Schon acht Prozent der Wähler haben Kreuze gemacht

Interesse an Briefwahl in Scheeßel wächst

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Wer am Wahltag verhindert ist, kann jetzt schon per Briefwahl abstimmen.

Scheeßel - Von Lars Warnecke. Viele Menschen aus der Einheitsgemeinde Scheeßel können oder wollen den Weg zum Wahllokal offenbar am Sonntag nicht antreten, aber dennoch ihre Stimme abgeben. Fast acht Prozent haben sich deshalb schon jetzt für Briefwahl entschieden.

Eines steht fest: Briefwahl wird in Scheeßel immer beliebter. Schon bei der Bundestagswahl vor drei Wochen hat es mit knapp 1 300 versandten Unterlagen ein hohes Briefwahlaufkommen gegeben. Bis Mittwochmorgen hat die Verwaltung für die Landtagswahl nun schon 784 Briefwahlunterlagen an die wahlberechtigten Bürger der Gemeinde ausgehändigt oder per Post an sie zugesandt. Das ist eine „deutliche Steigerung“ zur Landtagswahl 2013, bei der aber auch schon fünf Prozent die Möglichkeit zur Briefwahl genutzt hätten, sagt Frank Thies, Fachbereichsleiter für Ordnung und Soziales im Rathaus. Die Entwicklung in der Gemeinde decke sich aber offenbar mit einem bundesweiten Trend.

Insgesamt lag die Wahlbeteiligung 2013 in Scheeßel bei 64 Prozent. Dass durch die nun schon höhere Briefwahlbeteiligung auch die Wahlbeteiligung insgesamt höher ausfallen wird – vorstellen kann Thies sich das nicht. Für den Verwaltungsmann ist die steigende Zahl der Briefwähler auch ein Zeichen dafür, dass „es andere Möglichkeiten gibt, die Menschen für Wahlen zu begeistern“ als den klassischen Gang zum Wahllokal am Sonntag. Er weist auch darauf hin, dass der Begriff Briefwahl etwas irreführend sei. Denn viele Menschen würden die Gelegenheit nutzen, vorab im Rathaus zu wählen, was auch unter den Begriff Briefwahl fällt. Ob zu der hohen Beteiligung an dem Verfahren auch beigetragen hat, dass man die nötigen Unterlagen online beantragen kann, könne er nicht beurteilen. „Der eine oder andere Briefwähler fordert sie aber tatsächlich auf diesem Weg an.“

Antrag noch bis Freitag möglich

Bis diesen Freitag um 13 Uhr können noch Briefwahlunterlagen im Rathaus beantragt werden. Doch Thies betont: „Wer seinen Antrag noch schriftlich oder über das Internet stellen will, muss sich sehr beeilen, da der Wahlbrief mit dem angekreuzten Stimmzettel spätestens am Wahlsonntag um 18 Uhr bei der Kreisverwaltung vorliegen muss.“ Im Rotenburger Kreishaus wird für alle Städte und Gemeinden im Landkreis die Briefwahl ausgezählt.

Für den Fall, dass ein Wähler plötzlich erkrankt, was den Besuch im Wahllokal unmöglich macht, ist auf der Rückseite der Wahlbenachrichtigungskarte ein Wahlscheinantrag sowie eine Bevollmächtigung abgedruckt. „Der Erkrankte muss der beauftragten Person dann eine schriftliche Vollmacht für die Abholung erteilen, und gegebenenfalls muss diese dann den Wahlbrief selbst nach Rotenburg bringen“, erläutert der Fachbereichsleiter.

Trotz des großen Interesses an der Briefwahl – die meisten Menschen werden in Scheeßel am Sonntag im Kirchengemeindehaus an der Großen Straße ihre Stimme abgeben, denn das ist mit rund 1 100 Wahlberechtigten das größte Wahllokal in der Gemeinde. Insgesamt gibt es derer 16, wahlberechtigt sind gemeindeweit 10 050 Bürger. Maximal 166 davon könnten am Sonntag den Weg zum Feuerwehrhaus in Sothel antreten, dem kleinsten Wahlbezirk in Scheeßel.

Hintergrund:

Sechs Kandidaten und 15 Parteien stehen am kommenden Sonntag im Altkreis Rotenburg zur Wahl. Zwei Kreuze können auf dem Stimmzettel gemacht werden, eines für einen Direktkandidaten, das zweite für eine Partei. Wer von den Kandidaten die meisten Stimmen bekommt, gewinnt den Wahlkreis und zieht als direkt gewählter Abgeordneter in den Landtag ein. Insgesamt sind in Niedersachsen 87 Direktmandate zu gewinnen. Die restlichen der mindestens 135 Landtagsmandate werden über die Listen der Parteien vergeben.

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