Investieren, um zu sparen

Gemeinde will im Klärwerk Prozesse optimieren

Klärwerksleiter Marcus de Vries vor dem Becken, wo derzeit noch beide Schlammarten vermischt werden. Das soll in Zukunft nicht mehr geschehen. - Fotos: Warnecke

Scheeßel - Von Lars Warnecke. Effizienz hat ihren Preis. Darum will die Gemeinde Scheeßel für ihr Klärwerk am Westerwiesenweg auch verhältnismäßig viel Geld in die Hand nehmen. Konkret geht es bei dem Vorhaben um eine Optimierung der Vorklärung.

Ein sechsstelliger Betrag müsste für die technische Maßnahme berappt werden. Ob die bisweilen im kommunalen Haushalt noch mit einem Sperrvermerk versehenen Mittel dafür locker gemacht werden, darüber ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.

Nicht nur das Abwasser von rund 18.000 Einwohnern, sondern auch viel Geld fließt immer wieder in die fast 50 Jahre alte Kläranlage. Und so geht es Mittwochabend im gemeindlichen Bau- und Planungsausschuss in gleich zweierlei Hinsicht um eine Vorklärung. Denn bevor die Maßnahme, die im Kern eine Schlammtrennung zum Inhalt hat, in die Tat umgesetzt werden soll, wollen sich die Politiker das Vorhaben im Detail von einem auf Klärwerks-technik spezialisierten Fachbüro vorstellen lassen. Das hatte schon 2015 im Rahmen einer Projektstudie auf einen Missstand hingewiesen: Wegen hydraulischer Überlastung der biologischen Reinigung vorgeschalteten Klärung, bei der sich der sogenannte Überschuss- und der Primärschlamm vermischen (der Überschussschlamm entsteht durch Zuwachs der für die biologische Reinigung zuständigen Bakterien und wird aus den Nachklärbecken abgezogen), war in den vergangenen Jahren ein zunehmender Abtrieb von Schlamm in die weitergehende Belebung zu beobachten. Die Folge: Die Belebung wird permanent mit einem zu hohen Trockensubstanzgehalt gefahren. 

Rund 120.000 Euro Kosten

Und nicht nur das, wie Marcus de Vries, der Leiter der Kläranlage, erläutert: „Der Überschussschlamm wird quasi im Kreis gepumpt, es muss unnötig Belüftungsenergie aufgebracht werden und es wird zu viel dünner Schlamm in unsere Vorlagebehälter gefördert.“ Infolge dessen müsse auch verhältnismäßig dünner Schlamm von der Zentrifuge entwässert werden, die dadurch länger Laufzeiten habe und einem höheren Verschleiß unterliege.

Investieren, um zu sparen, lautet also das Credo. Denn, so rechnet es der Planer vor: Allein im Bereich der Lüftung würden sich bei einer Schlammtrennung jährlich 15.000 Euro einsparen lassen. Ebenfalls in den 120.000 Euro Investitionskosten enthalten ist die Anschaffung zweier elektrischer Stellantriebe, die hebt de Vries hervor, den Betrieb auf der Anlage wesentlich erleichtern würden.

Der Fachausschuss berät das Thema in öffentlicher Sitzung. Beginn ist um 18.30 Uhr im Rathaus.

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