„iPad“ statt Papiervorlagen

Gemeinde Scheeßel rüstet Ratsmitglieder mit Tablet-PCs aus

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Statt im umfangreichen Papierstapel zu blättern, sollen die 30 Mitglieder des Scheeßeler Gemeinderates künftig mit dem Finger übers neue „iPad“ streichen, um ihre Ratsunterlagen zu lesen. 

Scheeßel - Von Lars Warnecke. Vor einem großen Sprung in die Zukunft steht die Scheeßeler Politik: Zum Jahreswechsel wird der „papierlose Rat“ eingeführt. Die Testphase ist bereits angelaufen, noch händigt die Gemeindeverwaltung parallel auch weiterhin ausgedruckte Vorlagen aus. Ab dem neuen Jahr sollen die Politiker nur aufs „iPad“ schauen.

Der Hintergrund ist klar: Haufenweise bedrucktes Papier ist nicht nur teuer, es ist auch nicht besonders umweltfreundlich. Tabletbildschirme statt Büro-Ordner sollen die Zukunft der politischen Arbeit sein. „Einige unserer Ratsmitglieder nutzen diese Technik schon länger“, weiß Stefan Behrens, Mitarbeiter in der Scheeßeler Verwaltung. Bald sollen es alle sein. Die Software heißt „Provox iMeeting“ und ist in einer abgeänderten Version schon länger installiert; auf der Homepage der Gemeinde Scheeßel kann bereits heute auch jeder Bürger online Einsicht nehmen in sämtliche (öffentliche) Rats- und Verwaltungsvorlagen.

„iPads“, übrigens Modelle der neuesten Generation, statt Papier auf den Tischen – in den Fraktionsreihen dürfte es demnächst wie auf einer Computermesse zugehen. Die Ratsleute halten alle einen kleinen Bildschirm in der Hand und wischen nur noch mit dem Finger über die Oberfläche, um durch die Vorlagen zu blättern. Jegliche Dokumente lassen sich so über das „iPad“ abrufen.

Etwa 20 000 Euro hat sich die Gemeinde diese Digitalkur kosten lassen, nicht nur für die Hardware selbst, sondern ebenso für die App-Lizenz. Privat musste dafür niemand in die Tasche greifen, zumindest fast niemand. „Zwei Ratsmitglieder haben sich für ein teureres ,iPad Pro‘ entschieden, den Differenzbetrag mussten sie natürlich selbst bezahlen“, sagt Behrens. Sollte ein Politiker in der aktuellen Wahlperiode aus welchem Grund auch immer vorzeitig aus dem Rat ausscheiden, muss er oder sie das Gerät zurückgeben. „Ansonsten dürfen sie es für alle Zeit behalten, weil nach fünf Jahren ja auch die Abschreibung durch ist.“ Wie die Politiker mit ihrem neuen mobilen Endgerät ins Internet kommen, darum müssen sie sich allerdings selbst kümmern.

Sparpotenzial auf breiter Front

Damit künftig auch wirklich jeder der 30 Ratsherren und Ratsfrauen mit dem System klar kommt, hat es Anfang dieser Woche bereits eine Schulung gegeben, an der die Volksvertreter freiwillig teilnehmen konnten – „mit einer großen Resonanz“, freut sich Stefan Behrens. Nicht weniger erfreut sei er darüber ist, dass der Gemeinderat 2.0 gleichzeitig auch ein gehöriges Sparpotenzial bietet. Druck- und Versandkosten würden so schließlich der Vergangenheit angehören, „von einer Vereinfachung der Arbeitsabläufe hier bei uns im Rathaus ganz zu schweigen“. Einen weiteren positiven Effekt, den Behrens nennt: Die für die Politiker relevanten Dokumente könnten nun sehr viel schneller übermittelt werden. Um diese einzusehen, müssten sie sich lediglich mit einem Berechtigungspasswort in das virtuelle Ratsinformationssystem einloggen – fertig.

Behrens sagt, dass man seitens der Verwaltung schon seit längerem über die Anschaffung von Tablet-PCs für die Ratsarbeit nachgedacht habe, „eigentlich schon seit Beginn des Smartphone-Zeitalters“. Warum es erst jetzt zur Umsetzung gekommen ist? „Wir wollten nicht nur Tablet-Testkaninchen für die Software-Firmen sein, sondern ein System haben, das stabil ist und einfach passt.“ Die papierlosen Zeiten, sie können endlich kommen.

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