Irene und Reinhard Knipp feiern heute das Fest der Goldenen Hochzeit

Langes Warten auf den „schönsten Mann Scheeßels“

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Das Goldpaar Irene und Reinhard Knipp im heimischen Garten.

Scheeßel - Von Ursula Ujen. So traumhaft die erste Begegnung von Irene, genannt „Reni“ Geisel und Reinhard, genannt „Olli“ Knipp auch 1961 im damaligen Scheeßeler Tanzlokal „Flache Anna“ war, sie sollte vorerst nur ein Traum bleiben, denn sie fand ein jähes Ende.

„Ich war sofort verknallt, Reni hatte ein so bezauberndes Lächeln, und ich dachte: Die muss ich haben!“, erinnert sich Reinhard Knipp. Reni war ebenso begeistert von dem für sie „schönsten Mann von Scheeßel“ und ließ sich von ihm nach Hause begleiten. Doch als der damals 21-Jährige erfuhr, dass sein Schwarm erst 15 Jahre alt war und damit für ihn einfach noch zu jung, beendete er gleich wieder die Beziehung. Man verlor sich aber nicht aus den Augen, denn keiner konnte den anderen vergessen.

Nach zwei Jahren war es dann endlich soweit: Olli traf die nunmehr 17-jährige Reni beim Tanzen wieder und für beide war sofort klar: Jetzt bleiben wir für immer zusammen. 1963 feierte man Verlobung. Zwei Jahre später folgte im Meyerhof die Trauung mit Feier im kleinen Rahmen, weil Renis Vater schwer erkrankt war. Man bezog eine Wohnung in Renis Elternhaus, und als dann 1967 Stammhalter Olaf zur Welt kam, war das Glück komplett.

Der 1939 in Heiligenbeil im damaligen Ostpreußen geborene Reinhard Knipp kam durch die Flucht mit Mutter und zwei Geschwistern nach Scheeßel. Nach der Lehre zum Maschinenbauer in der Firma Adolf Müller in Scheeßel und dem Grundwehrdienst arbeitete er bei Blohm & Voss in Hamburg im Turbinenbau. Ab 1961 war er wieder bei Müller tätig, bevor er 1984 als Betriebsleiter zur Abwasserreinigungsanlage der Gemeinde Scheeßel wechselte, wo er bis zum Ruhestand 2002 blieb. Besonderes soziales und politisches Engagement zeigte Knipp durch langjähriges Mitwirken im Gemeinderat Scheeßel, als Betriebsratsmitglied, Gewerkschaftsmitglied, und im Vorstand der AOK. Als Ausgleich lag ihm neben Basketball immer schon das Singen am Herzen, und noch heute ist jeden Dienstag Übungsabend beim Männerchor Scheeßel angesagt.

Irene Knipp wurde 1945 in Moordorf bei Visselhövede geboren und lebt seit 1946 in Scheeßel. Nach der Lehre zur Industriekauffrau in Bremen arbeitete sie bis zur Geburt ihres Sohnes Olaf in ihrem Beruf, in den sie nach zwei Jahren wieder einstieg. Fast 40 Jahre war sie bis zum Ruhestand 2008 bei der Firma BMP in Scheeßel tätig. Sie war Gründungsmitglied des Scheeßeler Hausfrauenbundes – dem jetzigen Aktivkreis – und gehörte viele Jahre dem Vorstand an.

„Ein besonders glücklicher Moment war die Geburt meiner Enkeltochter Karolina“, so die Jubilarin. „Da mein Sohn schon älter war, habe ich damit nicht mehr gerechnet, und weil wir zusammen wohnen, kann ich Karolina direkt aufwachsen sehen.“

„Das lange Warten damals hat sich gelohnt – wir haben es nie bereut“, ist sich das glückliche Goldpaar einig. Gefeiert wird heute im Familien-, Nachbarn- und Freundeskreis mit Kirchgang und Feier im Scheeßeler Hof.

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