Sportvereine und Flüchtlingshilfe organisieren Schnuppertag

Integration durch Bewegung

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Bringen sich für den Sport-Schnuppertag in Stellung (v.l.): Anja Schürmann, Sylvia Doberentz-Tewes, Stephan Volkmer und Carsten Tietjen. 

Scheeßel - „Sport ist Integration“ – davon sind die Initiatoren des ersten Sport-Schnuppertages für interessierte Flüchtlinge und Einheimische überzeugt. Wenn am kommenden Samstag ab 13 Uhr im Stadion Waidmannsruh gekickt wird, die Badmintonbälle fliegen oder Basket- und Handbälle gepasst werden, dann verfolgt die gemeinsame Aktion des Vereins Flüchtlingshilfe Scheeßel mit dem Rot-Weiß Scheeßel und dem TV Scheeßel gleich mehrere Zielsetzungen.

Vielen Flüchtlingen würde nicht nur Bewegung gut tun, sondern auch ein geregelter Tagesablauf, erklärt Gleichstellungsbeauftragte Anja Schürmann: „Für Menschen, die sonst den ganzen Tag nichts zu tun haben, ist es wichtig, Termine zu haben und dem Tag Struktur zu geben“, sagt sie. 

Stephan Volkmer, Leiter der Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen Internat am Helvesieker Weg, fügt hinzu: „Das ist umso wichtiger, als die Bearbeitungszeiten für die Asylanträge sich in die Länge ziehen – das zermürbt.“ Und seine Kollegin Sylvia Doberentz-Tewes ergänzt: „Besonders wichtig wäre das Sportangebot für Frauen.“ Gerade hier seien die Hemmschwellen jedoch besonders hoch. Und: „Viele kennen Sport, wie er bei uns getrieben wird, nicht.“

Ein Bereich, in dem die Integration bereits mit einigem Erfolg angelaufen ist, ist der Fußball. „In den Mannschaften vom Rot-Weiß Scheeßel trainiert bereits rund ein Dutzend Flüchtlinge regelmäßig mit. Das Problem: „Die meisten dürfen noch nicht am Punktspielbetrieb teilnehmen, weil das Beantragen der Spielerlaubnis gemäß der Regularien der Fifa recht lange dauert“, weiß Vereinsvorsitzender Carsten Tietjen. 

„Das ist natürlich frustrierend, sich nie in einem richtigen Spiel zu messen.“ Deshalb ist für 15 Uhr ein Match gegen Flüchtlinge aus Visselhövede angesetzt, gefolgt vom Saisoneröffnungsspiel der Ersten Herren. Ausdrücklich eingeladen, da sind sich alle Organisatoren einig, sind nicht nur Flüchtlinge, sondern auch alle interessierten Scheeßeler.

„So haben auch diejenigen, die beim ‚Refugium‘ mittwochs im Meyerhof verhindert sind, die Möglichkeit, Kontakt aufzunehmen“, so Schürmann, die zudem um Zusagen für Kuchenspenden unter der E-Mail-Adresse gstg.schuermann@gmail.com bittet. - hey

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