist immer entgegenkommend und unterstützt sowohl bei der Vorbereitung als auch während der Saison finanziell und materiell mit Arbeitskräften vom Bauhof bei Ausbesserungen von Fliesen, Malerarbeiten oder der Pflege und Erhaltung der Grünanlagen. Wir packen selbstverständlich mit an und kümmern uns. Auch so ein Kiosk ist ja ganz wichtig. Die Gemeinde hat uns bei den Renovierungsarbeiten unterstützt. Heute ist der Kiosk immer zu den Öffnungszeiten des Bades mit einem guten Angebot und ein paar Sitzplätzen im Grünen offen. Ich kann auch nach der Saison zur Gemeinde kommen und Wünsche für das Bad äußern. Es wird besprochen und entschieden.

Wie läuft die aktuelle Badesaison?

Renken: Sehr gut, dazu trägt auch das sommerliche Wetter bei. Wir hatten schon in den vergangenen Jahren immer eine Steigerung bei den Einnahmen. Das deutet sich auch in diesem Jahr an. An den besten Tagen hatten wir 1800 Besucher, darunter viele mit Dauer- und Familienkarten. Die Eintrittspreise sind stabil geblieben, das finde ich schon bemerkenswert. Im vergangenen Jahr haben wir gegenüber 2012 ein Plus von 10000 Euro verbucht – und das Ergebnis von 2012 war schon gut. In diesem Jahr haben wir mehr Saisonkarten für Erwachsene und Jugendliche verkauft, und die Ferienzeit beginnt ja erst.

Wir sind mitten in der Badesaison, das Freibad feiert seinen 40. Geburtstag. Es soll ein besonderer Tag werden. Wie läuft der ab?

Renken: Wir starten am Sonnabend um 19.30 Uhr zu einem Abend mit Chic und Eleganz und laden zu einem Freibadball mit toller Musik von DJ Diddi und einem kleinen Showprogramm ein. Zum Tanz wird in Abendgarderobe gebeten. Im Eintrittspreis ist das Essen enthalten. Dazu gibt es Wein, Bier und Erfrischungsgetränke. Bis nach Mitternacht ist das Spektakel geplant. Darauf freuen wir uns schon sehr. Die Karten sind leider schon ausverkauft. Am Sonntag, 7. September, beginnt der 29. Triathlon in Fintel und der Kinderwettbewerb Swim and Run.

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